Dr. Klaus Engel, Vorsitzender des Vorstands der Evonik Industries AG. ist Hauptredner beim Wirtschaftsempfang der Stadt Marl am 27. Oktober

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Dr. Klaus Engel, Vorsitzender des Vorstands der Evonik Industries AG. (Foto: Evonik)
 

Der Wirtschaftsempfang der Stadt ist am 27. Oktober im Rathaus. Der Festredner ist Dr. Klaus Engel, Vorsitzender des Vorstands der Evonik Industries AG. Er hat vor einiger Zeit eine bemerkenswerte Rede gehalten.

Zuwanderung ist lohnende Investition in die Zukunft

Klaus Engel, Vorstandsvorsitzender von Evonik, hält es angesichts des massenhaften Zustroms von Flüchtlingen für notwendig, dass sich Deutschland ein neues Leitbild gibt. In einer Grundsatzrede vor 150 Gästen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Medien sagte der Chef des Essener Spezialchemie-Unternehmens: „Deutschland ist heute das Land der Sehnsucht und Ziel millionenfachen utopischen Hoffens und Strebens.“

Er erinnerte daran, dass Generationen von Deutschen und Europäern der „American Dream“ bewegt habe. Der amerikanische Traum sei für den Siedler „sein Stern im Westen“ gewesen. Nun stelle sich die Frage, was sei der Stern, der die Flüchtlinge heute über stürmische See nach Deutschland leite?
Der „German Dream“, so der Evonik-Chef, beruhe auf dem Versprechen des Friedens. Deutschland habe sich aufgrund seiner historischen Verantwortung auf die friedliche Lösung von Konflikten verpflichtet. Dieses Friedens-versprechen gründe auch auf der politischen Stabilität der sozialen Marktwirtschaft, die soziale Sicherheit sowie Teilhabe und gesellschaftliche Integration und Anerkennung durch Erwerbsarbeit und Bildung garantiert.
„Das Friedensversprechen und der Wohlstand unseres Landes üben
auf Millionen Menschen eine ungeheure Anziehungskraft aus“, so
Engel. Vor diesem Hintergrund mache es wenig Sinn, den Menschen die in Budapest vor dem Bahnhof „Germany! Germany!“ riefen, die Einreise nach Deutschland zu erschweren oder in der EU über ihre Verteilung auf andere Länder zu streiten. „Diese Menschen werden trotz aller Zäune und Auffanglager an den EU-Außengrenzen versuchen, ihren deutschen Traum zu verwirklichen.“
Auf Diskussion um die finanziellen Lasten des Flüchtlingszustroms eingehend, sagte Engel, die Frage der Kosten dürfe nicht die einzige Betrachtungsweise sein. „Die Zuwanderung ist für unser Land eine lohnende Investition in die Zukunft.“ Deutschland brauche mehr Arbeits- und Fachkräfte und die Wirtschaft mehr Vielfalt. Nur diese Vielfalt mobilisiere die ökonomischen, kreativen
und innovativen Potenziale der Gesellschaft und schaffe damit in der Wirtschaft höhere Produktivität und mehr Innovationen. „Denn mit den Menschen kommen ihre Ideen“, betonte Engel.

Er bekräftigte seine Forderung nach einem modernen Einwanderungsgesetz. „Wir brauchen ein Gesetz, das transparente und einheitliche Regeln für die Arbeitsaufnahme von Zuwanderern schafft. Ein solches Gesetz soll eine freundliche Einladung sein und von dem Geist getragen werden, in unserem Land am Wachstum mitzuarbeiten und am Wohlstand teilzuhaben.“ Einwanderung dürfe aber nicht nur unter Kosten-Nutzen-Kalkülen betrachtet werden. Zu einer Einwanderungspolitik und einer glaubwürdigen Willkommenskultur gehöre, dass humanitäre Werte nicht aufgegeben werden. „Denn wer Menschen nur nach Leistung bewertet, der verliert die Chance auf eine Gesellschaft, die Stärken aus ihrer Vielfalt zieht. Menschlichkeit und Mitgefühl gehören untrennbar zum neuen Leitbild des Deutschen Traums“, so Engel.
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