Stadt Gladbeck reagiert und wird Satzungen ändern: Hochwasser-Müll wird doch kostenlos entsorgt

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Dieses Foto von Hans-Albert Bystron aus Zweckel gaben den Anstoß: Künftig wird der "ZBG" allen aufgrund von Überschwemmungen anfallenden Unrat entsorgen. Hiervon ausgenommen bleiben Farbe und Lacke sowie Bauschutt. Die entsprechenden Satzungen sollen schnellstmöglich geändert werden. (Foto: Bystron)
Gladbeck: Stadtgebiet |

Gladbeck. „Der ZBG wird bei künftigen Hochwasserschäden, die wir uns alle nicht wünschen, zusätzliche Sperrmülltermine anbieten und dabei auch Restabfälle, die im Zusammenhang mit dem Hochwasser stehen, mitnehmen. Dies gilt ab sofort.“ erklärt Bürgermeister Ulrich Roland.

Damit reagiert Gladbecks Stadtoberhaupt auf die Kritik von Hans-Albert Bystron aus Zweckel, der sich im LOKALKOMPASS darüber beschwert hatte, dass sich der "Zentrale Betriebshof Gladbeck" (ZBG) geweigert hatte, bei der vereinbarten Sperrgutabfuhr allen Unrat mitzunehmen, der beim Aufräumen des überfluteten Kellers eines Hauses an der Winkelstraße nach den Starkregenfällen angefallen war.

Damit nun eine entsprechende Entsorgung aber doch möglich ist, müssen allerdings die entsprechenden Satzungen geändert werden. Darauf weisen Stadt und ZBG hin.

„In einer solchen Situation muss die gesamte Stadtgesellschaft zusammen stehen, deshalb werden wir eine Lösung finden, die den Betroffenen schnell und unbürokratisch hilft und die einzelnen Gebührenzahler nur geringfügig belastet,“ sind sich Bürgermeister Roland und ZBG-Betriebsleiter Heinrich Vollmer einig.
Insbesondere in Zweckel, Butendorf und Brauck standen nach den letzten starken Regelfällen etliche Keller unter Wasser. Um den betroffenen Bürgern eine rasche Entsorgungsmöglichkeit ihrer Kellereinrichtungen und Elektrogeräte zu bieten, hat der ZBG in der Tat sofort reagiert und die täglichen Sperrmülltermine deutlich erhöht. Zudem wurden an den vergangenen beiden Samstagen Sondertermine für die Abfuhr von Sperrmüll vereinbart.

Natürlich haben die Wassermengen aber eben nicht nur Möbel und Elektrogeräte beschädigt. Auch beschädigte oder durch Nässe unbrauchbare Kleinabfälle müssen nun entsorgt werden. Die städtische Tarifsatzung sieht zwar eine gebührenfreie Entsorgung von sperrigen Abfällen, nicht aber von Restabfällen vor – auch nicht, wenn sie durch Hochwasser entstanden sind.

Sofortmaßnahmen beschlossen


Vor diesem Hintergrund wollen Stadt und ZBG die Abfallwirtschaftssatzung und Abfall-Tarifsatzung nun kurzfristig ändern. Die Kosten der Entsorgung der Restabfälle, die aufgrund von Überschwemmungen bei extremen Wetterereignissen entstehen, würden danach vom allgemeinen Gebührenhaushalt getragen. Die Festlegung, wann ein solches Extremwetterereignis vorliegt, will die Stadt dann anhand objektiver Daten, unter anderem des Deutschen Wetterdienstes, treffen.

Um den Service bereits jetzt weiter zu verbessern, haben Stadt und ZBG zudem aber folgende Sofortmaßnahmen festgelegt:

1. Der ZBG bietet bei Extremwetterlagen zusätzliche Sperrmülltermine an.

2. Zum Sperrmüll gestellter Restabfall einschließlich Papier/Pappe, Verpackungen wie Styropor wird in diesen Fällen ohne Berechnung zusätzlicher Gebühren sofort mitgenommen.

3. Bis zu einer Neuregelung über die Satzung trägt diese zusätzlichen Kosten die Stadt.

4. Für die Entsorgung des Sonderabfalls, wie zum Beispiel Farben und Lacke, kann der ZBG Sondertermine durch den Umweltbrummi anbieten. Für Bauschutt können individuelle Lösungen mit dem ZBG oder privaten Entsorgern vereinbart werden. Diese Abfälle dürfen nicht mit den gleichen Fahrzeugen wie der Sperrmüll und die Restabfälle entsorgt werden.

ZBG-Chef Vollmer sagt zu, dass die aktuell noch ausstehenden Abfahrten schnell abgearbeitet werden.

Für Entsorgungswünsche oder weitere Fragen stehen die Mitarbeiter des ZBG unter der Tel. 02043-992799 zur Verfügung.
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4 Kommentare
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Robert Giebler aus Gladbeck | 22.06.2016 | 18:50  
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Klaus Omlor aus Gladbeck | 22.06.2016 | 22:48  
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Robert Giebler aus Gladbeck | 23.06.2016 | 07:01  
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Klaus Omlor aus Gladbeck | 23.06.2016 | 21:48  
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