Das Recht des Stärkeren?

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Entspannt: Durch temporäre Halteverbotsschilder fließt der Verkehr in der Dückerstraße. Foto: Henschke
 
Hier soll eine behindertengerechte Querungsmöglichkeit Sicherheit geben. Foto: Henschke

Die brenzlige Verkehrssituation in der Dückerstraße ist immer noch nicht entschärft


Ach, wenn doch immer jemand umziehen würde! Halteverbotsschilder weisen darauf hin, dass der rechte Streifen frei bleiben soll für den Möbelwagen. Sofort atmen Werdens Autofahrer auf: Die Dückerstraße ist für einen kurzen Moment so zügig befahrbar wie sonst nie!

Das Problem ist längst bekannt: Die Straße ist stark durch den ruhenden Verkehr belastet. Die parkenden Autos erzeugen eine Verkehrssituation, die keinen Begegnungsverkehr mehr ermöglicht und auch keine Ausweichmöglichkeiten anbietet. Diese Strecke ist eine Prüfung für die Augen, den Wagemut und das Nervenkostüm der Autofahrer. Die Dückerstraße ist quasi einspurig. Autofahrer, die von der Heckstraße einbiegen, haben also oft Gegenverkehr auf dieser sehr beliebten Wegverbindung. Da heißt es oft nur „Augen zu und durch“, das Recht des Stärkeren wird überstrapaziert. Anwohner trauern den „paradiesischen Zeiten“ hinterher, als durch eine Baumaßnahme im Umfeld bedingt, Halteverbotsschilder jede Menge Ausweichmöglichkeiten brachten.

Unhaltbar und gefährlich

Die jetzige, unhaltbare und gefährliche Situation soll schon länger entschärft werden. Die CDU-Fraktion in der Bezirksvertretung IX hatte beantragt, die Verwaltung um eine Planung zur Entschärfung der aktuellen Verkehrssituation zu bitten. Patrick Widmaier erläuterte: „Wir schlagen versetztes Parken in der Dückerstraße vor, so dass Verkehrsflächen für den Begegnungsverkehr freigehalten werden. Dadurch wird der Verkehrsfluss verbessert.“ Das zuständige Amt sieht aber die Vorschläge der BV als „nur schwer und mit hohem finanziellem Aufwand umsetzbar“. Die Beschilderung müsse geändert werden, das gegenläufige Fahren gestalte sich problematisch. Um die aktuelle Situation zu entschärfen, wurde angeregt, die Parkregelung zu ändern.

Der alte Friedhof

Ersatz für die dann wegfallenden Parkplätze - im geplagten Werden fast schon eine „Sünde“ - könnte nach Wunsch der BV-Fraktion am alten Friedhof in schräger Aufstellung geschaffen werden. Der Friedhof existiert laut einer Urkunde bereits seit 1103, wurde aber vor 140 Jahren wieder aufgegeben. Übrig geblieben sind verwitterte Grabsteine und die himmlische Ruhe, die gerade die älteren Werdener nur zu gerne unter den mächtigen Bäumen sitzend genießen.
Ratsfrau Marina Schürmann hält nichts von der Idee, hier Parkplätze zu erstellen: „Durch die Werdener Bevölkerung würde ein Aufschrei gehen, wenn Teile des Friedhofes zum Parken genutzt würden.“ Das befürchtet auch Hanslothar Kranz: Er werde nicht zustimmen, wenn Friedhofsflächen in Anspruch genommen werden müssten. SPD-Sprecher Daniel Behmenburg wollte erst die Stellungnahme der Verwaltung abwarten, denn der Denkmalschutz ziehe sich vom Friedhof bis zum Fahrbahnrand, soweit er wisse. Das müsse doch erst geklärt werden. Diesen Denkmalschutz bestätigte das Amt, inwiefern hier bauliche Veränderungen erfolgen könnten, müsse noch geprüft werden.

Querungshilfen

Der Werdener Bürger-und Heimatverein hatte im März 2015 beantragt,
eine behindertengerechte Querungsmöglichkeit der Dückerstraße vom Friedhof zur Dudenstraße zu schaffen. Hintergrund ist, dass hier besonders viele alte Menschen und Kinder passieren, denn es gibt etliche Objekte des Betreuten Wohnens und gleich zwei Kitas in unmittelbarer Nähe.
Das Amt für Straßen und Verkehr wurde um eine entsprechende Prüfung und Stellungnahme gebeten und antwortete: Die Bordsteine müssten auf Fahrbahnniveau abgesenkt werden, Markierungen vorgenommen werden.
Geschätzte Kosten sind pro Übergang rund 3.500 Euro, die von der BV getragen werden müssen. Die Bezirksvertretung bewilligte auch Mittel für zwei Querungshilfen. Doch zunächst müsse die brenzlige Verkehrssituation entschärft werden.
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