Sven Christer Scholven: Auf zu neuen Aufgaben

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Sven Christer Scholven verlässt Hattingen nach vier Jahren. Foto: STADTSPIEGEL-Archiv
Hattingen: St. Peter und Paul |

Kaplan Sven Christer Scholven verlässt in Hattingen die Kath. Pfarrei St. Peter und Paul. Seit dem 10. Juni 2012 versah er hier seinen Dienst. Jetzt hat Bischof Franz-Josef Overbeck den 38jährigen mit Wirkung zum 1. September zum Pastor und Subsidiar ernannt. Verbunden sind damit neue Aufgaben und eine Wohnung in der Pfarrei St. Barbara in Mülheim.

"In Hattingen hatte ich eine ereignisreiche und lehrreiche Zeit", zieht der gebürtige Bochumer im Gespräch mit dem STADTSPIEGEL Bilanz. "Ich hatte hier eine richtig gute erste Stelle und mit Pfarrer Langendonk einen exzellenten Mentor, von dem ich viel gelernt habe und der mich hat machen lassen."
Schwerpunkt seiner Aufgaben hier in Hattingen war - wohl seinem Alter geschuldet - neben den anderen seelsorgerischen Tätigkeiten vor allem die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Eine Herausforderung nennt er das, aus der er viel in sein neues Tätigkeitsfeld mitnehme.
Seit Anfang Januar ist er auf einer halben Stelle Referent für Messdiener im Bistum Essen. Zudem wird Sven Christer Scholven ein Studium zum Kirchenrecht in Münster aufnehmen und wurde dafür vom Dienst freigestellt. In seinem "weltlichen" Leben hatte er bereits Jura an der Ruhr-Universität Bochum studiert, aber wegen seines Wunsches, Priester zu werden (der STADTSPIEGEL berichtete ausführlich), dieses kurz vor seinem juristischen Examen abgebrochen.

Vorfreude aufs Studium des Kirchenrechts in Münster

Sven Christer Scholven: "Ich freue mich sehr auf mein Studium in Münster. Dort werde ich mich zwei Tage in der Woche aufhalten und währenddessen im Priesterseminar wohnen."
Für Sven Christer Scholven heißt Preister zu sein, Menschen in den Alltäglichkeiten des Lebens zu begleiten - bei Eheschließungen, Taufen, dem Tod und der damit verbundenen Begleitung der trauernden Angehörigen.
Was er in Hattingen festgestellt hat: "Ich bin mit sehr großer Offenheit empfangen worden - selbst von solchen, die Kirche gegenüber kritisch eingestellt sind. In Hattingen gibt es, so habe ich kennengelernt, ein aufrichtiges Interesse an Kirche und qualifizierter kirchlicher Begleitung. Als Amtsträger kann man mit seiner Person bei den Menschen unglaublich stark Kirche und Glauben beeinflussen. Auch diese Erkenntnis nehme ich aus Hattingen mit."
Wichtig ist dem künftigen Studenten, "dass Menschen, die sich sonntags eine Stunde Zeit für den Gottesdienst nehmen, bereichert nach Hause gehen. Dazu muss man als Priester die Menschen mögen und sich auf ihre unterschiedlichen Charaktere einstellen können. Ich habe hier gelernt, dass es sich lohnt, den Menschen aufmerksam zuzuhören und daraus ein hohes Interesse an Kirche und christlichem Glauben zu generieren. Allerdings weiß ich nicht, ob wir als Kirche alles aus diesem,Pfund' herausholen, was möglich ist. Wir müssen Position beziehen zu gesellschaftlichen Problemen und Hilfe bei der Lebensbewältigung anbieten, Menschen mehr Wert schätzen, die sich Zeit für Kirche nehmen. Dazu zählen auch Messdiener in ihrer ja vollkommen durchgetakteten Woche als Schüler, im Sportverein oder auch in kirchlicher Arbeit etwa bei den Pfadfindern."
Nach ihm werde wohl kein Kaplan mehr nach Hattingen kommen, vermutet Sven Christer Scholven angesichts der aktuell verschwindend geringen Zahl von Priesterweihen. Aber er ist überzeugt: "In Hattingen habe ich viele junge Menschen kennengelernt, die sich selbst leiten und eigenverantwortlich handeln können. Mir ist es, glaube ich, besser als meinem Vorgänger gelungen, dass sich die jungen Leute nicht im Stich gelassen fühlen, wenn für mich kein Nachfolger kommt. Sie werden auch ohne Leitung zurecht kommen."
Am Sonntag wird Sven Christer Scholven nach der Eucharistiefeier um elf Uhr in der Pfarrkirche St. Peter und Paul verabschiedet. Anschließend gibt es einen kleinen Mittagsimbiss mit geladenen Gästen im Pastor-Schoppmeier-Haus.
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