Eppmannsweg: Lass die Leute reden...

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Gelsenkirchen: Eppmannsweg |

Große Aufregung herrschte am Eppmannsweg, nachdem ein 59-Jähriger Mann und sein 42-jähriger Stiefsohn von Anwohnern des Kindesmissbrauchs beschuldigt wurden.

Kindern das Gesicht abgewischt

Grund für den Unmut ist der Kontakt, den der 59-Jährige seit einigen Wochen zu einem zehnjährigen Mädchen und ihrem Bruder (3) pflegt und der von den Anwohnern argwöhnisch betrachtet wird. Als der Mann und sein Stiefsohn die beiden Kinder mit in ihre Wohnung genommen hatten, brachte das das Fass zu überlaufen. „Nach unseren Ermittlungen hatten sich die Kinder beim Eisessen bekleckert. Die Männer sind dann mit ihnen in die Wohnung gegangen, um ihnen das Gesicht abzuwischen“, erklärte der stellvertretende Polizeipräsident Klaus Noske gegenüber der Presse.

Keine strafrechtlich relevanten Hinweise

Besonders wichtig ist es ihm in diesem Zusammenhang, dass die Ermittlungen bis gestern keinerlei strafrechtlich relevante Hinweise ergaben. „Gegen die Männer liegt absolut nichts vor. Entgegen der vielen Gerüchte, die bisher über die Männer verbreitet wurden, stellen sich die Fakten für uns völlig anders dar. Und auch die gestrige Befragung der Kinder durch eine psychologisch-geschulte Kollegin hat ergeben, dass für die Kinder in ihrer eigenen Wahrnehmung keinerlei Gefahr bestand“, so Noske.

Polizei bemüht sich um Deeskalation

Bei den Szenen, die sich dann vor dem Haus am Eppmannsweg abspielten, kann einem schon Angst und Bange werden. Aufgebrachte Anwohner haben hier seit Mittwoch täglich Stellung bezogen, um die beiden Männer öffentlich an den Pranger zu stellen und Sanktionen zu fordern, während die Polizei um Deeskalation bemüht war. Auch zu Sachbeschädigungen am Haus sei es nach Polizeiangaben bereits gekommen.

Bis zu 150 Menschen vor dem Haus

„Zuerst hatten sich etwa 40 Personen vor dem Haus versammelt, am nächsten Abend etwa 150 Menschen. „Für uns liegt das Hauptaugenmerk darauf, die Anwohner über unsere Ermittlungen aufzuklären, aber auch entsprechend Präsenz zu zeigen. Denn was wir auf keinen Fall wollen, ist eine weitere Eskalation und Selbstjustiz, in welcher Form auch immer.“

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