Neues Programm greift Gründern unter die Arme

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Christian Winter, CEO Tengelmann Ventures GmbH und Tengelmann Ventures Management GmbH, Thomas Müller, Projektleiter STARBUZZ, Prof. Dr. Oliver Koch, Vizepräsident Forschung & Transfer Hochschule Ruhr West Karl-Erivan W. Haub, persönlich haftender Gesellschafter der Unternehmensgruppe Tengelmann, Ulrich Scholten, Oberbürgermeister der Stadt Mülheim, Jürgen Schnitzmeier, Geschäftsführer der Mülheim & Business GmbH Wirtschaftsförderung. Foto: PR-Fotografie Köhring / TR

Mit Tengelmann und Aldi gehörte Mülheim schon seit jeher zu den bedeutendsten Handelsstädten Deutschlands. Damit das auch in Zeiten, in denen Onlinehandel und Logistik immer weiter wachsen, so bleibt und neue Unternehmen in diesen Branchen Fuß fassen können, haben die Stadt, die Wirtschaftsförderung und die Hochschule Ruhr-West das Startup-Unterstützerprogramm Starbuzz gegründet. Kein Wunder, dass auch einer der genannten Handelsriesen dort eine Rolle spielt.


Starbuzz möchte in erster Linie das Potenzial innovativer junger Startups heben. „E-Commerce ist ein neuer, wachsender Markt“, sagt Jürgen Schnitzmeier, Geschäftsführer der Mülheim & Business GmbH. Die Wirtschaftsförderung koordiniert den neuen sogenannten Acceleratoren. Das Team um Projektleiter Thomas Müller war bis zuletzt vor allem mit der Akquise von Partnerunternehmen beschäftigt. Diese sollen zum einen Mentoren in den wichtigen Bereichen IT, Marketing, Geschäftsentwicklung oder Rechtsfragen fungieren, aber auch beim Aufbau von Kundenbeziehungen unterstützen oder Zugänge zu Beteiligungskapital schaffen.

„Wir geben den Startups die Chance, ihre Partner eigenständig zu wählen. Es gibt keine sofortige Bindung an einen Partner aus der Wirtschaft“, erklärt Schnitzmeier. Thomas Müller ergänzt: „Es funktioniert nicht nach einem bestimmten Schema, je nach Bedarf kommen Spezialmentoren dazu.“ Investitionskapital gibt es im Gegenzug für eine Beteiligung an den ins Programm aufgenommenen Startups nicht. Dennoch sehen die Verantwortlichen das Projekt durch die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Partnern als einzigartig an. „Wir setzen viel früher an, als die meisten Acceleratoren“, betont Schnitzmeier.

Sitz in der Tengelmann-Zentrale

Als Partner konnte Starbuzz Handelshäuser wie Tengelmann, Metro und Eismann oder Logistikunternehmen wie DHL und Fiege gewinnen. In den Büroflächen der Tengelmann-Zentrale an der Wissollstraße in Speldorf wird das Unterstützerprogramm seinen Sitz haben. „Wir sind ein großer E-Commerce-Standort mit großem Know-How“, sagt Christian Winter, Vorsitzender der Geschäftsführung bei Tengelmann-Ventures, das seit 2009 in über 50 Unternehmen investiert hat. „Normalerweise finanzieren wir erst im späteren Stadium, haben aber jetzt die Chance, neue Firmen schon früher zu begleiten“, so Winter.

Ähnlich sieht es Karl-Erivan W. Haub, Geschäftsführer der Tengelmann-Unternehmensgruppe. Er sagt: „Wir sehen Digitalisierung als Chance und nicht ls Bedrohung.“ Er warnt aber auch vor zu überhöhten Erwartungen. „Man darf beileibe nicht glauben, dass sich alles durchsetzt“, sagt Haub und ergänzt: „Wir selbst sind in Länder und Märkte gegangen und mussten uns wieder zurückziehen.“ Selbst wer schon zwei bis drei Gründungen hinter sich hatte, könne durch seine Erfahrung für bestehende Unternehmen interessant werden.

Neuer Studiengang an der HRW ist im Westen einmalig

Die etablierten Partner sollen also nicht zuletzt von den bestausgebildeten Studierenden profitieren. Dies können unter anderem Absolventen des neuen Studiengangs E-Commerce sein, der zum Wintersemester 2017/2018 an der nahegelegenen Hochschule Ruhr-West (HRW) startet. „Er ist in Zusammenarbeit mit dem Institut für Handelsforschung entstanden und ist im Westen einmalig“, betont der HRW-Vizepräsident für Forschung und Transfer, Prof. Dr. Oliver Koch.

Noch bis zum 30. Juni können sich Gründer aus den Branchen Onlinehandel und Logistik unter starbuzz.ruhr bewerben. Eine Jury wird anschließend über die Aufnahme ins Programm beraten. Anschließend ist ein dreimonatiges Unterstützungsprogramm vorgesehen. „Startups, die erfolgversprechend sind, aber etwas organischer wachsen müssen, geben wir noch einmal drei Monate“, sagt Schnitzmeier. Tengelmann-Chef Haub ist auf die Teilnehmer besonders gespannt: „Ich freue mich schon darauf, die Ausgewählten zu besuchen.“
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