„Dann aber Prost Mahlzeit“

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SPD-Politiker Daniel Behmenburg besuchte die Arbeiterwohlfahrt Werden. Foto: Henschke
 
So ernst war es beileibe nicht immer: Daniel Behmenburg bei der AWO. Foto: Henschke

Bezirksvertreter Daniel Behmenburg im lokalpolitischen Gespräch bei der AWO Werden

Es war eine Art „Heimspiel“ für den SPD-Politiker Daniel Behmenburg. Der Bezirksvertreter besuchte die AWO Werden zu einem lokalpolitischen Gespräch. In freundschaftlicher Atmosphäre beisammen, wurde dennoch hart diskutiert.

Denn die Arbeiterwohlfahrt als Fürsprecher der Schwachen in unserer Gesellschaft legt nur zu gerne die Finger in die Wunden. Oft waren sich die Anwesenden einig, doch besonders beim Verkehrskonzept gab es kräftigen Gegenwind. Als Vorsitzender der SPD-Fraktion im Stadtbezirk IX erläuterte Daniel Behmenburg aktuelle Themen und Entwicklungen im Bezirk und in der Partei. Er berichtete vom Tod des Kettwiger AWO-Vorsitzenden Harald Neef und stellte kurz den neuen SPD-Ortsvorsitzenden Peter Allmang vor.


Nahverkehrskonzept

Große Aufmerksamkeit fanden die Erläuterungen zum neuen Nahverkehrskonzept. Die Linie 180 wird zukünftig nicht mehr durch Heidhausen und Fischlaken fahren, sondern auf direktem Weg Richtung Werden und von dort aus weiter nach Kettwig, so dass eine direkte und zügigere Verbindung entsteht. Die Verhandlungen mit der EVAG haben ergeben, dass zukünftig ein kleiner Quartiersbus mit 28 Plätzen eingeführt wird, der durch Fischlaken und Heidhausen fahren soll. Die Fahrzeiten sollen so angepasst werden, dass eine nahtlose Verbindung mit den Werdener S-Bahnen gegeben ist. Noch unklar ist, wie und ob die Kellerstraße und der zukünftige EDEKA Markt mit angebunden werden können. Leider entfällt dann der Anschluss an die Papiermühle, was den Unmut einiger Werdener auf sich zog. Daniel Behmenburg ist selbst eifriger Nutzer des ÖPNV und kritisierte die katastrophalen Zustände in der Linie S6, immerhin eine sehr intensiv genutzte Verbindung. Es mangelt an Pünktlichkeit, Durchsagen und Toiletten in den Zügen, daher wird die SPD der Bahn eine Anfrage zusenden.

Geschäftesterben

Das Geschäftesterben vor Ort war ein heiß diskutiertes Thema. Es fängt damit an, dass man für den Kauf eines Knopfes bis in die Innenstadt fahren muss. Als sehr schmerzlich empfinden besonders die älteren Mitglieder der AWO den Verlust des kleinen Aldi Ladens in Werden. Man konnte diesen zu Fuß erreichen, was nun leider nicht mehr der Fall ist. Älteren Menschen können nun oftmals nur noch mit Hilfe von Verwandten und Freunden einkaufen gehen, büßen somit einen großen Teil ihrer Lebensqualität ein. Man war sich einig: Diese Entwicklung ist kurzsichtig und sehr bedauerlich, da man so lange wie möglich ein selbständiges Leben führen möchte. Ein weiterer negativer Aspekt der „ausgelagerten“ Geschäfte ist die schlechte Anbindung. Somit erhöht sich wiederum das Verkehrsaufkommen, welches ja eigentlich eher reduziert werden sollte. In Kettwig gibt es dieses Problem fehlender Anbindung der Märkte an den ÖPNV ebenfalls. So mancher scherzte mit bösem Galgenhumor: „Zukünftig werden wir zum Einkaufen wohl einen Tagesausflug einplanen müssen.“

Leidiges Thema Verkehrskonzept

Das leidige Thema Verkehrskonzept Essen-Werden erhitzte die Gemüter. Daniel Behmenburg bemühte sich, für das Konzept zu werben. Er sprach von der Umgestaltung des Rathausplatzes und der Verlagerung der Stickstoffemissionen hin zur Werdener Brücke. Doch trotz dieser engagierten Ausführungen konnten sich viele der Anwesenden nicht vorstellen, dass dieses neue Verkehrskonzept etwas Positives hinter sich herziehen wird. Da wurde die große Parkplatznot bemängelt, die sich dann gewiss noch weiter zuspitzen werde, ebenso der Wegfall einer Bushaltestellenbucht. Auch gab es große Befürchtungen, dass die jetzt schon verstopften Werdener Nebenstraßen nur noch voller würden. Parkplatzmangel und erhöhtes Verkehrsaufkommen entstehen allerdings zu einem großen Teil durch die Verdichtung in Fischlaken und Heidhausen, also Abriss alter Häuschen und stattdessen großer Neubauten: „Sei es Scheppener Weg, Aloisstraße, Bernhardstraße, Fischlaker Straße, Leanderbank, Am Lünink und Grüne Harfe. Rechnet man dies alles zusammen, dann aber Prost Mahlzeit!“

Abschließend resümierte Daniel Behmenburg: „Es war ein spannender Nachmittag mit konstruktiven Fragen und Anregungen, einem fairen Umgang miteinander und ein absolut herzlicher Empfang. Da komme ich gerne wieder!“ Am 30. März steht der Besuch der für den Landtag kandidierenden Janine Laupenmühlen und des aktuellen Landtagsabgeordneten Peter Weckmann ins Haus.
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1 Kommentar
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Olaf Hagemeyer aus Essen-Werden | 08.02.2017 | 09:50  
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