Heike Merkel macht Teddys zum Liebhaben für Liebhaber

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Die Hattinger Künstlerin Heike Merkel mit zwei ihrer Lieblingsteddys, ihrer Mal-Palette, zwei ihrer neuesten Dosen-Kreationen und einem Buch (vorne), in dem sie einige Bilder ihres Lieblingshobbys, der Malerei, zusammengestellt hat. Foto: Römer

Vielfältig wie das Leben: Heike Merkel gehört nicht zu den Menschen, die einfach nur die Hände in den Schoß legen. Sie macht irgendwie immer etwas: Familie natürlich, gerne Tennis, am liebsten Malerei und momentan am allerliebsten Teddys. Und genau die sind es, die so vielfältig sind wie sie.

Kunst interessierte die Hattingerin immer schon. „Ich wollte sogar Kunst studieren“, sagt sie, „aber meine Eltern waren dagegen. Ich sollte etwas Richtiges lernen.“
Dann über Umwege. Zunächst machte sie also eine Ausbildung zur Justizangestellten beim Amtsgericht Essen, später wechselte sie in die freie Wirtschaft. Und dann – endlich – nahm sie privaten Malunterricht.
„Über mehrere Vorstufen der Malerei wie Seiden- und Keramikmalerei kam ich zum klassischen Malen. Als ursprüngliche Autodidaktin nahm ich zehn Jahre Malunterricht bei anerkannten Mallehrern. Weitere Workshops und Seminare folgten in den darauffolgenden Jahren“, blickt sie zurück.
Seit 2005 stellt sie regelmäßig aus – beispielsweise ganzjährig in der Nordseeklinik Borkum und seit 2010 hat sie eine ständige Ausstellung in Österreich – und gibt inzwischen selbst viele Kurse.
Die Hattinger kennen Heike Merkel vor allem von der „Lebenden Kunst“ an der Ecke Große/Kleine Weilstraße her. Dort hat die gebürtige Essenerin mittlerweile die Organisation übernommen und dort stehen inzwischen auch einige ihrer Teddys in einer Vitrine.

An allem sind die Schwestern schuld...

Teddys? „Ja“, lacht sie. „Daran sind meine Schwestern schuld, die mich in einen gemeinsamen Teddy-Kurs gedrängt haben. Heute bin ich sehr froh. Mit den Teddys habe ich einen wunderbaren, entspannenden Ausgleich zu allem anderen. Und Teddys muss man doch einfach lieb haben, oder? Die verbindet man doch mit seiner Kindheit. Ich hatte als Kind auch einen. Puppen mochte ich nicht, da hatte ich sogar wegen deren Augen Angst vor.“
Liebevoll beschreibt die 56jährige, wie so ein Teddy – je nach Größe – in bis zu 20 Stunden entsteht: „Bei der Herstellung, da drückt man den Teddy die ganze Zeit an die Brust. Das schafft eine emotionale Verbindung, so dass es mir schwer fällt, mich von meinen Teddys zu trennen. Mir gefallen die Teddys am besten, die so eine lange Nase haben. Sie entstehen wie alle anderen auch nach Schnittmustern. Die mache ich nicht selbst. Das würde mir zu viel, wenn ich damit auch noch anfinge. Dafür habe ich meine eigene Quelle. Zunächst schneide ich die Schnitte aus, laminiere sie und schneide den Stoff entsprechend. Erst werden die so entstandenen Einzelteile zusammengesteckt, dann per Hand zusammengenäht. An der Nähmaschine geht so etwas nicht. Man guckt sich den Teddy ja mindestens tausendmal an, ob er schön ist und alles gut zusammen passt. Schließlich wird er mit einer speziellen Watte gestopft. Soll der Teddy stehen, bekommt er Granulat in Bauch und Füße. Ganz zum Schluss wird der Kopf aufgenäht. Dann kommt für mich das Schönste überhaupt: die Augen und die Nase. Die Nasen werden gestopft und sind alle unterschiedlich. Allein dafür habe ich einen eigenen Kurs belegt. Und jeder Teddy hat einen anderen Gesichtsausdruck.“

Mit Teddys das Kindsein zurückholen

Der Stoff für einen solchen Teddy ist Mohair, Alpaka, manchmal gewachst wie bei einem Igel, er ist glatt, kurz oder gekräuselt – und erst die vielen unterschiedlichen Farben!
Manche der Teddys von Heike Merkel sind „Themen-Bären“, treten also als Rocker an oder als Koch, Arzt oder Maler. Gerne setzt sie die flauschigen Sympathen in „Ensembles“, also beispielsweise mit einer Staffelei, auf einen kleinen Roller, auf ein Motorrad, oder, oder, oder.
Kein Wunder also, dass allein die Materialkosten oftmals gut und gerne in den dreistelligen Bereich gehen. Heike Merkel: „Aber ich mache ja eigentlich auch keine Teddys für Kinder, sondern mehr für Liebhaber, die sich als Erwachsene ein bisschen Kindsein zurückholen.“
Mit wieviel Spaß die Hattingerin an ihre Teddys geht, zeigen nicht nur die „Endprodukte“ mit ihrer ganzen Liebe zum Detail: „Ich kann irgendwie nicht aufhören damit. Selbst in den Urlaub nehme ich meine Materialien mit.“ Trotzdem, schätzt sie, „schaffe“ sie im Jahr nicht mehr als 20 Exemplare, die alle bewegliche Gliedmaßen haben: „Aber ich produziere ja keine Teddys, sondern fertige sie mit viel Liebe an. Mein Haupt-Hobby ist und bleibt die Malerei. Und dafür habe ich inzwischen auch meinen Beruf aufgegeben.“
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