Der Opernsänger Otto Zedler und andere - Stolpersteine zum Gedenken an homosexuelle Opfer des Nationalsozialismus

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Der Grüne Essener Bundestagsabgeordnete Kai Gehring unterstützt ausdrücklich die geschichtliche Aufarbeitung auch des Terrors der Nationalsozialisten gegen Homosexuelle. Solcher Terror ist ja leider bis heute in nicht wenigen Staaten der Welt noch allgegenwärtig.
 
Die sogenannte "Gleichschaltung" des Staates , seiner Parteien und Organisationen mochte den Nazis gelungen sein. Die Gleichschaltung des Menschen und seiner Sexualität konnte zum Glück weder im "Dritten Reich" noch in den Jahrzehnten danach gelingen.
Essen: Grillo-Theater |

Gegen das Vergessen: Der Grüne Bundestagsabgeordnete Kai Gehring fordert, die Erinnerungskultur in Essen zu stärken

Am Donnerstag (8. Mai) findet eine Stolperstein-Verlegung vor dem Grillo-Theater statt, mit der an die Verfolgung des Opernsängers und Spielleiters Otto Zedler und weiterer Mitglieder des Ensembles durch die Nationalsozialisten erinnert wird. Dazu erklärt Kai Gehring, Essener Bundestagsabgeordneter und Grünen-Politiker:
„Die Schicksale der Verfolgten der Nazi-Diktatur dürfen nicht in Vergessenheit geraten. Ihre Leidensgeschichten mahnen zu einem bewussten Umgang mit der Vergangenheit und zum Widerstand gegen Ausgrenzung in der Gegenwart.
Auch in Essen ist über die Verfolgung Homosexueller während der nationalsozialistischen Diktatur viel zu lange geschwiegen und unzureichend informiert worden. Ich danke daher den Organisatorinnen und Organisatoren des Stolpersteins und des am kommenden Donnerstag (8. Mai) stattfindenden Aktionstages für ihr wichtiges Engagement. Es trägt bei zu einer stärkeren Sichtbarkeit und einem höheren historischen Bewusstsein über diese Verfolgungsgeschichte.
Die Aufklärung über Diskriminierung und den Kampf um Emanzipation kann dazu führen, unsere Gesellschaft liberaler und humaner zu machen. Es bleibt deshalb eine politische Aufgabe, die Erinnerungs- und Würdigungskultur in Essen zu unterstützen und auszubauen. Dazu gehört die Dokumentation der Verfolgung von Schwulen und Lesben sowie ihrer Kultur in Essen genauso wie ihr Kampf um Selbstbestimmung im Nachkriegsdeutschland.“

Stolperstein für Volksschauspieler Otto Zedler

F.E.L.S. - das Forum Essener Lesben und Schwulen" präsentiert im Rahmen der Hirschfeldtage NRW 2014 eine besondere Veranstaltung zu der herzlich eingeladen wird und auch freier Eintritt gilt.

8.05.2014, 17:00 Uhr,
Grillo-Theater, Eintritt frei
„Das sind Volks- und Staatsfeinde!"
Gedenkveranstaltung und Lesung für die 1936 im Rahmen der NS-Aktion gegen Homosexuelle verfolgten Mitglieder der Essener Bühnen. Zur Erinnerung an den Schauspieler, Sänger und Regisseur Otto Zedler und weitere Opfer lesen Ensemblemitglieder aus Gestapo-Vernehmungsprotokollen.
Ansprachen: F.E.L.S., Heimatverein Essen und Theaterleitung Schauspiel Essen

ca. 18:00 Uhr nach der Aufführung vor dem Grillo-Theater:
Stolpersteinverlegung für den Volksschauspieler Otto Zedler mit dem Künstler Gunter Demnig.

18.30 Uhr
Historische schwul-lesbische Stadtführung durch die Essener Innenstadt mit "Blütenfest-Award"-Preisträger Wolfgang Berude.

19.30 Uhr
"Der Schlachtertango" Theaterstück
Michael Grunert erzählt vom Leben eines schwulen Juden
Kleines Theater Essen, Gänsemarkt 42

Bei der Homosexuellenverfolgung - leider keine "Stunde Null"

Zur Veranstaltung hat FELS als Auszug aus dem umfänglichen Werk "Das sind Staatsfeinde"- zur Verfolgung von Homosexuellen an Rhein und Ruhr 1933 - 1945" erschienen im Kölner Emons Verlag, eine kleine lesenswerte Broschüre herausgebracht.
Wolfgang D. Berude, der auch am oben genannten Sammelband mitwirkte, hat für FELS unter dem Titel "Es sind Staats- und Volksfeinde" einige wesentliche Ereignisse des sogenannten "Essener Theaterskandals" dargestellt. Auf Basis des des von Nationalsozialisten 1935 verschärften § 175, der sexuelle Handlungen zwischen Männern unter Strafe stellte, wurden 1936 schließlich über 50 Verhaftungen und Verurteilungen in die Wege geleitet, die auch mit Einlieferungen in Konzentrationslager wie Sachsenhausen, Flossenbürg und Dachau endeten.

In der Broschüre finden wir folgendes Resumee:
" Nach dem Ende der Nazi-Diktatur am 8. Mai 1945 wurde das Schiksal der Betroffenen und ihrer Angehörigen noch jahrzehntelang totgeschwiegen. Eine "Stunde Null" hat es für Menschen, die gleichgeschlechtlich lieben, nicht gegeben. Die Jahre bis 1969 waren geprägt durch Kriminalisierung, Diskriminierung und Ausgrenzung der Lesben und Schwulen, auch in der Stadt Essen. Der von den Nazis verschärfte § 175 StGB wurde erst 1969 novelliert unde bestand fort, bis er nach der deutschen Vereinigung 1994 gestrichen wurde."
Die Veranstalter freuen sich über zahlreiches Erscheinen an diesem Tag.
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