GDL streikte am Mittwoch - und streikt wohl auch am Wochenende

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So wie am Mülheimer Hauptbahnhof sah es am vergangenen Mittwoch in ganz Deutschland aus. Züge fielen aus oder hatten Verspätung. Am Wochenende wird es auf den Bahnhöfen wohl ähnliche Bilder geben. (Foto: PR-Foto Köhring/JA)
(mit Nico Bodden)

Am vergangenen Mittwoch, 15. Oktober, streikte die Gewerkschaft deutscher Lokführer (GDL) bundesweit. NRW und somit auch Mülheim waren betroffen

.

Von 14 Uhr an standen die Räder weitestgehend still. Sowohl im Nah- als auch im Fernverkehr mussten zahlreiche Passagiere längere Wartezeiten in Kauf nehmen oder warteten vergeblich auf ihre Verbindung. Grund für den Streik war nach GDL-Angaben, dass die Deutsche Bahn (DB) sich weigerte, über Tarifverhandlungen zu reden. Außerdem forderte die GDL unter anderem fünf Prozent mehr Lohn, eine Gewinnbeteiligung und eine kürzere Wochenarbeitszeit. Vorkehrungen, damit der Zugverkehr am darauffolgenden Tag wieder geregelt ablief, wurden getroffen.
Über einen geregelten Ablauf durften sich die Fahrgäste allerdings nur kurz freuen. Am Wochenende wird erneut gestreikt - so der Stand bis Freitagabend.

Nach dem Streik der Gewerkschaft Deutscher Lokführer (GDL) am Mittwoch, 15. Oktober, werden auch am Wochenende die Räder weitestgehend stillstehen. So zumindest der Plan der GDL bis Redaktionsschluss.

Weitere Streiks sind an diesem Wochenende geplant

Da sich die Lage zwischen GDL und Deutsche Bahn (DB) nicht entspannt hat, soll am Wochenende von Samstag, 18., 2 Uhr, bis Montag, 20. Oktober, 4 Uhr, wieder gestreikt werden. Erneut wird sowohl der Fern- als auch der Regionalverkehr betroffen sein. Der Grund: Die GDL beklagt, dass die Bahn immernoch nicht zu Tarifgesprächen bereit ist und nur über die Zuständigkeiten der Gewerschaft reden will. Im Gegenzug zeigt die Deutsche Bahn für den erneuten Streik kein Verständnis. Die GDL „laufe Amok“ und der Vorsitzende Claus Weselsky sei von „Allmachtsphantasien“ betroffen, so die DB in einer Pressemitteilung.
Zwar hat die DB der GDL am Freitagnachmittag ein neues Angebot vorgelegt - ob das den Streik jedoch abwenden konnte, war bis Redaktionsschluss nicht sicher. Fest steht: Fallen die Züge - auch die Sonderzüge zu den jeweiligen Partien in der Ersten Bundesliga - aus, greift ein Notfallplan. Dieser kann online eingesehen werden.
Unabhängig von der Schuldfrage sind die Leidtragenden des Machtkampfes die DB-Kunden. Unter ihnen ist die Stimmungslage recht verschieden. Claus Bagterp zum Beispiel zeigte kein Verständnis für den Streik. Er sei „zu kurzfristig angekündigt“ gewesen. Außerdem habe nicht jeder „die Möglichkeit umzusteigen“, meinte der in Essen lebende und in Köln arbeitende Fahrgast. Ganz anderer Meinung war hingegen DB-Kundin Crespo: „Ích finde den Streik richtig. Ich kann die Beweggründe der Lokführer verstehen“, meinte sie. Außerdem sei sie selbst „nicht betroffen“, da sie „immer irgendwie nach Bottrop“ komme.
Eine vollkommen andere Sichtweise zeigte Mohammad Abdul. Er äußerte generellen Unmut über die Deutsche Bahn. „Das ist bei der Bahn ja nichts Neues, dass Züge zu spät oder gar nicht kommen, das ist bei ihr nunmal so. Da wird sonst auch nicht an die Arbeitnehmer gedacht“, so Abdul.
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