Feiern statt Reihern: Alkoholprävention im Karneval

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Deike Kranz und Norbert Kathagen von der Fachstelle für Suchtprävention, ginko Stiftung für Prävention
 
Plakat zum Theaterstück "Alkohölle", das in der Willy Brand Gesamtschule aufgeführt wird

Alkoholvergiftungen, Unfälle, Schlägereien oder sexuelle Delikte treten als negative Begleiterscheinungen von Alkoholkonsum in der der Karnevalszeit leider gehäuft auf. Menschen mit wenigen Erfahrungen im Umgang mit Alkohol sind dann mehr gefährdet, da sie Grenzen und Wirkungen nicht einschätzen können. Alkoholprävention ist daher gerade in der Vorkarnevalszeit notwendig. Der Arbeitskreis Suchtvorbeugung führt deshalb vom 20.01. bis 04.02 unter dem Motto „Feiern statt Reihern" Aktionstage in Mülheim an der Ruhr durch. Wie wichtig der Stadt Mülheim diese Aktivitäten sind, ist auch daran zu erkennen, dass der Oberbürgermeister Ulrich Scholten die Schirmherrschaft über die Aktionstage übernommen hat.

„Ziel der Aktionstage ist es“, so Norbert Kathagen von der ginko Stiftung für Prävention, „Jugendliche und junge Erwachsene über Folgen des Alkoholkonsums zu informieren und zur Reduzierung des Alkoholmissbrauchs beizutragen.“ Unter dem Motto „Feiern statt Reihern" startet – wie auch in den vergangenen Jahren – ein abwechslungsreiches Programm vor allem für Jugendliche, aber auch für Eltern und Lehrpersonal.
Im „ALK-Parcours“ der Landeskampagne „Sucht hat immer eine Geschichte“ setzen sich Schülerinnen und Schüler der Gustav Heinemann Gesamtschule intensiv mit verschiedenen Aspekten des Themas Alkohol auseinander. Erlebnisorientiert beschäftigen sie sich mit dem Flirten, rechtlichen Fragen rund um Partys, körperlichen Auswirkungen, Wahrnehmungs- und Bewegungsstörungen im Rauschzustand und werden zu konstruktiven Auseinandersetzung damit angeregt.
Das Gymnasium Heißen führt eine Projektwoche zum Thema Alkohol durch, bei der Polizei, Selbsthilfegruppen, Lehrpersonal und die ginko Stiftung für Prävention für ein interessantes Programm sorgen.
Beide Schulen setzen auch auf die Eltern als wichtigste Kontaktpersonen der Jugendlichen: für sie bieten die Fachkräfte der ginko Stiftung Informationsveranstaltungen an.
Dass die Präventionsarbeit vielfältig ist, zeigt das kulturpädagogische Angebot an der Willy Brand Gesamtschule: Auf Initiative des Amtes für Kinder, Jugend und Schule nähert man sich dort dem Thema Alkohol mit dem Theaterstück „Alkohölle“ und einer anschließenden Diskussion.
Im MedienHaus bieten die Mitglieder des Arbeitskreises Suchtvorbeugung dann gemeinsam ein Programm für weitere Schulklassen an. Ein neu entwickeltes Medium – der eigens von der ginko Stiftung für Prävention entwickelte Actionbound – kommt erstmalig zum Einsatz.
Darüber hinaus werden Lehrerinnen und Lehrer im Einsatz eines Methodenkoffers geschult, der den Schulen zur Ausleihe zur Verfügung steht.
Neben den individuellen und gruppenbedingten Konsumgründen, die in den geplanten Veranstaltungen im Mittelpunkt stehen, spielen aber auch strukturelle Gründe eine wichtige Rolle beim Alkoholkonsum von Jugendlichen. Damit gemeint ist die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen durch Geschäfte und Gaststätten bei der Abgabe alkoholischer Getränke. In Mülheim erhalten die Verkaufsstellen spezielle Hinweise und Alkohol trinkende Jugendliche werden während des Karnevalszugs gegebenenfalls angesprochen.
Diese Vielfalt zeigt die Notwendigkeit des Zusammenwirkens verschiedener Fachinstitutionen, die sich in Mülheim zum Arbeitskreis Sucht zusammengetan haben: Mitglieder sind das Amt für Kinder, Jugend und Schule, das Gesundheitsamt, die ginko Stiftung für Prävention, die Guttempler, das MedienHaus, das Ordnungsamt und die Polizei.
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