Westruper Heide , Naturerlebnis bei strahlendem Sonnenschein

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Der Heidetag in Haltern am See lockte auch in diesem Jahr von morgens bis abends zahlreiche Besucher in die Westruper Heide. Die zeigte sich am Sonntag bei strahlendem Sonnenschein und mit dem in voller Blüte stehenden Heidekraut von ihrer schönsten Seite.

Neben Marlies Salewski vom Heimatverein Sythen begrüßten auch der Bürgermeister von Haltern am See, und der Landrat die Besucher, die sich schon am Morgen auf dem Wanderparkplatz am Flaesheimer Damm eingefunden hatten. Sie betonten dabei die besondere Einzigartigkeit und Schutzwürdigkeit der Heidelandschaft. Hier zeigte sich ganz deutlich, wie wichtig die Besucherführung ist, um diese schöne Landschaft zur Naherholung zu erhalten.

Auf dem Parkplatz boten einige regionale Betriebe ihre Erzeugnisse an. Essensstände, kleine Verkaufsstände für den guten Zweck und eine Musikkapelle rundeten die Informationsangebote zur Heide ab. Jung und Alt begeisterten sich für die Experimente am Bodenschutzbus der Naturschutzakademie.

Besonders aber die in Blüte stehende Heidelandschaft begeisterte alle Besucher. Viele nutzten das Angebot, sie mit Führungen zu Themen wie Naturfotografie oder Imkerei oder mit der vom NABU vorbereiteten Heiderallye zu erkunden.

Entstehung der Westruper Heide


Die Restfläche der ehemals im Halterner Raum vorherrschenden Sandheiden liegt auf einer nacheiszeitlichen Dünenlandschaft. Starke landwirtschaftliche Nutzung seit dem Mittelalter drängte den ursprünglichen Mischwald durch Brennholznutzung und Viehweidung zurück und reduzierte die Humusschicht durch Abplaggen. Der Boden wurde nur noch von genügsamen Pflanzen wie Besenheide oder Wacholder bewachsen. Diese Heidelandschaft ging im Laufe der Industrialisierung des naheliegenden Ruhrgebiets wieder zurück, als für den Ruhrbergbau großflächig Kiefern angepflanzt wurden. Die Stämme waren als Grubenholz sehr begehrt.

Um die einst weitläufige Heidelandschaft für zukünftige Generationen zu erhalten und weiterhin erlebbar zu gestalten wurden 1936 circa 63 Hektar davon unter Naturschutz gestellt. Die natürliche Wiederbewaldung wurde durch entsprechende landschaftspflegende Maßnahmen verhindert, dazu gehört neben dem Abplaggen auch das extensive Beweiden in den Sommer- und das gezielte Abbrennen in den Wintermonaten.

1979 stellte man einen starken Befall durch den Heidekäfer fest, ein junger Birkenwald hatte durch Schattenwurf die Heidepflanzen geschwächt. Die damalige Landesanstalt für Ökologie, Landschaftsentwicklung und Forstplanung (LÖLF) entwickelte ein neues Pflegekonzept, das unter zahlreicher Beteiligung der Bevölkerung in den nächsten Jahren umgesetzt wurde. Zunächst wurden durch Mulchen die jungen Bäume zerschlagen, dann großflächig die nährstoffreiche Humusschicht entfernt. Die neu nachwachsenden Birken und Kiefern entfernten Schulklassen, Vereine und auch Parteien entsprechend dem Pflegeplan.

Seit 1993 übernehmen 200 Heidschnucken und zehn Ziegen des Halterner Schäfers Riering während fünf Monate des Jahres die Beweidung. Zusätzlich werden im Januar oder Februar die Altflächen durch gezieltes Abbrennen bearbeitet. Die dabei entstehende Asche wirkt als Dünger und verjüngt die Heide.
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Monika Wübbe aus Marl | 26.08.2015 | 16:25  
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