Streetart: Kunst oder Schmiererei?

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Beim Thema Kunst scheiden sich stets die Geister.
Dortmund: Kampstraße |

Wer mit offenen Augen durch die City geht, dem fallen in letzter Zeit wieder vermehrt Zeugnisse eigenmächtiger Kunstaktionen im öffentlichen Raum auf. Die Objekte reichen von Papierschablonen über Kleeblattgebilde bis zu BVB-Sympathiebekundungen.


Die Verschönerungen fallen alle unter den Begriff Streetart, zu deutsch Kunst im öffentlichen Raum. In Metropolen wie New York und Berlin steht Streetart für eine lebendige, aufstrebende Kulturszene.

"Die Möglichkeit, die eigene Umgebung zu gestalten und zu verschönern, ohne eine Verfolgung wegen Vandalismus befürchten zu müsse, sollte gefördert werden", findet Nadja Reigl, ordnungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKEN & PIRATEN im Rat der Stadt. Die Stadt sollte in derartigen Fällen darauf verzichten, diese Kunst zu überstreichen oder zu entfernen, sofern der Inhalt nicht strafrechtlich relevant sei.

Kreativität, Witz und Kritik

Nadja Reigl: "Es gibt viele Mitbürgerinnen und Mitbürger, Besucher und Touristen, die Streetart als optische Bereicherung der Stadt begrüßen und sich an der Kreativität, dem Witz und der Kritik erfreuen."

Ganz anders sieht dies Friedrich-Wilhelm Weber, der ordnungspolitische Sprecher der CDU-Fraktion: "Ob ein mit Pinsel und Spraydose auf eine Hauswand aufgebrachtes Kleeblatt als kulturelle Bereicherung angesehen werden sollte, darüber kann man wahrlich diskutieren. Nicht diskutabel ist allerdings die Tatsache, dass das Aufbringen dieser "Kunst" auf fremden Eigentum stattfindet. Und bei aller Liebe zur Kunst – wer vermag zu beurteilen, wo die Kunst aufhört und, wann Sachbeschädigung anfängt."

Umfrage pro Streetart

Bei der Internetumfrage der Ruhrnachrichten unter dem Motto "Streetart: Soll die Stadt die Straßenkunst entfernen - oder nicht?" lagen die Streetart-Fans (Nein, die Stadt soll diese Motive akzeptieren - und nicht entfernen.) vor den Skeptikern (Ja, die Stadt soll diese Motive weiterhin entfernen.) mit rund 65 zu 35 Prozent in Führung.

"Beim Thema Kunst scheiden sich stets die Geister. Die Kleeblätter wären sicherlich in Dortmund mehrheitsfähig. Die plumpen, schnell hingeschmierten Namenzüge definitiv nicht.", so der Ratsvertreter Carsten Klink. (DIE LINKE)
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