"Alles Gute und Gottes Segen"

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Kleve. Ein bunter Abend, ein launiger Abschied: Seinen letzten „Bürgermeisterabend“ verbrachte Kleves erster Bürger a.D. gestern Abend im Kreis von Rat- und Verwaltungsmitgliedern, von Freunden und Vereinsmitgliedern.

Nachdem die Vereine dem scheidenden Bürgermeister die Referenz erwiesen hatten, nachdem der Große Zapfenstreich gespielt und sicher eine Menge Emotionen freigesetzt hatte, ging es zum „letzten Akt“ in die Stadthalle. Hier ging es heiter bis wehmütig zu - Musik wurde gespielt, Gedichte vorgetragen, Heimatlieder gesungen - und natürlich Abschiedsreden gehalten.

Lobende Worte für scheidenden Bürgermeister


Einer der Redner war Heinz-Joachim Schmidt, stellvertretender Bürgermeister. Er fand viele lobende Worte für den Mann, den er seit dem Jahr 2004 bei offiziellen Anlässen immer dann vertreten hatte, wenn Bürgermeister Theo Brauer an der Wahrnehmung des Termins verhindert war. „Wir waren oder wir sind die vom Rat Gewählten, die den Bürgermeister bei seinen Repräsentationsaufgaben unterstützen“, so Schmidt. Das sei nie eine unorganisierte Sache gewesen - ein ganzes Team habe dem Bürgermeister zur Seite gestanden. Kritisch setzte sich Schmidt mit der Rolle der Medien auseinander: Das Amt des Bürgermeisters werfe Licht und Schatten - Schatten vor allem, wenn pseudosatirische Zeitungsartikel oder unter anonymen Decknamen in Internetblogs verbreitete Herabwürdigungen die Grenzen des Anstandes überschritten hätten.

Theo Brauer, ein Bürgermeister mit Empathie

Theo Brauer habe seine Empathie, seine Nähe zu den Menschen ausgezeichnet. Dass Brauer neben seinen repräsentativen Aufgaben auch die Leitung der Verwaltung zufiel, dass er sich in diesen Bereich akribisch einarbeitete- auch dafür zollte Schmidt dem scheidenden Mann an der Spitze der Stadt Kleve Respekt. „Theo, um 24 Uhr isch over. Der Marathon ist vorbei - alles Gute für Dich und Deine Familie, alles Gute und Gottes Segen für die kommende Zeit“, endete Schmidt.

Bevor das Stühlerücken in der Stadthalle begann, hatten sich Hunderte Vereinsmitglieder und auch Klever Bürger versammelt, um Theo Brauer zum Hochschulgelände zu geleiten. Mit einem großen Zapfenstreich bedankten sich Vereine und Klever Bürger für das, was Theo Brauer mit seinem Team aus Rat und Verwaltung in den vergangenen elf Jahren für die Stadt Kleve erreichen konnte.

Ein ganzes Jahr lang hatten sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf den großen Abschiedsabend vorbereitet. Durchs Programm führten Bettina Kaysers und Hemut Vehreschild. Die Konga-Queens, ein Rhythmusensemble des Konrad-Adenauer-Gymnasiums unter Leitung von Bruno Janssen, eröffneten den Abend mit einem wahren Trommelwirbel. Markus Kock, bekannt für seine gekonnten Parodien, hatte zur "Late-Night-Show - Best of Theo" geladen. In der Rolle des Bürgermeisters, der seine Memoiren soeben veröffentlicht hat, fragte Kock: "Wer passt besser in meine Fußstapfen als ich selbst?" Klein-Theo beim Baden, Groß-Theo beim Eröffnen der Schwimmbadsaison: "Der Gesichtsausdruck ist bis heute unverändert", befand Kock. "Lieber Gott, Du hast in einer Woche die Welt erschaffen - hier hast Du den Minoritenplatz", sorgte für allgemeines Gelächter.

Stadtkämmerer Willibrord Haas und der erste Beigeordnete, Jürgen Rauer, ließen die Verdienste des scheidenden Bürgermeisters Revue passieren, griffen die Entstehung der Hochschule Rhein-Waal auf, an der Theo Brauer maßgeblicher Anteil zugebilligt wurde. Netzwerken sei eine der großen Stärken des Bürgermeisters gewesen.

Das Klever Lied wurde gesungen, ein weit gereistes, rotes Buch überreicht, bevor Theo Brauer noch einmal zum Mikrofon griff, um sich bei Mitarbeitern, Freunden und vielen Wegbegleitern zu bedanken. Theo Brauer zeigte sich dankbar, dass "wir keine Rechtsradikalen, keine Pegida haben." Sollte es dennoch einmal soweit kommen, "müssen wir uns dem alle entgegenstellen." Brauer schloss mit guten Wünschen an seine Nachfolgerin, Sonja Northing: "Dir eine gute Zeit, liebe Sonja."

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