Fremde sind Freunde, die man noch nicht kennt

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Herzlich Willkommen: Mit Flaggen und einem Plakat würdigten die Anwesenden 20 Jahre die irisch-deutsche Jugendbegegnung.
 
Alle vereint: (v.li.) Ulli Schneider, Patrick Höfmann, Brigitte Christiansen, Tanja Trant, Alexis Küpper, Lukas Veutgen, Anthony Coacolan, Paddy Malone, Melanie Höfmann, Christine Höfmann und Rose Ndumba (vorne).
Ein Land lernt man nur dadurch kennen, wenn man es bereist und mit den Menschen in Kontakt kommt. Damit Schülerinnen und Schüler diese Möglichkeit geboten werden kann, wurde vor genau 20 Jahren der Schüleraustausch mit dem Neighbourhood Youth Projekt (NYP) in Irland ins Leben gerufen. Seit diesem Zeitpunkt haben Schüler beider Länder die Chance das jeweils andere Land kennen zu lernen und ganz besondere Freundschaften zu schließen.
„Das Schöne an dem Austausch ist die Beidseitigkeit der Begegnung“, erklärte Ulli Schneider, Sozialpädagoge und Leiter der Jugendbegegnung an der Schule. „Beide Seiten, also die deutschen und die irischen Schülerinnen und Schüler, erleben ein intensives Miteinander, arbeiten an Projekten, beteiligen sich an sportlichen Aktivitäten und lernen auch mit Konflikten umzugehen, die daraus erwachsen, weil zwei unterschiedliche Nationen aufeinander treffen. Teilnehmen an dem Austausch können Schülerinnen und Schüler jeweils ab der neunten Klasse. Da es immer nur ein begrenztes Kontingent an Plätzen gibt, wird stark darauf geachtet, dass eine gleichmäßige Verteilung der Plätze erfolgt.“
Veranstaltet wurde die Jubiläumsfeier im Schülercafé TREFF und neben ehemaligen Teilnehmerinnen und Teilnehmern sowie den Initiatoren beider Seiten waren auch der erste Bürgermeister der Stadt Essen, Rudolf Jelinek (SPD) und Brigitte Christiansen, Bildungsreferentin der Jugendbildungsstätte in Welper, Kooperationspartner der Jugendbegegnung, anwesend.
„Zu dem besonderen Erlebnis überbringe ich die besten Grüße der Stadt Essen“, begann Jelinek. „ Es freut sehr zu sehen, dass sich junge Menschen aus unterschiedlichen Kulturen kennen und schätzen lernen und zueinander eine Brücke bauen. Kultur und Bildung verbindet und weltweit und auf diesen Eckpfeilern wird ein Verständnis untereinander geschaffen. Vor allem in der jetzigen Zeit ist es wichtig, dass man weltoffen und tolerant ist, was 20 Jahre irisch-deutsche Jugendbegegnung eindrucksvoll unter Beweis stellen.“
Nach dem ersten Bürgermeister der Stadt Essen richteten auch Julia Gajewski, die Schulleiterin der Gesamtschule Bockmühle, Regina Bier, Lehrerin im Haus und wie ihr Kollege Ulli Schneider Leiterin der Jugendbegegnung sowie Fergus McCabe, ehemaliger Leiter des NYP, ein paar Worte an die Zuhörerschaft. Dieser war mit Kollegen anlässlich der Feierlichkeit für ein paar Tage nach Essen gereist.
„Die Verbindung über die zwei Jahrzehnte mit Deutschland und den deutschen Schülern war immer ein wichtiger Faktor. Es war bisher immer eine tolle Sache, aber auch nicht immer einfach: Vor allem wenn den ganzen Tag Aktivitäten auf dem Plan standen und die Betreuer am Abend nur müde ins Bett fallen wollten, die Jugendlichen aber lieber die ganze Nacht unterwegs sein wollten“, witzelte McCabe. „Neben den Schülern haben auch die Mitarbeiter und Lehrer viel gelernt und meiner Meinung nach spiegelt der Austausch das wider, was Europa momentan am nötigsten braucht: Toleranz, Respekt und gegenseitiges Verständnis.“
Um den offiziellen Teil ein wenig aufzulockern, gab es zwischen den Reden kurze Gesangseinlagen in typisch irischer Manier: Mit Gitarren und einer Geige wurden dann Whiskey in the Jar, aber auch Marmor, Stein und Eisen bricht zum besten gegeben.
Im Anschluss konnten die Anwesenden gemütlich beisammen sitzen, sich beim eigens für das Fest angerichteten Buffet unterhalten oder sich alte Fotos von den jeweiligen Austauschen ansehen.
„Ich war damals 2012 beim Austausch dabei“, erläutert auch die ehemalige Teilnehmerin Tanja Trant. „Ich habe mich sehr auf das Wiedersehen mit alten Freunden gefreut und auch an das Gefühl, das ich damals beim Austausch hatte, kann ich mich noch gut erinnern: Durch die täglichen Workshops, die wir alle zusammen gemacht haben sind wir uns alle sehr nahe gekommen und auch Freundschaften sind entstanden. Und auch wenn man sich in Irland mal nicht sprachlich verständigen konnte, so haben es am Ende dann Hände und Füße gerichtet. Auch der Besuch in der Gastfamilie hat viel gegenseitig zum kulturellen Verständnis beigetragen. Ich finde es toll, dass es diese Jugendbegegnung mit Irland immer noch gibt und dass weiterhin Jugendliche die Möglichkeit haben solche Erfahrungen zu machen.“
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