Integrationslotsen helfen Einwanderern sich in der neuen Heimat zurecht zu finden

Die Integrationslotsen und ihre Begleiter freuen sich auf den Einsatz ab Januar.
  • Die Integrationslotsen und ihre Begleiter freuen sich auf den Einsatz ab Januar.
  • hochgeladen von Laura da Silva

15 Integrationslotsen mit bulgarischen und rumänischen Wurzeln wurden innerhalb von vier Wochen in 60 Unterrichtsstunden von der AWO ausgebildet.

„Die Lotsen sollen die Brücke für die Menschen sein, denen unser System noch völlig fremd ist. Besonders wichtig ist dabei, dass sie die Fähigkeit haben mit den Menschen zu kommunizieren, da sie ihre Sprache sprechen. Das macht das Verständnis sehr viel leichter. Diese begleitende Tätigkeit und vor allem die Hilfe beim Übersetzen ist der aller erste Schritt in die Integration“, sagt Sozialdezernentin Karin Welge.

Die Integrationslotsen werden ab Januar in die Stadtteile geschickt, um vor Ort den Neuzugewanderten bei sozialen, sprachlichen, beruflichen, schulischen und kulturellen Schwierigkeiten zu helfen. Die Hilfe wird auf die jeweilige Familie oder die jeweilige Person individuell abgestimmt. „Integration soll nicht nur ein Wort sein, sondern gelingen“, so Welge. Und im ersten Schritt sollen die Lotsen die Brücken für ein gutes Miteinander bauen.

„Ich möchte anderen helfen sich hier zurecht zu finden. So wie ich es auch lernen musste.“
Rares Petrika Hiemesch, Integrationslotse

Nach einer anspruchsvollen Ausbildung bei Martina Leßmann von der AWO Gelsenkirchen/Bottrop, bei der die Lotsen zum Beispiel Wichtiges zu interkultureller Kommunikation, den Angeboten der Stadtverwaltung oder über das Gesundheitssystem lernten, haben sie nun ihre Zertifikate erhalten und freuen sich sehr auf ihre bevorstehenden Aufgaben. „Wir haben so viel gelernt und ich habe mich in diesen Wochen sehr weiterentwickeln können. Es fühlt sich gut an, dass ich jetzt anderen Menschen helfen kann“, erzählt die 23-Jährige Sabine Dorothy Pakurar, die rumänische Wurzeln hat, aber in Deutschland geboren und aufgewachsen ist.

Rares Petrika Hiemesch ist erst vor drei Jahren von Rumänien nach Deutschland gekommen und kann bereits einwandfrei Deutsch sprechen. „Ich weiß wie schwer es ist die Heimat zu verlassen und in ein fremdes Land zu gehen, darum möchte ich anderen helfen.“ Nachdem er die Schule hier bereits beendet hat, bewirbt sich Hiemesch momentan für eine Stelle als Elektriker.

Der jüngste Lotse ist gerade mal 19 und seit knapp zweieinhalb Jahren in Deutschland, dem Schüler Alexandru-Mihai Bamboi ist es besonders wichtig Vorurteile abzubauen und ein gutes Vorbild zu sein. „Ich möchte zeigen, dass nicht alle Rumänen die hier hinkommen Mist machen und stehlen. Darum möchte ich auch anderen Menschen aus meiner alten Heimat helfen in Deutschland positiv aufzufallen.“

Bereits im März wurden die ersten Integrationslotsen für Gelsenkirchen ausgebildet und im Januar soll voraussichtlich schon die nächste Runde von Helfern in die Ausbildung starten.

Autor:

Laura da Silva aus Gelsenkirchen

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