"Belegschaft und Gewerkschaft scheinen nur ihre eigenen Interessen zu sehen"

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(Foto: Lebenshilfe Kleve)
Trotz eines entgegenkommenden und fairen Angebotes streiken heute erneut wieder die Mitarbeiterinnen der vier Kindertageseinrichtungen der Lebenshilfe gGmbH – Leben und Wohnen, Kleve.

Für das „Wie“ dieses Streiks hat der Lebenshilfe-Geschäftsführer, Hermann Emmers, kein Verständnis: „Die Gewerkschaft ver.di ruft kurzfristig und an einem Brückentag zu einem Streik auf, ohne uns als Geschäftsführung zu informieren. Als wir von Eltern davon erfuhren und über eine Notdienstvereinbarung sprechen wollten, bekamen wir erst spät eine Absage per Mail an eine falsche Adresse.“

Bei den vielen betroffenen Kindern und Eltern an den vier Kita-Standorten in Bedburg-Hau, Kranenburg, Nütterden und Uedem wirbt Emmers um Verständnis: „Wir haben am Freitag alles in Bewegung gesetzt, um eine Notfallbetreuung einzurichten. Denn durch den Brückentag und das Wochenende dürften viele Eltern gar nicht mitbekommen haben, dass am Montag wieder gestreikt wird. Nachdem wir von ver.di keine Antwort auf unseren Vorschlag für eine Notdienstvereinbarung erhielten, mussten wir zum Schutz der Eltern und Kinder handeln und haben einen Notdienst verordnet, der aber heute nicht ausgeführt worden ist. Die Geschäftsführung ist nicht nur verhandlungsbereit, sondern auch um das Wohl der Kinder bemüht. Dieses wiederum scheint der Gewerkschaft egal zu sein.“

Emmers bedauert: „Belegschaft und Gewerkschaft scheinen nur ihre eigenen Interessen zu sehen, nicht aber die von Eltern im Beruf oder mit Kindern mit Behinderung, die sich auch im Streikfall auf die Einrichtung verlassen können müssen. Die Eltern dürfen nicht dafür bestraft werden, dass Tarifverhandlungen laufen.“

Hermann Emmers bekräftigt trotz dieses Vorfalls das Entgegenkommen der Geschäftsführung: „Wir haben den Mitarbeiterinnen ein Angebot mit einem wesentlich verbesserten Haustarif vorgelegt. Er steht vergleichbaren Einrichtungen in der Umgebung nicht nach, wobei es durchaus Unterschiede je nach Träger gibt. Ver.di will ein Tarifniveau erstreiken, das so teuer ist, dass nicht einmal das Land NRW es für alle bezahlen kann – Frau Ministerpräsidentin Hannelore Kraft hat deshalb bekanntlich zahlreiche Beamte von den Gehaltssteigerungen dieses Jahr ausgenommen.“

Hier geht es zu den Bildern zum Warnstreik am Montag.
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Helmut Cilleßen aus Bedburg-Hau | 11.10.2013 | 16:31  
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