Abschied von den Rüttenscheider Seniorenlotsen - Wohlverdienter Ruhestand nach gut zehn Jahren

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Noch einmal schlüpften die Seniorenlotsen in ihr Arbeitsoutfit - für das Foto! Ihr letzter Einsatz war bereits am Ostersamstag.
Essen: Rüttenscheid | Am Ostersamstag haltende Seniorenlotsen bereits ihren letzten Einsatz - am vergangenen Dienstag waren sie nochmal alle eingeladen worden, um sich auch offiziell bei Ihnen zu bedanken! Ein großes Dankeschön für zehn Jahre Einsatz auf der Rüttenscheider Straße - bei Wind und Wetter, bei Regen, Schnee oder Sonnenschein. Die Seniorenlotsen waren jeden Samstag von 10 bis 13 Uhr vor Ort und geleiteten Fußgänger jeden Alters sicher auf die andere Straßenseite.

VON JULIA COLMSEE

„Zusätzliche Sicherheit im Straßenverkehr - gerade zur besonders risikoreichen Marktzeit - das war unser erklärtes Ziel“, blickt Karl-Heinz Webels, Vorsitzender der Verkehrswacht Essen, ins Jahr 2006 zurück. Gemeinsam hatten damals die Verkehrswacht Essen, der Seniorenbeirat der Stadt, die Polizei und das Amt für Verkehrs- und Baustellenmanagement das Projekt „Seniorenlotsen“ aus der Taufe gehoben. Begleitet von großem Medieninteresse fiel am 8. März 2006 der Startschuss für dieses bundesweit einmalige Projekt. Fortan standen sie ausgerüstet mit Warnweste, den passenden Kappen und Kellen aufgeteilt in zwei Schichten auf der Rüttenscheider. Viel haben sie erlebt - in erster Linie Positives. „Es gab kaum jemanden, dem das nicht gefallen hat. Und viele Leute haben uns natürlich auch angesprochen - manche haben sich sogar bedankt“, erinnert sich Joachim von Behr. Einmal wurde er allerdings auch angefahren. „Der Autofahrer wollte wohl nicht anhalten und ist mir dann gegen das Bein gefahren - vier Wochen war mein Knie sehr dick. Er halte doch nicht für nur einen Fußgänger war das Argument des jungen Mannes - naja, was soll ich dazu sagen?“
Jetzt ist Schluss - auf der einen Seite, weil der Nachwuchs an freiwilligen Unterstützern fehlt. „Aber auch, weil die Rüttenscheider Straße einfach sicherer geworden ist“, erklärt Webels. „Wir haben jetzt zwei Zebrastreifen - einen auf Höhe der Emmastraße und einen nahe der Dorotheenstraße. Außerdem wurden ergänzend Schilder und blinkende Warnlichter angebracht!“
Generell seien die Unfallzahlen rückläufig - auch dank der Lotsen, da ist er sicher! „Sie haben hier jahrelang einen wirklich guten und wichtigen Job gemacht!“ Auch Ratsherr Rolf Fliß und IGR-Vorsitzender Dr. Rolf Krane, die zur offiziellen Verabschiedung der Lotsen ebenfalls vor Ort waren, bekräftigten Webels Aussage. „Sie haben hier sicherlich den einen oder anderen Unfall verhindert!“
Ein neues Betätigungsfeld hatte Webels für seine geschulten Lotsen auch direkt im Gepäck. „Wenn die vierten Schuljahre ihr praktische Fahrradprüfung machen, dann fehlt es häufig an Unterstützern, die den Kindern einen sicheren Fahrweg ermöglichen. Da suchen wir eigentlich immer.“
Wie sich die Situation auf der Rüttenscheider Straße weiter entwicklen wird, ist schwer zu sagen. „Solange die Menschen nicht nur die Zebrastreifen benutzen, sondern die Straße da überqueren, wo sie gerade wollen, bleibt ein Risiko!“
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