„Wandel is‘ immer“

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Prof. Dr. Stefan Goch, Heinz Feige, Herbert Dwors und Gerd Rehberg erinnerten sich im Gespräch mit Lars Tottmann an den Knall von Gelsenkirchen im Jahr 1966. (Foto: Gerd Kaemper)
Gelsenkirchen: vivawest |

Frank Goosen eröffnete das Programm der12. Gala der WirtschaftsinitiativeGelsenkirchen im Foyer der Vivawest-Hauptzentrale auf Zeche Nordstern, indem er sich selbst als Profiteur des Strukturwandels outete. Denn er gab offen zu: „Ich werden 50 Jahre alt und habe in meinem Leben noch nie richtig gearbeitet und habe es auch nicht mehr vor. Ich erzähle aber gern meinen Kindern wie man hier früher malocht und gelebt hat in Zeiten von Kohle und Stahl. Damals eben....“

Und damit traf er genau das Thema, denn die Wirtschaftsinitiative hatte den „Knall von Gelsenkirchen“, der im Jahr 1966 erfolgte als bekannt wurde, dass mit Graf Bismarck die modernste Zeche der Region stillgelegt werden sollte. Seitdem hat sich in Gelsenkirchen vieles verändert, denn nach dem Zechensterben folgte das der Stahlindustrie.
In seiner Begrüßung erklärte der Vorsitzende der Wirtschaftsinitiative, Roland Hundertmark, dass man nicht nur wieder zurück auf Nordstern sei mit der Gala, sondern noch dazu auch an einer Location, „die wie gemacht ist fpr das heutige Thema“. Dem konnte der Geschäftsführer von Vivawest Wohnen, Ralf Giesen, nur zustimmen: „Dies ist ein historischer Ort und ein Symbol des Wandels.“
In Erinnerung gebracht wurde die „gute alte Zeit“ durch Filmeinspieler von Frank Bürgins „Zeitlupe“ und Moderator Lars Tottmann, der sich zu den jeweiligen „Epochen“ die passenden Gesprächspartner auf die Bühne holte.
Und wer kann besser Auskunft geben zum Beginn der Zechenschließungen als Zeitzeugen, die davon selbst betroffen waren? Gerd Rehberg als ehemaliger Steiger und späterer Bürgermeister, Heinz Feige als ehemaliger Gewerkschaftssekretär der IG BCE, Herbert Dwors, der bis zu ihrer Schließung auf Zeche Graf Bismarck tötig war und Prof. Dr. Stefan Goch erinnerten sich an die schwarzen Fahnen, die durch Gelsenkirchen wehten. Aus heutiger Sicht bezeichnen nicht nur die Zeitzeugen das damalige Geschehen als Subventionsbetrug, bei dem Stilllegungsprämien vom Staat kassiert wurden.
Mit Oberbürgermeister Frank Baranowski plauderte Tottmann darüber, wie es weiter geht mit Gelsenkirchen und ob die Puste ausreicht, um im fortwährenden Dauerlauf des Wandels mitzuhalten. Das Stadtoberhaupt gab sich gelassen: „Gelsenkirchen hat bewiesen, dass der Wandel geht und wir sind inzwischen Profis in Sachen Dauerlauf. Düsseldorf kann jeder, da muss man nicht mehr kreativ sein. Hier kann man gestalten und verändern und darum macht es Freude hier zu arbeiten.“
Was Gelsenkirchen kann bewies dieHasseler Schreberjugend, die seit 1956 mit ihren Showbeiträgen für gute Laune und Abwechslung sorgt und das allen Mühen des Wandels zum Trotz. Für ihren Beitrag unter Leitung von Dieter Wagner gab es vom Publikum sogar Standing Ovations.
Weitere Erfolgsmodelle made in Gelsenkirchen präsentierte Lars Tottmann mit dem von Gelsenkirchen aus international operierenden „Rolls raus Riesen“ Roller und der Unternehmerin Tessa Tessner, der Firma Zinq - Voigt und Schweitzer und ihrem Geschäftsführer Lars Baumgürtel sowie dem Schalker Sportpark und Martin Rinke.
Mit einer 125-jährigen Geschichte ist Zinq . Voigt und Schweitzer der Senior unter den drei genannten Unternehmen und bezog im Jahre 1967 seinen Stammsitz An den Schleusen in Gelsenkirchen. Seit 1982 gibt es den Schalker Sportpark und verriet: „Gelsenkirchen wird nicht langweilig“. Der Roller Möbeldiscounter befindet sich im Familienbesitz der Familie Tessner und seit 1989 in Gelsenkirchen. Tessa Tessner verriet, dass man sich auf noch viel mehr Roller in Gelsenkirchen freut.
Zum Abschluss erfreute Frank Goosen noch einmal mit Einblicken in seiner Familiengeschichte, aber auch vielen Fußballerlebnissen, allerdings hauptsächlich mit den anderen Blau-weißen aus Bochum.
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Herbert Lödorf aus Gelsenkirchen | 14.02.2016 | 07:25  
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