Kommunikativer Chor

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Gleichgeschaltet: Maetz-Winterscheidt begleitet ihren Gesang wahlweise mit Klavier oder Akkordeon selbst. Foto: Müller

Tourt Kosmopolitin und Gesangslehrerin Getrud Maetz-Winterscheidt nicht gerade quer durch Europa, macht sie sich abseits der Parteipolitik als Mutter des Marktes einen Namen. Vor kurzem noch sorgte sie für stehende Ovationen in Kroatien, am 25. Oktober lud sie zum Wunschsingen in die Nord-City ein.

„Ich war immer eine Großstadt-Hummel“, verrät Getrud Maetz-Winterscheidt. Urbanität lautet das Schlagwort, doch statt Baustellen, Betonplatten und Bürogebäuden sieht die gebürtige Frankfurterin in der gedrängten Anhäufung von Menschen eine Chance – auf Kommunikation und lebendiges Miteinander. Solche unschuldigen Überlegungen bescherten Maetz-Winterscheidt auch den klangvollen Namen Mutter des Marktes.
„Wo könnte man denn eigentlich in der Innenstadt einen Markt hinstellen?“, fragte sich die Gesangslehrerin im Jahr 2000 nach ihrem Umzug von Frohnhausen ins Ostviertel. Als die Politik sich sperrte, gründete Maetz-Winterscheidt kurzerhand die Bürgerschaft Essen-Stadtmitte. Dank der Bemühungen der Initiative und rund 4.000 gesammelten Unterschriften hat der Markt seit 2008 an fünf Tagen der Woche geöffnet und erblüht als kommunikativer Treff der Innenstadt.

Von früh an

Auch aus der Bürgerschaft erwachsen sind 2001 die Bürgerschaftschöre Essen. „Mit Singen geht es am leichtesten zu kommunizieren“, findet die Sopran-Sängerin. Die Musik wurde Matz-Winterscheidt mit in die Wiege gelegt: Bereits als Neunjährige wurde sie vom Pfarrer angesprochen, nur wenig später folgten die ersten Solo-Auftritte.
Nach dem Abitur studierte Maetz-Winterscheidt an der Folkwang-Hochschule Gesang und besuchte nebenbei das Bischöfliche Kirchenmusikseminar. Danach war sie unter anderem als Referentin in Ost-Berlin tätig und arbeitete Lehrbeauftragte für Gesang an der Universität Essen im Fachbereich Sprachheiltherapie. Seit 1996 hat sie ihr eigenes Gesangstudios im Ostviertel.
Hier unterrichtet sie inzwischen rund 20 bis 25 Schüler im Einzelunterricht. „Die Menschen kommen als Persönlichkeiten zu mir, deshalb muss der Gesang identisch und authentisch sein“ erklärt Maetz-Winterscheidt. Neu in ihrem Programm sind sowohl der Demenz-Chor als auch die innovative, selbst entwickelten Anti-Aging-Übungen für die Gesangsstimme. Durch das Chor-Angebot will Maetz-Winterscheidt dafür sorgen, dass der letzte Abschnitt des Lebens der beste wird.

Durch die ganze Welt

Auch die Chormitglieder, die Maetz auf ihren Reisen begleiten sind nicht bloß junge Hüpfer. In den letzten Jahren tourte die Gruppe unter anderem durch die USA und gab Kirchenkonzerten in New York, Houston, San Antonio, Dallas, Galveston und Mexiko sowie Ungarn und Dänemark. Erst kürzlich besuchte die Chorleiterin Venedig und Pula in Kroatien. In der dortigen Konzerthalle waren die Zuhörer so von Maetz-Winterscheidts Aufführung begeistert, dass es sie nicht länger auf den Sitzen hielt.
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