Mit Motivation und Fleiß

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Larissa Maier (rechts) hilft den Teilnehmern beim Erlernen der deutschen Sprache. Neben dem Schreiben gehört auch das Lesen, Verstehen und vor allem Reden zu den Kursinhalten.
Während die meisten Jungen und Mädchen es als lästige Pflicht empfinden, die Schulbank zu drücken, ist es in Hattingen derzeit für 17 Flüchtlinge eine große Freude, in einem speziellen Kurs der Volkshochschule die deutsche Sprache zu erlernen.

Einer von ihnen ist Mohamad. Der 24-Jährige ist vor sechs Monaten mit seinem Bruder nach Deutschland gekommen. „In meiner Heimat Syrien war ich als Elektro-Ingenieur tätig“, berichtet er in noch gebrochenem Deutsch. Nach einigen Kursstunden ist er aber bereits in der Lage, sich vorzustellen, gezielte Fragen zu formulieren sowie die Warenauszeichnungen im Supermarkt zu lesen.
Abdullah, 49-jähriger Familienvater, hingegen fühlt sich noch nicht richtig sicher, antwortet lieber in Englisch als in Deutsch. Doch die Motivation, die Sprache zu lernen und sich somit besser in seinem neuen Aufenthaltsort verständigen zu können, ist vorhanden. „Alle Teilnehmer sind sehr motiviert und fleißig, sie machen schnell Fortschritte“, bestätigt Larissa Maier, Dozentin der Vhs, die den Kurs leitet, an dem Flüchtlinge aus Syrien, Marokko, Kurdistan, Pakistan und dem Kosovo teilnehmen.

„Seit Mitte Juli lernen die 17 Flüchtlinge im Rahmen des ,Vorbereitungskurses für Deutsch 1‘ die neue Sprache“, so Petra Kamburg, Leiterin der Vhs Hattingen. „Das Land NRW hat kurzfristig eine halbe Millionen Euro zur Verfügung gestellt, damit Volkshochschulen und andere Weiterbildungs-Einrichtungen zusätzliche Sprachkurse für Flüchtlinge anbieten können.“ Und die Vhs Hattingen gehöre zu denjenigen Einrichtungen, die den Zuschlag für einen Kurs erhalten haben.
„Der Kurs umfasst insgesamt 100 Unterrichststunden und ist in Hattingen so angelegt, dass die Teilnehmer danach nahtlos an einen regulären Vhs-Kurs ,Deutsch als Fremdsprache‘ teilnehmen können“, erklärt Kamburg. Diese Kurse seien stark nachgefragt und würden immer aus dem regulären Etat der Vhs finanziert werden. „Der Zuschlag des Landes für den zusätzlichen Kurs war hilfreich und kostendeckend“, freut sich die Leiterin der Hattinger Vhs. Sowohl die Lehrkraft als auch das Lehrmaterial und die Fahrtkosten für die Teilnehmer konnten davon bezahlt werden, erläutert Torben Agethen, der die Teilnehmer des Kurses im Auftrag der Vhs zusätzlich betreut.

„Frau Maier ist eine tolle Lehrerin, wir haben schon sehr viel gelernt“, sind sich Jevin aus Syrien und Soulaiman aus Marokko einig. Beide sind vor einigen Monaten alleine nach Deutschland geflüchtet, während ihre Familienangehörigen in ihren Geburtsorten bleiben mussten. „Ihre Heimat und auch die Gründe für ihre Flucht spielen in dem Kurs keine Rolle“, so die Dozentin. „Alle haben das Ziel, die Sprache zu lernen. Daher helfen sie sich und arbeiten zusammen.“
Neben dem Sprechen sind auch das Verstehen, Lesen und Schreiben wichtige Kursinhalte. „Zum Abschluss des Kurses steht eine Prüfung an“, so Maier. „Wer besteht erwirbt damit ein Zeugnis über das Sprachniveau B1.“ Doch auch schon jetzt profitieren die Teilnehmer. Besonders Naim aus dem Kosovo weiß das Erlernte sinnvoll zu nutzen. „Ich bin mit meiner Frau, meinen beiden Kindern und der Familie meines Bruders hierher gekommen“, erzählt der 35-Jährige. „Alles was ich lerne, bringe ich danach auch unseren Kindern bei.“ Zusätzlich würde er durch gezieltes Fernsehgucken und Gespräche versuchen, mehr Sicherheit im Umgang mit Deutsch zu bekommen.

„Für uns ist es wichtig zu sehen, dass die Arbeit fruchtet und wir helfen können, die Frauen und Männer in das städtische Leben zu integrieren“, so Kamburg.
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