Visionen fürs Tor zur Nordstadt: Architekten blicken "hinterm Bahnhof" in die Zukunft: Jetzt sind die Dortmunder gefragt

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Drei herausragende Entwürfe sind derzeit als Zukunftsvisionen des Übergangs vom Hauptbahnhof in die Nordstadt am Königswall 25-27 ausgestellt. Stadtplaner um Dezernent Ludger Wilde (M.) laden Dortmunder ein, sich mit den Ideen auseinanderzusetzen und in einem Bürgerdialig mitzudiskutieren oder Anregungen online oder bei der Ausstellung in die Planung mit einfließen zu lassen. (Foto: Schmitz)

Die Stadt präsentiert alle eingereichten Entwürfe des städtebaulichen Wettbewerbs zur Entwicklung des neuen Stadtquartiers im nördlichen Bahnhofsbereich zwischen Unionstraße und Burgtor bis zum 2. Februar im Foyer des Studieninstituts Ruhr am Königswall 25-27

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Die Ausstellung ist montags bis donnerstags von 8 bis 16 Uhr, freitags von 8 bis 18 Uhr und samstags von 10 bis 14 Uhr geöffnet. Für Fragen sind montags bis donnerstags von 14 bis 16 Uhr, freitags von 15 bis 18 Uhr und samstags von 10 bis 14 Uhr Ansprechpartner vor Ort.

Offener Bürgerdialog

Anknüpfend an den Beteiligungsprozess mit einer Bürgerwerkstatt ist am Freitag, 26. Januar, um 15 Uhr im Foyer des Studieninstituts am Königswall 25-27, ein offener Bürgerdialog geplant. An diesem Austausch mit allen Interessierten beteiligen sich Stadtplaner sowie die ersten drei Preisträger und das Büro pp a/s pesch partner architekten stadtplaner, das den Wettbewerb betreut.
Der Bericht zum Wettbewerb und zu seinen Ergebnissen steht online unter www.wettbewerb-hbf.dortmund.de auf der Website der Stadt. Unter diesem Link werden während des Ausstellungszeitraums auch Meinungen und Anregungen zum Wettbewerb und den Visionen für den nördlichen Bahnhofsausgang und das neu entworfene Umfeld gesammelt. Auch bei der Ausstellung werden Meinungen gesammelt.


Wettbewerb zur Neugestaltung


Die Entwicklung des nördlichen Bahnhofsumfelds ist ein wichtiges Zukunftsprojekt der Stadt, das die Stadtstruktur maßgeblich prägen wird. Der Umbau des Hauptbahnhofs, die Neugestaltung der Stadtbahnhaltestelle und die Neuentwicklung des nördlichen Bahnhofsumfelds zählen daszu. Der Busbahnhof soll einen neuen Standort erhalten, wichtige derzeit wenig oder ungenutzte Flächen sollen aufgewertet werden. Im Fokus der Planer steht insbesondere der Übergang zur Nordstadt.
Um der Bedeutung des nördlichen Bahnhofsumfelds als zentraler Entwicklungsfläche gerecht zu werden, hat die Stadt Planer zu einem städtebaulichen Wettbewerb „Dortmund Umfeld Hauptbahnhof Nord“ eingeladen. Grundlage dafür waren auch vielfältige Anregungen aus der Bürgerwerkstatt.

Preisgericht vergibt drei erste Preise

12 Architekturbüros reichten Beiträge ein. Das Preisgericht hat unter Vorsitz von Prof. Peter Zlonicky drei erste Preise verteilt. Da die Planungsansätze und Entwurfskonzepte sehr unterschiedlich in ihren Zielen und Mitteln waren, verzichtete die Preisjury auf eine abschließende, um die besten Entwürfe und die Bandbreite ihrer Lösungen zur Diskussion zu stellen.
Die erstplatzierten Teams sollen nun ihre Entwürfe vertiefen und konkretisieren. Dabei sind die Kriterien der Wirtschaftlichkeit, der technischen Machbarkeit und der Entwicklung in Bauphasen darzustellen. Neben den Empfehlungen des Preisgerichts und den Anregungen aus Politik und Öffentlichkeit sollen auch Anliegen der Grundstückseigentümer in die Überarbeitung einfließen.
Die Jury begutachtet Mitte 2018 erneut die Ergebnisse der Konkretisierung. Auf der Grundlage der Empfehlung des Preisgerichts wird der Rat der Stadt entscheiden, welcher Preisträger beauftragt wird, einen städtebaulichen Rahmenplan zu erstellen.

Büro bK Kleinekort: Freitreppe und Blockstruktur

Auf der Grundlage der vorgefundenen örtlichen Strukturen gelingt Büro bK Kleinekort insbesondere im westlichen Quartier eine sehr gute städtebauliche Lösung. Der Aufgriff der vorhandenen, für die Nordstadt typischen Blockstruktur und die Überführung dieses klassischen Bautyps in eine zeitgemäße Formensprache überzeugen ebenso, wie die stadträumliche Komposition der Baumassen. Als besonders gelungen kann die Fortsetzung des Blücherparks über eine großzügige Freitreppenanlage zur Überwindung des Niveauunterschiedes auf einen Stadtbalkon mit Blick über die Gleise auf das Dortmunder U bezeichnet werden. Für den Nordplatz wird durch das Hinzufügen weiterer bzw. den Austausch vorhandener Baukörper eine Neuordnung vorgeschlagen, welche in ihren Proportionen äußerst stimmig wirkt, jedoch hinsichtlich der zeitlichen Umsetzungsmöglichkeiten überprüft werden muss. Der Wettbewerbsbeitrag veranschaulicht eindrucksvoll, wie die Integration eines gänzlich neu geplanten Quartiers in die vorhandene Umgebung gelingen kann und diese durch eine Vielzahl neuer Qualitäten bereichert.

Büro Raumwerk: Grünvernetzung und Entree als Landmarke

Der Entwurf des Büros Raumwerk Frankfurt hat das Thema der Grünvernetzung zum Leitmotiv erklärt. Während im westlichen und östlichen Bereich des Plangebietes die selbstverständliche Weiterführung der bestimmenden städtebaulichen Strukturen ausgezeichnet gelingt, wird anknüpfend an den Blücherpark eine U-förmige grüne Spange entlang der Bahntrasse ausgebildet, um über ein spektakuläres Rampenbauwerk am nördlichen Bahnhofsvorplatz an die vorhandenen Grünstrukturen des Bürgerparks anzuschließen. Konsequenterweise sollen die verkehrlichen und bahnspezifischen Nutzungen in die bestehende Geländekante integriert werden, um oberirdisch attraktive parkähnliche Strukturen zu ermöglichen. Unter der Rampe verbirgt sich das Verbindungsbauwerk, welches die Personenunterführung der Deutschen Bahn und den Tunnel der Stadtbahn sinnfällig miteinander verknüpft. Mit der vorgeschlagenen Bebauung würde die Nordseite ein Entree erhalten, das die Bedeutung des Dortmunder Hauptbahnhofes unterstreicht und als Landmarke prägend sein könnte.

Büro Trojan & Trojan: Viertel mit eigenständigem Charakter

Mit schlanken, linearen Bau- und Raumstrukturen, die in Anlehnung an die dynamischen Bewegungslinien der Bahnanlagen entwickelt wurden, schafft das Büro Trojan & Trojan Darmstadt ein Viertel mit eigenständigem Charakter. Der nördliche Vorplatz wird in seiner Dimensionierung beibehalten und durch ein neues Kopfgebäude akzentuiert. Das Bauwerk verbindet die unterschiedlichen Nutzungen von Bahn und Stadtbahn über Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) und Parkhaus bis hin zu Gewerbe und Gastronomie in intelligenter Weise und vermittelt gleichzeitig hinsichtlich der topografischen Besonderheiten an dieser Stelle. Besonders gewürdigt wurde die vorgeschlagene städtebauliche Lösung für den Bereich am Burgtor, wo zwei Hochhäuser – je eines nördlich bzw. südlich der Bahntrasse – eine Torsituation formulieren und den Gedanken der Stadtkrone über den Gleiskörper in die Nordstadt transportieren. Vor diesem Hintergrund weist der Entwurf schlüssig nach, dass ein neues Quartier entlang des Hauptbahnhofes innerhalb des gewachsenen Stadtgefüges einen entscheidenden Beitrag leisten kann eine nachhaltige Attraktivitäts- und Qualitätssteigerung zu bewirken. 
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