Bescherung auf schwarzgelbe Art

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Weihnachtsüberraschung im Klinikum: Der BVB ist mit Geschenken da. (Foto: Schmitz)
 
Gern gab neven Subotic an seinem Ehrentag Autogramme in der Kinderklinik. (Foto: Schmitz)
Ein Krankenhaus im Ausnahmezustand: Wie jedes Jahr waren die BVB- Stars kurz vor Weihnachten wieder zu Besuch bei kranken Kindern. Und nicht nur die kleinen Patienten, sondern auch die Belegschaft des Klinikums waren bei der Visiste mit den gut gelaunten Fußballern ganz aus dem Häuschen.

Pickepackevoll ist der Eingang des Kinderklinikums: Fotografen, Kameraleute und Journalisten drängten sich um die Fußballer, teilweise wohl auch in der Hoffnung auf Äußerungen der Spieler im Nachgang eines völlig verpfiffenen Spiels am Samstag.
Doch sie wurden enttäuscht, die Ansage von Trainer Jürgen Klopp war klar: "Dazu werden wir nichts sagen!" - statt dessen wurde gesungen: Abwehrstar Neven Subotic durfte an diesem Nachmittag nicht nur Geschenke verteilen, sondern bekam erst einmal ein Geburtstagsständchen: Er wurde heute, am 10. Dezember 24 Jahre alt. Gleich dreisprachig, nämlich auf Englisch, Portugiesisch und auf Türkisch gabs Glückwünsche.

Bewaffnet mit Geschenktüten

Bewaffnet mit großen schwarzgelben Fantüten machten sich die Fußballer dann auf den Weg in die einzelnen Stationen, um teils schwer kranken Kindern nicht nur Geschenke zu überreichen, sondern sie vor allem aufzumuntern. Eine Tradition, die der Verein sein einigen Jahren pflegt, keine Pflicht, sondern eine Freude, wie Trainer Jürgen Klopp betont.
Den Besuch der Fußballstars Kevin Großkreutz, Felipe Santana und Leonardo Bittencourt haben die meisten Patienten allerdings komplett verschlafen: Die drei Kicker machten sich, begleitet von einigen Ärzten, auf den Weg in die Frühchenstation ins benachbarte Klinikum.

Andächtig schauen Spieler in die Wärmebettchen

Hier liegen die Fans von übermorgen in Wärmebettchen, die meisten sind mit rund 2000 Gramm schon über den Berg, doch auch ein ganz kleines Mädchen mit nur rund 400 Gramm Gewicht dürfen die jungen Männer, besuchen. Etwas verlegen und ein bisschen andächtig gehen sie durch die Räume, in beiden Händen die großen Tüten, die sie an Eltern und Krankenschwestern und Kinder verteilen, zum Beispiel an Hannes, 16 Monate. Mit seinem Schnuller im Mund nimmt er auf Papas Arm das Ganze gelassen, nur der Papa ist schon ziemlich aufgeregt: " Wir sind große Fans, und Hannes sollte auch schon in die Frühförderung beim Verein, aber das geht erst ab vier Jahren. Wir wohnen aber ganz in der Nähe des Trainingsgeländes." So heißt es noch ein paar Jährchen warten, bis Hannes dann vielleicht einmal in die Fußstapfen von Kevin Großkreutz oder Mario Götze treten kann.
Auf dem Flur treffen die drei Fußballer die frischgebackenen Eltern von Zwillingssöhnen an, die naturlich auch mit Geschenken bedacht werden, immerhin haben sie die Fangemeinde schon um zwei Personen erweitert. "Finde ich gut, dass der BVB etwas für die Frühchenstation tut, andere Verein bauen ja statt dessen Friedhöfe", frozzelt der Vater.

Autogramme auf die Kreißsaalwand

Ein besonderer Akt wartet im neuen Borussia-Kreißsaal auf die jungen Fußballstars: Hier dürfen sie ihr Autogramm an die Wand schreiben - ein weiterer Baustein der schwarzgelben Einrichtung, in der Nachwuchsfans stilvoll auf die Welt kommen. Sichtlich stolz präsentieren Professor Schweizer und Oberarzt Dr. Heitmann den Kreißsaal, der allerdings auch mit gewissen fußballerischen Forderungen verknüpft ist: "Mindesten auf dem zehnten Platz muss der BVB in der Tabelle stehen, sonst wird umdekoriert" scherzt der Professor und bittet die diensthabenden Hebammen zum Gruppenfoto.
Zwischendurch versucht Professor Schweizer, den Profis doch noch ein Wort zum zurückliegenden Spiel zu entlocken: "Macht Spaß, so ein Fußballspiel, wenn man einen GUTEN Schiedsrichter hat ...", doch Großkreutz bleibt einsilbig: "Ja".
Nach dem Rundgang treffen sich alle im ersten Stock der Kinderklinik wieder. Im Aufenthaltsraum steht ein schwarzgelber Strandkorb, Eltern, Kinder, Patienten, Mitarbeiter der Klinik und die Borussen wuseln durch den großen Raum. Gedrängel, viele sind mit Trikots, Filzstiften, Autiogrammkarten und Kalender auf der Suche nach "ihrem" Fußballstar oder lassen sich mit ihrem Idol zusammen fofografieren, bitten um Autogramme.

Svenja: Ganz schön aufregend

Die 16-jährige Svenja sitzt eiin bisschen abseits auf einem Stuhl: Sie ist ein bisschen gehandicapt,mit ihrem Gipsbein kann sie nicht so recht laufen, mit Krücke ist es schwierig im Gedränge. Svenja musste an der Achillessehne operiert werden, morgen kann sie nach Hause, erzählt sie. "Schon ganz schön aufregend" ist das Ganze, dann rappelt sie sich mit der Unterstützung einer Freundin doch auf, um noch Autogramme zu bekommen.
Bei der anschließenden Gruppenaufnahme der Mannschaft rings um den Strandkorb und der Übergabe eines Spendenschecks von der Borussia an den Leiter der Kinderklinik Dr. Schneider (3000 Euro gibt es für die Kinderklinik) gibt es dann kein Halten mehr: Jungs in gelben Trikots, Schwestern im grünen OP-Kittel stehen auf den Tischen, um ein Foto fürs Album zu schießen.
Fußballverrückt, borussiaverrückt, das ist in Dortmund eben ganz normal - auch im Krankenhaus.
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Udo Tiefenbach aus Dortmund-Ost | 15.12.2012 | 17:37  
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