„Helplight“-Kurs der Europaschule gibt Staffelstab weiter

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Jan Eckhardt und Arne Zimmermann (1. u. 2. v.l.) übergeben mit Lehrer Michael Schürmann (r.) das „Helplight“ nebst Spende an den neuen Kurs. (Foto: Schmitz)
 
Arne Zimmermann, Jan Eckhardt und Lehrer Michael Schürmann.
Dortmund: Europaschule Dortmund |

Der Staffelstab ist weitergereicht: Durch eine symbolische Übergabe an den nächsten Arbeitslehre-Technik-Kurs der Europaschule in Wambel haben die bisherigen Macher das Projekt „Helplight“ an den nächsten Kurs der 7. Klasse übertragen.

Zudem gab es auch noch einen 350-Euro-Scheck von der Faitrade-Schülerfirma. Das „Helplight“ ist ein selbst entwickelter Stromspeicher mit integrierter Leuchte und 12-Volt-Steckdose. Gedacht ist der kleine Apparat für Menschen, die in stromlosen Regionen der Welt leben, in diesem Fall in Sambia.

Im September haben sich die Schüler persönlich vor Ort von dem Nutzen ihrer Erfindung überzeugt. Arne Zimmermann und Jan Eckhardt reisten in Begleitung ihrer Lehrerin Heidrun Riedel und sechs Mitgliedern der evangelischen Kirchengemeinde Asseln nach Sambia, um im Ausbildungszentrum der Gemeinde Chodort einen „Helplight“-Workshop durchzuführen. „Mit 20 Einheimischen haben wir zehn weitere ‚Helplights‘ gebaut“, erzählt Eckhardt. Hierbei entstanden zehn weitere Geräte, die bei den Kursteilnehmern in Sambia blieben. Für die Sambier ist es besonders nützlich, dass sie per „Helplight“ auch Handys oder andere Elektronikgeräte aufladen können. „Fast jeder hat ein Handy, aber die wenigsten Zugang zu Strom“, erklärt Zimmermann. „Unsere Phase mit Festnetz haben sie quasi übersprungen.“ Durch das Feedback vor Ort wurden die Schüler darin bestätigt, dass das Projekt weitergeführt werden soll - zukünftig durch den neuen Kurs.

Bei ihrem Ausflug haben die Jugendlichen aber auch die Flora und Fauna des Landes kennengelernt und viel über die fremde Kultur gelernt. „Wir wurden dort mit offenen Armen empfangen“, erzählt Zimmermann. „Auch wenn sie selber nicht viel hatten, haben sie uns immer das Beste gegeben.“

Begonnen hat die Geschichte des „Helplights“ im Herbst 2010, als der Arbeitslehre-Technik-Kurs der Europaschule unter Anleitung des Techniklehrers Michael Schürmann sein Projekt startete. Der Technikkurs hat zunächst begonnen, über die Abhängigkeit vom Strom in der westlichen Welt nachzudenken. Anschließend wurde die meist problematische Stromversorgung der Entwicklungsländer besprochen. Da erneuerbare Energien im Technikunterricht schon früh durchgenommen worden sind, war der Einfall, die Versorgungsprobleme mit Photovoltaik zu lösen, naheliegend. „Von der Idee waren alle Feuer und Flamme“, erzählt Schürmann. Um die Materialien zu finanzieren, sind die Schüler des Kurses zunächst auf Spendensuche durch die Geschäfte der Umgebung gegangen. Im Herbst 2011 konnten schließlich die ersten beiden „Helplights“ an eine Delegation aus Sambia übergeben werden.

Ein Glücksfall war die Auszeichnung des Projektes mit dem Agenda-Siegel der Stadt Dortmund und einem Preisgeld über 2500 Euro. Insgesamt wurden bisher etwa 50 „Helplights“ hergestellt. „Wir hoffen, dass der neue Kurs mit dem gleichen Eifer dabei ist wie wir“, sagt Eckhardt.

Die Schüler suchen noch Sponsoren für das „Helplight“. Obwohl viele Teile günstig im Internet bestellt werden können, muss man pro Gerät doch mit 50 bis 70 Euro Materialkosten rechnen. Infos gibt es im Sekretariat der Europaschule, Am Gottesacker 64, Tel. 56 22 75 10.

Das „Helplight“ kann bis zu 40 Stunden Licht spenden. Die eingebaute supersparsame LED-Lampe entspricht von der Helligkeit her einer 25 Watt Glühlampe. Da das „Helplight“ durch eine externe Solarzelle tagsüber wieder aufgeladen wird, kann es ein guter Ersatz für die gesundheitsschädlichen Petroleumlampen sein. Das „Helplight“ besitzt auch eine 12-Volt-Buchse, durch die man mit einem Adapter Handys oder andere Elektronikgeräte aufladen kann.
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