Dritter Anlauf zur Bebauung an der Diepenbeck

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Das Bauland. (Foto: PR-Foto Köhring/AK)

Freie Baugrundstücke sind auf dem derzeitigen Immobilienmarkt heiß begehrt. Kein Wunder, dass auch die Eigentümer 40.000 m² großen Areals zwischen Tinkrathstraße, Velauer Straße, Diepenbeck und Priesters Hof in Heißen eine Bebauung anstreben. In den 90er Jahren war das Unterfangen schon einmal angestrebt worden, 2001 zum zweiten Mal. Nun beschloss der Planungsausschuss den dritten Anlauf.

Mit Stimmen der CDU, SPD und FDP wurde die Einleitung eines Bebauungsplans beschlossen. „Dass heißt noch nicht zwangsläufig, dass auch wirklich gebaut wird“, meint Klaus Beisiegel vom Amt für Umwelt, Planen und Bauen. „Erst durch diese Einleitung können wir Geld für Prüfungen ausgeben, vorher kann so etwas nicht geschehen“, erläutert der Experte.

Zuvor hatten vor allem die Mülheimer Bürgerinitiativen (MBI) und die Fraktion Bürgerlicher Aufbruch (BAMH) das Unterfangen kritisiert. Die MBI sehen vor allem zwei Hauptprobleme. Zum einen die Verkehrssituation. Fraktionssprecher Lothar Reinhard sieht große Schwierigkeiten, „wenn im Bereich der überlasteten Velauer Straße und der engen Tinkrathstraße noch mindestens 60 Wohneinheiten hinzukämen, die alle mehr oder weniger aufs Auto angewiesen wären.“

Noch gravierender finden die MBI das Entwässerungsproblem. „Das Regenwasser der zusätzlich versiegelten Flächen dürfte definitiv nicht mehr in das bereits überlastete Kanalsystem. Die Versickerungskapazität des dortigen Bodens ist sehr niedrig, ganz unabhängig davon, dass der heutige Acker wegen großer Bergbauschäden mit nicht wenig Beton verfüllt werden müsste“, schreiben die Bürgerinitiativen.

Auch die BAMH-Fraktion hatte schon im Vorfeld ihr „Nein“ angekündigt. „Die Gespräche vor Ort haben gezeigt, dass die Anwohner mit dem Vorhaben nicht einverstanden sind – und zwar mit Recht“, sagt der Stadtverordnete Hans-Georg Hötger. Man habe gegen eine Bebauung als Lückenschluss zwar nichts einzuwenden, die intensive Verdichtung und das Vernichten der Wiese im Hinterland sei hingegen nicht in Ordnung. „Die Bebauung muss so zurückhaltend erfolgen, dass alle Beteiligten – Eigentümer, Anwohner, Interesse der Umwelt – im Gleichklang stehen“, so Hötger. Der BAMH-Mann ergänzt: „Die Stadt macht hier den gleichen Fehler wie an der Parsevalstraße in Raadt – nämlich rücksichtslose Gewinnoptimierung zu Lasten der Landschaft.
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