Eiserne Liebe rostet auch nach 65 Jahren nicht

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Das gemeinsame Glück war nach dem ersten Tanz besiegelt, und ihre Liebe hält bis heute: Ingeborg (86) und Ehrenfried Wächter (88) feierten am 18. September ihr Ehejubiläum mit Kindern, Enkeln und Urenkeln.
Es ist schon ein paar Jährchen her, aber Ehrenfried Wächter erinnert sich noch genau an den Tag, als er seine große Liebe Ingeborg traf. „Ich sah zwei Mädchen eintreten, die eine Blonde hatte es mir sofort angetan. Ich bat sie zum Tanz. Sie lachte mich an und damit war das Glück schon besiegelt.“

„Das war 1947 während einer Betriebsfeier im Cheramischen Werk in Schwarzenfeld, Bayern Oberpfalz“, erzählt der mittlerweile 88-Jährige. Ein Jahr später wurde schon geheiratet, nun feierte das Ehepaar nach 65 Jahren Ehe die eiserne Hochzeit am 18. September. Ehrenfried, der eigentlich aus Aussig an der Elbe stammte, dorthin nach seiner Kriegsgefangenschaft aber nicht zurückkehren konnte, weil das Gebiet damals an Tschechien ging, zog mit seiner Frau 1952 von Bayern nach Dortmund. „Dort gab es gut bezahlte Arbeit als Bergmann auf der Zeche Kaiserstuhl“, blickt Wächter zurück. Als1960 eine Teilstilllegung der Zeche folgte, konnte er als gelernter Kaufmännischer Angestellter weiter bei Hoesch arbeiten. „Meine Frau hat uns immer hervorragend versorgt und sich gekümmert“, sagt der Ehemann. Drei Kinder waren das Ergebnis der Liebe: Brigitte, Renate und Ehrenfried. Zur Großfamilie Wächter gehören mittlerweile auch die Enkel Ingrid, Daniel und Matthias sowie die Urenkel Lea und Leonard-Finn.

Aktiv ging es stets in der Freizeit der Wächters zu. 25 Jahre lang wurde jährlich bei Haltern am See gecampt, weitere Reisen gingen nach Italien, Österreich und in die Schweiz. Auch Mallorca wurde später angeflogen. Im Rückblick auf so ein langes gemeinsames Leben fragt sich der 88-Jährige: „Wo sind die Jahre geblieben?“ Seit fünf Jahren lebt das Ehepaar in der Seniorenresidenz Osterfeld in Lünen. „Als ich ankam, war mir zuwenig los, da habe ich einen Kegelclub geründet“, berichtet Ehrenfried Wächter. Zwei Jahre lang ging es zu Fuß zum Kegeln, und zurück mit dem Taxi. „Aber dann waren einige zu gebrechlich“, so Wächter, der dann kurzerhand aus der Truppe einen Gesangsverein formte. Die „Osterfeldlerchen“, wie die Gruppe liebevoll genannt wird, tritt mehrfach im Jahr, meist bei Feiern in der Residenz auf. Musikalisch war Wächter schon immer, denn auch in Spielmannszügen war er stets aktiv. Das Geheimnis von 65 Jahren Ehe? „Ich habe immer auf meine Frau gehört“, scherzt Ehrenfried Wächter. Seine Frau Ingeborg lacht ebenfalls. „Nein, wir haben uns einfach immer in allem ergänzt“, sagt der 88-Jährige.

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2 Kommentare
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Hans Werner Wagner aus Lünen | 21.09.2013 | 21:22  
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Renate Sültz aus Lünen | 24.09.2013 | 13:21  
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