Serie "Die Stadt macht's" (2): Thema Grünpflege

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Sandra Werner und Patricia Solano-Röhle am Busbahnhof. Foto: Pielorz
 
Ali Amer und Al Allazad Alauddin in der Roonstraße. Foto: Pielorz
Hattingen: Stadtbetriebe |

Der zweite Teil der Serie „Die Stadt macht’s“ beschäftigt sich mit der Grünpflege.
Überall grünt und blüht es in der Stadt. Dafür sorgen die 38,5 Stellen mit ihren Mitarbeitern (nicht alle arbeiten Vollzeit) in der Grünpflege, die sich nicht nur um das Blühen, sondern auch um das Säubern kümmern. Grünanlagen wollen schließlich gepflegt sein, Sträucher und Bäume benötigen in gewissen zeitlichen Abständen einen Pflegeschnitt. Und das macht ziemlich viel Arbeit.

Sandra Werner und Patricia Solano-Röhle sind seit vielen Jahren Mitarbeiterinnen bei der städtischen Grünpflege. „Ich mache das schon seit 28 Jahren“, sagt Patricia Solano-Röhle. Keine Vollzeitstelle, genauso wenig wie bei Sandra Werner. Sie ist seit zehn Jahren dabei. Aktuell haben die beiden Damen gerade die Rosen am Busbahnhof zurück geschnitten. Sie sind übrigens auch für die Bepflanzung an der Stadtmauer und den Pflanzbeeten zuständig. Bürgerkontakt haben sie dabei reichlich. Manchmal sehr angenehmen, manchmal auch nicht. „Man spricht uns oft an und erklärt uns, an welchen Stellen im Stadtgebiet es schlimm aussieht. Und manchmal bekommen wir auch Tipps, wie wir unsere Arbeit machen sollen. Oder man erklärt uns, dass wir das gerade ganz falsch angehen. Es kommt auch vor, dass Hundebesitzer ihre Vierbeiner direkt durch die Pflanzbeete schicken. Da sage ich dann aber auch mal ganz freundlich ein paar Worte, denn das macht einfach viel Arbeit. Jede Blumenzwiebel kommt von Hand in die Erde und soll ja mit ihrer Blüte den Bürger und die Gäste unserer Stadt erfreuen. Da muss das doch nicht sein, dass man die Tiere durch die Beete schickt“, findet Patricia Solano-Röhle.

Bei Wind und Wetter unterwegs

Bei jedem Wetter sind die Frauen unterwegs. Bücken gehört zu den häufigsten Tätigkeiten – im Winter gibt es Winterdienst, im Sommer bei schweißtreibenden Temperaturen ist es auch nicht immer angenehm. Jeden Morgen gibt es eine Dienstbesprechung und dann wird die Arbeit festgelegt. Um 8 Uhr geht es dann los. „Wir lieben unsere Arbeit und schlechtes Wetter gibt es eigentlich nicht. Wir sind es ja gewöhnt und es muss gemacht werden“, so Sandra Werner. Von allen Mitarbeitern in der Grünpflege gibt es übrigens nur fünf Frauen.
Wünschen würden sich die beiden städtischen Mitarbeiterinnen aber auch mal ein Dankeschön der Bürger. Das gilt übrigens auch für die anderen Mitarbeiter, die im Dienste der Sauberkeit und Pflege unterwegs sind. Ali Amor und Al Azad Aluddin gehören auch dazu. Sie schneiden an der Roonstraße gerade die Sträucher. „Ich komme in die Zeitung? Da habe ich noch nie drin gestanden“, strahlt Ali Amor. Seit 25 Jahren ist er bei der Stadt. „Ich liebe Unkraut“, verkündet er im Brustton der Überzeugung und zupft hier, jätet dort. Hecken schneiden, Verkehrsinseln frei halten, Baumscheiben pflegen und sogar Denkmäler freischneiden, gehören zu seinen Aufgaben. „Im Winter mache ich ab 5 Uhr morgens Winterdienst, im Sommer geht es ab sechs Uhr los. Wenn wir keinen richtigen Winter haben, dann muss ich um 7 Uhr anfangen.“ Oft ist er bei seinen Arbeiten allein unterwegs. Diesmal aber nicht, denn Al Azad Aluddin hilft ihm. Er kommt aus Bangladesch, ist ein Flüchtling und ist seit September 2014 in Deutschland, spricht aber noch kaum Deutsch. „Das macht mir nichts“, strahlt Ali. „Wir verstehen uns“ und er lacht in Richtung Al Azad Aluddin, der sofort reagiert und irgendetwas von „sehr nettem Mann“ erzählt. Freundschaftlich gehen die beiden Männer miteinander um und irgendwie merkt man, dass sie sich wirklich verstehen.
Am S-Bahnhof werkeln Thomas Chudarski und Günter Altmann. Auch sie sind mit dem Rückschnitt von Hecken beschäftigt, müssen mulchen. Beim Überlegen, wo es immer besonders schlimm aussieht, fällt ihnen sofort Welper ein. „Das ist da beim Penny in Welper. Da liegt auch immer viel Müll rum.“
In einem sind sich alle Mitarbeiter einig: Sie wünschen sich von den Bürgern Wertschätzung ihrer Arbeit und Verständnis dafür, dass man auch nicht immer überall sein kann. Und wenn jeder seinen eigenen Müll wegräumen würde, dann gäbe es auch weniger Aufräumarbeiten für die städtischen Mitarbeiter. Arbeiten, die manchmal übrigens ganz schön eklig sind.
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