VRR plant Umstellung der S-Bahn-Takte – DSW21 und Fahrgäste befürchten Schwierigkeiten

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Vor allem an klassischen Umsteiger-Bahnhöfen wie hier am S-Bahnhof Brackel, an dem neben der S 4 auch die Buslinien 420, 422 und 436 Halt machen, drohen Probleme, wenn der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) Ende 2019 die Taktung seiner S-Bahnen-Linien umstellen will. (Foto: Schmitz)
 
Noch verkehren die S-Bahnen, wie hier die S 4 am Halt „Knappschaftskrankenhaus“, an Werktagen tagsüber regelmäßig im 20-Minuten-Takt, aber Ende 2019 könnte sich das laut VRR-Ankündigung ändern. (Foto: Braun)
Dortmund: S-Bahn-Haltestelle Knappschaftskrankenhaus |

Pendler müssen sich in einigen Jahren möglicherweise auf Probleme bei Anschlüssen einstellen: Der VRR will im Dezember 2019 bei den S-Bahnen die Takte von heute alle 20 Minuten auf 15 bzw. 30 Minuten ändern.

Die DSW 21 befürchten Schwierigkeiten bei vielen Busanschlüssen in Dortmund, die auf den bisherigen S-Bahn-Takt (20 Minuten) abgestimmt sind.
Hinsichtlich der S 4, die von Wickede bis Körne auch durch den Dortmunder Osten fährt, werde es aber Zusatzregelungen geben, kündigt der VRR an. „Geplant ist eine Angebotsausweitung zum 15-Minuten-Takt in der Hauptverkehrszeit zwischen Lütgendortmund, Dorstfeld und Hauptbahnhof.“ Dies betreffe allerdings nicht den Bereich zwischen Stadthaus, Körne und Wickede. Dadurch könnten sich für die Nutzer Nachteile ergeben.

„Ich nutze die S-Bahn meist nur privat“, so ein 43-Jähriger. „Daher hab ich keine Probleme, zur Arbeit zu kommen.“ Eine 34-Jährige sagt: „Für Pendler ist das nicht so gut. Hoffentlich können die Stadtwerke die Busse darauf abstimmen.“ „Da ich Rentnerin bin, ist das für mich nicht so schlimm. Pendler könnten aber Probleme haben“, vermutet eine 65-jährige Wickederin.

Die Dortmunder Verkehrsbetriebe DSW 21 sehen die geplanten Veränderungen mit gemischten Gefühlen. „Ein zusätzliches Angebot bedeutet, dass wir zusätzliche Busse benötigen. Nach einer internen Rechnung kommen wir auf einen Bedarf von zusätzlichen 22 Bussen, das entspräche einer Investition von rund 5 Millionen Euro. Der VRR kommt in seiner Rechnung auf einen Anpassungsbedarf von lediglich rund 2 Millionen Euro“, erklärt Britta Heydenbluth von DSW21. Für eventuell anfallende Mehraufwände der kommunalen Verkehrsunternehmen bei der Anpassung bei Bus und Stadtbahnen will der VRR finanzielle Mittel bereitstellen.

Ein Vorteil seien die Änderungen laut VRR, da es sich um einen nachfrageorientierten Takt handle, der in der Hauptverkehrszeit einen 15-Minuten-Takt aufweist und in der Nebenverkehrszeit auf einen 30-Minuten-Takt ausgedünnt werde. Fahrgäste könnten nach der Taktumstellung darüber hinaus von schnelleren Verbindungen profitieren, zudem seien neue Direktverbindungen, beispielweise zwei neue S-Bahn-Linien in Dortmund, geplant. Auch die Nord-Süd-Verkehre sollen gestärkt werden.

Der VRR verspricht sich von der Taktumstellung laut einer Prognose Fahrgästzuwächse von 4,6 Prozent. „Ob dieser Zuwachs tatsächlich eintreten wird, halte ich für fraglich; jedenfalls werden zahlreiche Kunden, die heute zwischen unseren Bussen und der S-Bahn wechseln, nach dem Taktwechsel bei der S-Bahn über die schlechteren Anschlüsse stöhnen“, meint DSW21-Verkehrsvorstand Hubert Jung zu dem Problem.

Geplant sind die Änderungen bereits seit einigen Jahren. Im Auftrag des Ministeriums für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr wurde seit 2012 eine mögliche landesweite Taktumstellung im S-Bahn-System untersucht. Wie der VRR mitteilt, würde eine Taktumstellung im Ballungsraum des Ruhrgebiet zu erheblichen Fahrgastzuwächsen führen.

„Wir müssen uns nun Gedanken machen, wie unser Busnetz auf das S-Bahn-System abgestimmt werden kann, ohne dass alle Verbindungen durcheinanderkommen“, sagt Britta Heydenbluth. Ziel und Treiber der Umstellung ist die Angleichung der Takte an das System des Rhein-Ruhr-Expresses (RRX), der 2019 an den Start geht, so die DSW21.
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