Zwei Spiele, ein Zähler: Rot-Weiss mit 1:1 gegen SV Rödinghausen

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Wie verhext: Mannschaftskapitän Moritz Fritz (re.) kann seinen verschossenen Elfmeter nicht fassen. Cebio Soukou (li.) verpasst im Nachschuss. Fotos: Gohl
 
Marwin Studtrucker (li.) zeigte vollen Einsatz, blieb aber erneut glücklos.

„Fußballgott, wo bist du?“, fragt sich Jan Siewert, Trainer von Rot-Weiss Essen, nach dem heutigen 1:1-Unentschieden seiner Mannschaft gegen den SV Rödinghausen an der Hafenstraße. Ein absolutes Traumtor (73.) bringt Rödinghausen in Führung, ein verschossener Elfmeter schmerzt Rot-Weiss. Erst Abwehrspieler Gino Windmüller rettet per Kopf (78.) den einen Punkt.

Wer weiß, wo Rödinghausen liegt? Niemand? Nähe Lübbecke, ein kurzes Stück über Bielefeld. Viel interessanter ist sowieso, wo der dort beheimatete Sportverein gerade in der Regionalliga-West steht: Auf Rang eins, ein ordentliches Stück über Rot-Weiss Essen. Mit neun Punkten und 9:1-Toren aus zwei Partien reisten die Ostwestfalen ins Ruhrgebiet, werden bereits als Geheimfavorit dieser Spielzeit gehandelt. „Wir hatten die 120 Pokalminuten in den Knochen“, erinnert Jan Siewert an das packende Spiel gegen Düsseldorf, in dem sich der RWE gegen den Zweitligisten erst im Elfmeterschießen geschlagen geben musste. Wie verhext die Torausbeute in der Fußball-Lotterie, nur Mannschaftskapitän Moritz Fritz trifft beim 1:3.

Wie verhext, aber kein Fluch

Wegen seiner tollen Leistung im Pokalspiel wieder von Anfang an im Tor steht Robin Heller, auch die zehn Feldspieler sind die gleichen. Nachdem Düsseldorf am Sonntag große Mühe hatte mitzuhalten, kam mit Rödinghausen ein würdiger Gegner ins Stadion Essen. Die Ostwestfalen wirken frischer, sind gedanklich immer einen Schritt vor den Rot-Weissen. Kapitän Sören Siek prüft in der 20. Minuten gleich einmal Heller, als der ein Stückchen zu weit vor seinem Kasten steht. Sein Schussversuch prallt harmlos vom Gitter der Westtribüne ab. Fünf Zeigerumdrehungen später muss Heller Reflexe beweisen, als Cellou Diallo auf Sinisa Veselinovic spielt, der dann aber direkt auf den RWE-Keeper zieht.
Bis dahin ganz untergetaucht ist Marcel Platzeck, noch glückloser als in den vergangenen beiden Partien wirkt Marwin Studtrucker. „Es war keine gute erste Halbzeit“, gibt Siewert zu. „Viel zu wenig Ballgeschwindigkeit“, attestiert der RWE-Coach unzufrieden. Knapp 30 Minuten ebenfalls völlig abgemeldet ist Dopingsünder und Top-Techniker Cebio Soukou. In zwei Aktionen lässt er kurz sein Können aufblitzen: Vorne umtänzelt er zwei Rödinghausener, hinten rettet er vor Marius Bülter. Schockmoment für die Ostwestfalen ist die 33. Minute, als Studtrucker im 16er fällt und Schiri Andreas Steffens auf den Punkt zeigt. Kann man geben, muss man aber nicht. Moritz Fritz tritt an, er hatte schließlich am Samstag als einziger getroffen – und feuert das Leder gegens Aluminium. Soukous Nachsetzen landet im Toraus. „Moritz macht im Training jeden Elfmeter!“, verzweifelt Siewert. Mit mäßiger Leistung und der verpassten Führung im Gepäck schleichen die Rot-Weissen in die Kabine.

Den Pokal in den Knochen

In Hälfte zwei ist die Müdigkeit noch offensichtlicher, zu keinem Zeitpunkt sehen die 7.212 Zuschauer ein schönes Regionalliga-Spiel. So verstolpert Soukou im Angriff den Ball, ein Rödinghausener spielt einen Fehlpass auf Fritz, der Mannschaftskapitän flankt weit ins Toraus. Ein Fehlpass ist schließlich auch Vorlage für das Traumtor von Sören Siek in der 73. Minute. Mannschaftskapitän Fritz spielt in die Beine von Siek, der wittert nach dem Versuch in Hälfte eins vom Mittelkreis aus seine nächste Chance: Heller ist viel zu weit vorm Tor, die Kugel tupft noch im 16er auf, bevor es 1:0 für Rödinghausen steht.
Jetzt ist Rot-Weiss endlich giftig und drängt die Ostwestfalen in Richtung der tobenden Alten West, doch zu hektisch, zu unüberlegt sind die Bemühungen meistens. Belohnt wird die Offensive fünf Minuten später: Tolga Cokkosan wurschtelt sich durch zwei Verteidiger und Gino Windmüller netzt per Kopf ins lange Ecke zum Ausgleich ein. Mit 1:1 endet die Partie Rot-Weiss gegen Rödinghausen. „Für uns war es erst einmal wichtig, nicht 4:0 zu verlieren“, schmunzelt Mario Ermisch. „Jetzt putzen wir die Nase ab und arbeiten weiter“, nickt der Rödinghausen-Coach zufrieden. „Nächste Woche geht’s weiter, dann wieder im Pokal“, kommentiert Siewert mit versteinerter Miene. Am 22. August sind die Essener um 14 Uhr zu Gast beim Mülheimer SV. Ein erster Pflichtspielsieg wäre sicher nicht verkehrt.
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