Weihnachtsmarkt am Kirchplatz auch als Modell ein Hingucker

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Pünktlich zum verkaufsoffenen Sonntag können die Hattinger nicht nur Frau Holle bewundern, sondern auch ein Miniaturmodell vom nostalgischen Weihnachtsmarkt auf dem Kirchplatz. Der Hattinger Werner Eggers hat es gebastelt und es steht im Durchgang vom Alten Rathaus. Foto: Biene
Hattingen: Kirchplatz |

Wer dieser Tage durchs Alte Rathaus schlendert, wird unvermittelt vor einem der Schaufenster stehen bleiben: Hier befindet sich der nostalgische Weihnachtsmarkt vom Kirchplatz im Mini-Format!

„Gebastelt“ hat ihn der Hattinger Werner Eggert. Schon Anfang des Jahres habe er damit angefangen, erzählt er beim Besuch in der STADTSPIEGEL-Redaktion. Mit Unterbrechungen war er mit der Arbeit Anfang April fertig.
„Eigentlich hat das alles ganz anders begonnen“, schmunzelt der frühere Maschinenbaumeister mit den geschickten Händen. „Ich bin Mitglied bei Merlin, dem Verein zur Förderung von Kindern in Hattingen, in dem man Patenschaften für Hattinger Kinder übernimmt, Zeit und anderes für sie aufwendet. Kurz und gut: Als wir mit unserer Bude auf dem Weihnachtsmarkt standen, habe ich mir überlegt, unseren Frauen eine Freude zu machen. Da habe ich unsere Hütte in der Größe sieben mal sieben Zentimeter aus Pappe nachgebaut. Das kam sehr gut an.“
So gut, dass noch eine Hütte dazu kam und noch eine und noch eine. „Leidtragender“ der Aktion war übrigens sein Sohn. Denn bei der Materialsuche hatte sich herausgestellt, dass Pizza-Kartons ideal für den Budenbau waren – und einer musste die Pizzen schließlich essen...
Irgendwann überlegte sich Werner Eggert, dass er ja auch gleich alle Buden vom Kirchplatz bauen könne – mit all ihren Unterschieden.
Als das geschafft war, ergab sich, dass ein Kirchplatz oder besser der Hattinger Kirchplatz ohne Kirche und Bäume ja auch irgendwie eigenartig aussah.
Also entstanden zunächst Bäume. Für kleine Äste sorgte Mutter Natur, Werner Eggert im Baumarkt für das Holz für den Stamm.
Komplizierter war da schon die St. Georgs-Kirche, wie Werner Eggert jetzt weiß: „Der Bau aus Sperrholz selbst war erst einmal nicht so das Problem, der Kirchturm umso mehr. Zuerst hatte ich das Kirchturmdach viereckig gemacht. Aber da sagte meine Frau Anita, das ginge ja überhaupt nicht, schließlich sei das achteckig. Also musste ich noch einmal ran und es auch noch irgendwie schief hinbekommen. Schließlich schaffte ich auch das und machte mich an die Fenster. Die sind aus Klarsichtfolie, die ich mit Plakafarbe bunt bemalt habe.“
Selbst den Wetterhahn auf der Kirchturmspitze, den alle STADTSPIEGEL-Leser von Seite eins jeder Ausgabe als „Gallus“ kennen, hat Werner Eggert nachgebaut: „Den habe ich mir im Internet erst einmal aus der Nähe beguckt und danach aus einer alten Bierdose zurecht geschnippelt“, lacht er.
Gut, dass die Eggerts in ihrem Keller genügend Platz zum Basteln haben, denn aus dem einstigen Solo-Büdchen aus Pappe war ja inzwischen der Kirchplatz im Herzen der Hattinger Altstadt geworden. Auch wenn die historischen Häuser drumherum fehlen – zu aufwändig, plaudert Werner Eggert aus dem Nähkästchen.
Schon jetzt ist das Modell auf zwei Sperrholzplatten untergebracht mit den Maßen ein Meter mal 1,80 Meter und wegen der Kirche ist es auch gut einen halben Meter hoch. Beleuchtet sind sämtliche Buden selbstverständlich ebenso wie die St. Georgs-Kirche: 19 Lämpchen mit 1,5 Volt sorgen dafür, eine ganz schöne Fummelarbeit, wie Werner Eggert gesteht. Das gilt auch für die einzelnen Büdchen, die inzwischen nämlich über „richtige“ Auslagen verfügen. Selbst ein Korbflechter ist dabei.
Überhaupt Menschen. Das war für den Erbauer, der mittlerweile auch schon vier Krippen buchstäblich „planlos“ zu Hause gewerkelt hat, das teuerste von allem, denn die musste er im Fachhandel kaufen.
Als alles fertig war, sogar ein Kinderkarussell aus dem heimischen Bestand hat er auf dem Kirchplatz platziert, bekam die St. Georgs-Kirche noch ein Geläut (aus einer anderen Modellkirche ausgebaut) und das gesamte Werk einen farbigen Anstrich nebst einer Schicht aus pudrigem Schnee.
Als ihm seine Frau Anita sagte, das Modell sei so gut, dass er es unbedingt öffentlich zeigen sollte, wandte sich Werner Eggert an Georg Hartmann von Hattingen Marketing.
Seitdem erfreut es die Besucher des Hattinger Weihnachtsmarktes im Durchgang des Alten Rathauses.
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