Klönen und Spielen - Familienzentrum lädt in die „Griffbereit“-Gruppe ein

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In der "griffbereit"-Gruppe spielen Lena, Elif und Liam (v.l.) gemeinsam und mit ihren Müttern. (Foto: Gerd Kaemper)
Gelsenkirchen: Familienzentrum Rotthausen |

Mütterzeit – schöne Zeit. Mama kann sich auf ihre Kleinen konzentrieren und ... fühlt sich manchmal ganz schön allein und kraftlos. Besonders wenn sie noch nicht lange in der Stadt lebt und die Sprache nur unzureichend spricht. Damit Migrantinnen-Mütter nicht auf sich allein gestellt sind, gibt es das Programm „griffbereit“.

Der Duft von frischem Kaffee, Stimmen und Lachen von Frauen und kleinen Kindern weisen freitags im Familienzentrum den Weg in die „griffbereit-Gruppe“.
Janine Broja sitzt mit der Polin Barbara und ihrer Tochter Lena, der Türkin Kevser mit Elif und Julia mit Töchterchen Edda auf dem Teppich. Sie haben Musikinstrumente aus einer Kiste geholt und spielen mit den Kleinen. Elif schaut skeptisch. Sie interessiert sich eher für den zweijährigen Liam und greift nach dessen Ärmel.

Von der Mutter zur Betreuerin

Janine Broja leitet die Gruppe seit fünf Jahren. Sie ist eine der Elternbegleiterinnen, die von GeKita und der RAA Gelsenkirchen für diese Arbeit in einem Fortbildungszeitraum von einem Jahr geschult und begleitet wurden. „Dabei war ich ursprünglich selbst ‚nur‘ Mutter in der Gruppe“, erzählt die gelernte Bürokauffrau.

Im Hintergrund unterhalten sich zwei Mütter auf türkisch. „Das ist eine Gewohnheit“, sagt Kevser Kacar in fast akzentfreiem Deutsch. Sie ist seit einem halben Jahr in der Gruppe und war auch mit ihrem ersten Kind hier integriert. Sie weiß, dass es hier genau darum geht, Eltern mit und ohne Zuwanderungsgeschichte mit ihren Kindern im Alter zwischen ein und drei Jahren zusammenzubringen. Nicht nur für die Kinder ist es dabei förderlich, wenn deutsch gesprochen wird.

Frühkindliche Entwicklung fördern

Zum Programm „griffbereit“ selbst erklärt Janine Broja: „Griffbereit fördert die frühkindliche Entwicklung durch konkrete kleinkindgerechte Aktivitäten und schafft eine wichtige Grundlage zum Erwerb von Sprachkompetenz.
In der Gruppe spielen, singen und malen Kinder und Erwachsene miteinander, denn das Programm ist auch ein Elternbildungsprogramm: In der Gruppe erfahren Eltern, wie sie ihre Kinder ungezwungen, aber regelmäßig in entwicklungsfördernde Kommunikations- und Sprachspiele verwickeln können.
Durch ‚griffbereit‘ kommen Kleinkinder aus Familien mit Zuwanderungsgeschichte schon sehr früh mit der deutschen Sprache in Kontakt.“
Im Familienzentrum treffen sich regelmäßig sechs bis zehn (vorwiegend) Mütter mit ihren unter dreijährigen Sprößlingen und der Elternbegleiterin.

Lisa, die Mutter von Liam kommt ebenfalls seit einem Jahr in die Gruppe. „Für Liam ist das mal eine Abwechslung, nicht immer nur Spielplatz“, sagt sie. Ihr selbst gefällt es, sich hier mit anderen Müttern über Erziehungsfragen austauschen und sehen zu können, wie sich die anderen Kinder entwickeln. „Man vergleicht ja doch“, lacht sie, „besonders, wenn man das erste Mal Mutter ist.“

Ältere Geschwister in der KiTa

Die meisten Mütter in der Gruppe haben schon Kinder, die hier die Tagesstätte besuchen. Der jüngste in der Runde ist übrigens Ensar Efe. Der Kleine ist erst vier Monate alt. Seine Mutter Selma kommt aber schon seit drei Monaten hierher. Zwar nicht jede Woche, aber die Gruppe ist ihr wichtig. Sie war auch schon mit Efes Bruder hier. „Das war gut“, meint sie, „der Große hat hier gelernt, wie man teilt.“
Teilen wollen Lena und Liam im Moment ihre Musikinstrumente nicht. Julia Hempowitz lacht: „Manchmal müsste hier Oropax ausgegeben werden.“
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