Bundespolitikerinnen besuchten Asylbewerberunterkunft Kapitelwiese

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Kleiderspenden gibt es für die Flüchtlinge an der Kapitelwiese mehr als genug. Allerdings ist nicht alles, was abgegeben wird, auch tatsächlich noch brauchbar. Vor Ort schilderte Ridda Martini (European Home Care, l.) die Situation. Zu Gast waren die Parlamentarische Staatssekretärin Anette Kramme (2.v.l.), der Beigeordneter Peter Renzel und die Bundestagsabgeordnete Jutta Eckenbach.

In zwei ehemaligen Schulgebäuden an der Kapitelwiese in Stoppenberg sind seit Dezember Flüchtlinge untergebracht: Familien in Nr. 35, „Alleinreisende“ - wie es in der Verwaltungssprache heißt - in Nr. 65. Jetzt begutachteten Bundespolitikerinnen die Situation vor Ort.

Wenn über Asylbewerber gesprochen wird, geht es zwangsläufig auch um Geld. Zahlt das Arbeitsministerium, zahlt das Sozialministerium, das Land, die Stadt? Sowohl die Parlamentarische Staatssekretärin Anette Kramme und die CDU-Bundestagsabgeordnete Jutta Eckenbach wie auch Essens Sozialdezernent Peter Renzel hoffen, dass bald eine Klärung durch die Bund-Länder-Arbeitsgruppe erfolgt.
Doch untergebracht und versorgt werden müssen die Flüchtlinge schon jetzt, und was das angeht ist man, das macht Renzel ganz klar, in Essen finanziell an der Grenze der Belastbarkeit angekommen: „Unser größtes Problem ist die Investition in neue Einrichtungen.“

Stadt ist finanziell an der Belastungsgrenze



Beide Gebäude an der Kapitelwiese sind bereits ausgelastet, vor allem mit Menschen aus Serbien aber auch aus Mazedonien und Nigeria. Viele von ihnen beherrschen weder Deutsch noch Englisch oder Französisch. Ein Sprachkurs hat soeben begonnen, geleitet von einer pensionierten Grundschullehrerin, die sich ehrenamtlich engagiert.
Das tun auch zahlreiche Mitglieder im Gremium „Runder Tisch Zollverein“. Die Ehrenamtler versuchen, auf unterschiedliche Weise zu helfen. Viele weitere Bürger sind äußerst großzügig mit Kleiderspenden, allerdings auch, was das Entsorgen von eigentlich unbrauchbaren Dingen betrifft. Peter Renzel: „Wir werden überschüttet mit Kleidung, aber nicht nur guter.“
Wer das Gebäude Nr. 35, in dem Familien untergebracht sind, betritt, sieht zunächst kaum Änderungen gegenüber dem alten Zustand als Schulgebäude. Bis hin zu Türaufschriften wie „Stellvertretende Schulleitung“ ist alles noch da.
In den früheren Klassenräumen allerdings wird mit Raumteilern versucht, den Familien eine gewisse Privatsphäre zu verschaffen. Bis zu zwölf Personen werden pro Zimmer untergebracht. „Einfach, aber proper“, bilanziert Anette Kramme. Ihr Urteil über die Einrichtung fällt insgesamt positiv aus: „Da habe ich schon ganz andere Unterkünfte gesehen.“

Hilfe durch Ehrenamtler vom Runden Tisch Zollverein


Mit Jutta Eckenbach, die gemeinsam mit ihrem SPD-Kollegen Dirk Heidenblut die Staatssekretärin nach Essen eingeladen hatte, geht es durch die Kantine, wo die Bewohner fertig zubereitete und angelieferte Mahlzeiten erhalten, und durch das Spielzimmer für Kinder. Mit einem - viel genutzten - Kicker und einem Fernseher ist es bestückt, gespendete Sofas sollen für ein wenig Behaglichkeit sorgen.
Dem Besucher fällt vor allem der Teppichboden auf, denn alle anderen Räume haben keinen. Und er ist neu.
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1 Kommentar
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Clarissa Strömer aus Essen-Nord | 25.01.2015 | 21:07  
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