Immer eine Entdeckungsreise

Anzeige
Geschafft, aber glücklich: Tanja Müller, Tina Oelrich und Anja Jones haben ein tolles Straßenfest organisiert. Foto: Henschke
 
Alles mit „Schiefen-Gag“. Die höchst kreativen und sehr begehrten Gewinne der Tombola. Foto: Henschke

Bereits zum 16. Mal Straßenfest am Schiefenberg - es gab wieder so einiges zu entdecken

Der Blick ist ein wenig fragend: „Und wer seid ihr jetzt genau?“ Der Schiefenberg lädt ein zum alljährlichen Straßenfest. Man könnte es auch Sommerfest nennen, was sich bei dem durchwachsenen Mistwetter aber irgendwie verbietet.

Zeitweise schüttet es wie aus Eimern, aber das improvisierte Zeltlager im „Blinddarm“ der Heidhauser Straße besteht seine Feuer- äh, Wassertaufe mit Bravour. Doch dann der Ruf: „Denkt an die Gewinne, schützt die Preise!“ Sofort stellen sich Ralf und Richard mit Planen und Schirmen als „Leibwächter“ auf, um den Clou des Abends vor dem Regen zu schützen. Denn wenn eines im Schiefenberg Tradition ist, dann der Gedanke an die gute Tat. Da wird für den guten Zweck gespendet, da werden Lose verkauft, es gibt bei der Tombola Kreatives, Leckeres, Witziges zu gewinnen: Der Beutel „Schiefen-Bag“ war schon im Vorjahr der Renner, die Marmeladen, nun ergänzt durch die Risottomischung „Schiefen-Snack“ und das selbst gefertigte Schneideholz „Schiefen-Brett“. Dieses hat es den Anwesenden besonders angetan, ohne solch ein Unikat möchte nun wirklich keiner nach Hause gehen.

Stolze Summe für den guten Zweck

Die Nachbarinnen Anja Jones, Tanja Müller und Tina Oelrich haben wieder ein stimmiges Fest auf die Beine gestellt, bei dem nichts zu kurz kommt. Da ist der Seniorentisch, der sich immer größerer Beliebtheit erfreut und wo man genau die Ohren spitzen sollte, denn hier gibt es (eben doch nicht) längst Vergessenes zu erlauschen. Die kulinarischen Versuchungen übertrumpfen sich, da gibt es extrem kreative Salate, Dips vom Feinsten, eine süß-scharfe Dattel-Creme, auch die Kuchen sind ein Gedicht. Inzwischen schon Kult ist die Kaffeemaschine auf der Ladefläche des Pickups. Die Würstchen munden vorzüglich, hier hat sich Ortsmetzger Kurt Hohnwald wieder großzügig gezeigt. Da der Erlös der Feier wieder einem guten Zweck zukommt, spendete er eifrig. Nicolas steht unbeirrt am schicken Grill, flucht über den Regen und flachst: „Im nächsten Jahr gibt es dann das Schiefen-Boot.“ Für das Wetter kann ja keiner, es tut der Stimmung auch keinen Abbruch, das Fest endet spät, sehr spät. Der Kassensturz beim ebenso traditionellen gemeinsamen Frühstück am Folgetag sorgt für fröhliche Gesichter: Die stolze Summe von 670 Euro kann verteilt werden für gleich drei guten Taten: Der Werdener Saubermann pflegt unseren Stadtteil, der Verein „Menschenmögliches“ tut Gutes mit seinen Schirmherren Henning Baum und Nelson Müller, das christliche Hospiz Werden begleitet auf dem letzten Gang.

Der mit dem Hai taucht

So ein Straßenfest auf Heidhauser Höhen ist aber immer auch eine kleine Entdeckungsreise. Da sind die vielen Kinder, die sich nach und nach ihre Straße erobern. Waghalsig mit dem Roller auf große Fahrt gehen, gut beschützt durch einen farbenprächtigen Helm und die wachen Augen der Eltern. Kaum sind die „Kleinen“ in die Höhe gewachsen, ist schwupps auch schon das nächste Baby da. Das übernächste ist auch schon unterwegs…Die jetzt schon fast Großen summen umher, sind kaum zu fassen. Wohin solch eine frühe Ausprägung von Entdeckermut führen könnte, war unlängst sogar im Fernsehen zu beobachten. Da stellte sich ein Schiefenberger vor, der mit Weißen Haien taucht. Wahnsinn! Zurzeit ist der Knabe übrigens in Indonesien. Andere haben sich den Iran vorgeknöpft, berichten von einer erstaunlichen Reise. Spannendes Thema auch die Versuche des Nachwuchses, sich in der noch fremden Welt der Erwachsenen zurecht zu finden. Doch Entdeckungen gibt es auch im ganz Kleinen, im absoluten Nahbereich: „Und wer seid ihr jetzt genau?“ Das sind die neuen Nachbarn, die nach und die Fäden aufnehmen, Gesichter zueinander und zum entsprechenden Haus zuzuordnen lernen. Da sind aber auch die nicht immer lustigen Entdeckungen, wenn man sein betagtes Haus kernsaniert und von einer Überraschung in die nächste gerät. Aber man gibt die Hoffnung nicht auf, Land ist in Sicht, das neue Heim wird wunderschön. Und spätestens beim nächsten Fest am Schiefenberg weiß man längst ganz genau, wer da zu wem gehört...
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.