Die A 52 kommt mit Tunnel - Baubeginn in Gladbeck aber wohl erst im Jahr 2025

Mit einem Großaufgebot an Mitarbeitern wartete der Landesbetrieb "Straßen.NRW" bei der Info-Messe in der Stadthalle auf. Doch das Interesse der Gladbecker Bürger an neuen Informationen betreffs des Ausbaus der B 224 zur A 52 auf Gladbecker Stadtgebiet hielt sich überraschenderweise arg in Grenzen.
  • Mit einem Großaufgebot an Mitarbeitern wartete der Landesbetrieb "Straßen.NRW" bei der Info-Messe in der Stadthalle auf. Doch das Interesse der Gladbecker Bürger an neuen Informationen betreffs des Ausbaus der B 224 zur A 52 auf Gladbecker Stadtgebiet hielt sich überraschenderweise arg in Grenzen.
  • hochgeladen von Uwe Rath

Gladbeck. Das Thema "Ausbau der B 224 zur Autobahn A 52" spaltet seit Jahren die Gladbecker Stadtgesellschaft. Am Donnerstag, 6. September, wagte der Landesbetrieb "Straßen.NRW" einen Schritt nach vorn und lud zu einer "Info-Messe" in die Stadthalle an der Friedrichstraße ein. Doch das Bürgerinteresse hielt sich zumindest zum Auftakt arg in Grenzen.

Vorgestellt wurde auf einer Vielzahl von Schautafeln das gesamte A 52-Projekt im Bereich zwischen dem Autobahnkreuz Essen-Nord (Anschluss an die Autobahn A 42) und dem Übergang der derzeitgen B 224 in die A 52 auf Gelsenkirchener Stadtgebiet. Aufgeteilt in drei Bauabschnitte soll die B 224 auf einer Gesamtlänge von 7,6 Kilometer zu einer mehrspurigen Autobahn ausgebaut werden. Die Gesamtbaukosten sollen dabei nach aktuellen Einschätzungen bei 266,9 Millionen Euro liegen. Der Löwenanteil in Höhe von 129 Millionen Euro entfällt auf den dritten Bauabschnitt ab dem Autobahnkreuz in Höhe Wittringen bis nach Buer.

Gesamtbaukosten liegen bei 266,9 Millionen Euro

Wenn alles nach Plan verläuft, werden zunächst aber die Pläne für die ersten beiden Bauabschnitte ab dem Autobankreuz Essen-Nord bis zum Autobahnkreuz Wittringen umgesetzt. Anhängig sind aber alleine für den genannten Bereich rund 3.000 Einwendungen, die noch allesamt abgearbeitet werden müssen. Falls es zu keinen unvervorhergesehenen Verzögerungen kommt, könnten die Bauarbeiten im Jahr 2021 beginnen, sollen im Jahr 2025 beendet sein. Erst anschließend sollen dann die Arbeiten zwischen dem Autobahnkreuz Wittringen und Buer in Angriff genommen werden. Bei der Frage nach der geplanten Bauzeit für den dritten Bauabschnitt hüllten sich die Vertreter von "Straßen.NRW" in beharrliches Schweigen. Hinter vorgehaltener Hand wurde jedoch eine Bauzeit von bis zu zehn Jahren gehandelt.

Für die Gladbecker von nahezu existentieller Wichtigkeit scheint nach wie vor die Frage nach dem "Volltunnel" zu sein. Und schenkt man den Ausführungen der Fachleute von "Straßen.NRW" Glauben, so ist eben der fast 1,5 Kilometer lange Tunnel zwischen Phönix- und Grabenstraße "in trockenen Tüchern". Ausschlaggebend für den Tunnelbau ist in erster Linie die Umweltverträglichkeitsstudie, die eigens in Auftrag gegeben wurde. Der Tunnel schneidet hier unbestritten als "Nummer 1" ab, allerdings dicht gefolgt von der ungeliebten Galerie-Lösung. Aus Umweltgründen faktisch als undenkbar verworfen wurde die Trassenführung durch das Gebiet der Heege zwischen Butendorf und Gelsenkirchen.

Volltunnel wäre für Gladbeck ein "Gewinn"

Die Planer sind sich einig, dass der Tunnel für Gladbeck ein Gewinn wäre. Denn auf dem Tunneldeckel würden Freiflächen entstehen und zudem die aktuell fehlende Verbindung der Stadtmitte mit Butendorf geschlossen werden. Dieser "Lückenschluss" könnte sowohl in Höhe der Horster Straße als auch in Höhe des Freibades und des Stadion erfolgen. Mithilfe einer 3D-Visualisierung wurde auf einer großen Leinwand der geplante Verlauf der Autobahn dargestellt und so konnten die Besucher auch einen virtuellen Blick in die Zukunft werfen.

Die von "Straßen.NRW" vorgetragenenen Infos wurden allerdings von den Ausbau-Gegnern direkt vor Ort angezweifelt und mit Gegenargumenten bedacht. So wurde das präsentierte Zahlenmaterial als "überaltert" bezeichnet. Vertreter des "Bürgerforum Gladbeck" verteilten auch direkt am Eingang zur Info-Messe eigene Informationshefte an die Besucher.

"Straßen.NRW" verspricht weiter "frühzeitige Informationen"

"Straßen.NRW" sicherte zu, auch künftig die Gladbecker Bürger frühzeitig über die nächsten Schritte zu informieren. Auch will man bewusst den engen Austausch mit der Öffentlichkeit suchen. Sobald alle Planänderungen und Ergänzungen in die Unterlagen des Planfeststellungsverfahren für den Bereich zwischen der A 42 und der A 2 eingearbeitet sind, die neuen Unterlagen erneut veröffentlicht werden. Diese Offenlage ist für das Frühjahr 2019 geplant.

Man darf auf das Interesse bei den Bürgern gespannt sein. Denn der Besucherandrang bei der "Info-Messe" in der Stadthalle hielt sich zumindest am Anfang doch arg in Grenzen.

Autor:

Uwe Rath aus Gladbeck

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