Einbrüche häufen sich in Schwerte

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Die Täter brechen häufig durch ein aufgehebeltes Fenster in das Haus ein. (Foto: privat)
Schwerte: City |

Ein Fenster auf Kipp genügt ihnen meist, und schon sind sie drin: Zurzeit gibt es wieder zahlreiche Einbrüche in Schwerte.

„Generell ist die Zahl an Einbrüchen in Schwerte gesunken, im November und Dezember allerdings wieder gestiegen“, erklärt Kriminalhauptkommissar Klaus Stindt, Leiter des Kommissariats Kriminalprävention/Opferschutz im Kreis Unna. „Allein im Januar gab es in Schwerte 32 Einbrüche, davon 43 Prozent Versuche.“ In Schwerte und Selm kommt es zu den meisten Einbrüchen im Kreis. „In der dunklen Jahreszeit ist der Anteil an Versuchen geringer. Das spricht auch für eine professionelle Vorgehensweise.“

Zu 80 Prozent handele es sich um reisende Täter. „Sie werden besonders nach der Zeitumstellung im Herbst aktiv, da sie dann die früher einsetzende Dunkelheit besser ausnutzen können.“ Genauso gibt es aber auch Täter, die am helllichten Tag kommen. Die Einbrecher seien durchschnittlich um die 28 Jahre. 17-18 Prozent der Täter sind Frauen, oft zum ausspionieren.
Die Nähe zur Autobahn spielt in vielen Kommunen eine gewisse Rolle. „Schwerte liegt dadurch für Diebe sehr günstig“, sagt Vera Howanietz von der Kreispolizeibehörde Unna.

Auch Pkws werden regelmäßig ausgeraubt. „Wenn ein festinstalliertes Navi gestohlen wurde, sind meist eher Banden am Werk“, erklärt Vera Howanietz. „Wurde dagegen schnell die Scheibe eingeschlagen und eine Handtasche vom Beifahrersitz geklaut, war das eher ein Gelegenheitsdieb.“ Sie rät, potenzielle Wertgegenstände nicht sichtbar oder besser gar nicht im Auto aufzubewahren. „Auch wenn man nur mal eben zum Bäcker geht. Ein Einbruch passiert blitzschnell und wir erhalten selten Hinweise auf die Täter.“

Einem normalen Täter genügt oft ein Schraubenzieher, mit dem er Fenster oder eine Terrassentür leicht aufhebeln kann. „Dafür genügen erfahrenen Einbrechern oft 15 Sekunden“, gibt Stindt zu bedenken. Ein Fenster mit Widerstandsklasse 2 biete dagegen besseren Schutz. „Da muss sich ein Einbrecher schon mal 15 Minuten abmühen.“ Da geben viele auf, da die Komponente Zeit eine große Rolle spiele. Keinesfalls solle man denken: Bei mir ist nix zu holen, dann bricht schon keiner ein. Das sei Quatsch, erklärt Stindt. Ebenso dürfe man nicht denken, dass Einbrecher nie in das gleiche Haus zweimal gingen. „Vor allem, wenn nichts in puncto Sicherheit getan wird, kommen die Täter oftmals wieder.“ Zudem spiele auch der psychologische Aspekt eine Rolle: „Wird nach einem Einbruch nichts getan, fühlt man sich nicht mehr sicher in den eigenen vier Wänden“, sagt Stindt. Generell findet Stindt schon, dass man sich in Schwerte noch sicher fühlen kann. „Was wichtig ist, ist eine Änderung des Verhaltens zu mehr Sicherheit hin“, sagt er.

Ein Interview mit Klaus Stindt finden Sie hier.

Infos zur Aktion Riegel vor!" gibt es hier.
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