Unterschriften für eine gemeinsame Wasserstrategie

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Den Kooperationsvertrag unterzeichneten Dr. Emanuel Grün (l.), von der Emschergenossenschaft und Umweltdezernent Peter Vermeulen. (Foto: PR-Fotografie Köhring/SM)

Von RuhrText

Die Stadt beschäftigt sich intensiv mit den Folgen des Klimawandels und will sich in vielen Bereichen für die Zukunft rüsten. Hierzu zählt auch die enge Verknüpfung zwischen Wasserwirtschaft und Stadtentwicklung. Nachdem im Mai 2014 eine gemeinsame Absichtserklärung der Emscherkommunen, der Emschergenossenschaft und des Landes NRW bezüglich der Zukunftsinitiative „Wasser in der Stadt von morgen“ unterzeichnet worden war, schlossen die Emschergenossenschaft und die Stadt Mülheim nun im Technischen Rathaus einen Kooperationsvertrag.

„In der Kooperation mit den Kommunen wollen wir eine wassersensible Stadtentwicklung erreichen — und damit den Schutz vor Naturereignissen wie Starkregen, Sturzfluten und Hochwasser“, sagt Dr. Emanuel Grün, Technischer Vorstand der Emschergenossenschaft. Er ergänzt: „Wasser in der Stadt kann aber auch ein Motor für die Aufwertung von Stadtteilen sein.“ Nach der Unterzeichnung des Kooperationsvertrages meinte Prof. Peter Vermeulen, der Mülheimer Dezernent für Umwelt, Planen und Bauen: „Wasser spielt für uns als Stadt an der Ruhr eine zentrale Rolle — auch bei allen Zukunftsüberlegungen der Stadtentwicklungspolitik. Die Zukunftsinitiative ist Plattform und Leitfaden für diesen Grundgedanken. Wir hoffen dabei auf Lösungsansätze für die drängenden Zukunftsfragen dieser Zeit.“

Mülheim gehört mit einem kleinen Flächenanteil zur Emscherregion. Die Zukunftsinitiative „Wasser in der Stadt von morgen“ baut auf der „Zukunftsvereinbarung Regenwasser“ aus dem Jahr 2005 auf. Das Ziel der Vereinbarung war es, innerhalb von 15 Jahren (2005 bis 2020) 15 Prozent der Wasserabflüsse in die städtischen Kanalnetze abzukoppeln. Schon vor der Unterzeichnung des Kooperationsvertrages sind in Mülheim eine Reihe von Projekten umgesetzt worden. Eines davon war die Abkopplung mehrerer Gräben und Siepen von der Kanalisation und deren Anschluss an den Borbecker Mühlenbach, der auf Essener Stadtgebiet weiter Richtung Norden fließt. Dadurch wird eine Fläche von insgesamt 16,9 Hektar wieder natürlich entwässert. Zusätzlich hat die Stadtverwaltung drei benachbarte Schulen — die Gesamtschule Hexbachtal, das Schulzentrum Kleiststraße und die Grundschule Sunderplatz — so umgebaut, dass das Wasser von Dach- und Hofflächen in Gräben abfließt oder im Erdreich versickern kann.

Mülheim kommt dem Ziel näher

Obwohl Mülheim nur mit einem recht geringen Anteil zum Emschergebiet zählt, hatte sich Dr. Emanuel Grün ganz besonders auf den Besuch in der Stadt an der Ruhr gefreut. „Mülheim ist zu einem der Protagonisten der Initiative aufgestiegen. Vom Ziel, 15 Prozent der Wasserabflüsse in die städtischen Kanäle abzukoppeln, ist die Stadt nicht mehr so weit entfernt. Mit 11,7 Prozent liegt sie im oberen Drittel der 16 beteiligten Kommunen. Und weitere Projekte befinden sich in Planung“, so Dr. Grün — immer mit dem Ziel, dass möglichst wenig sauberes Regenwasser in die Kanalisation und in die Abwasserklärung gelangt.
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