Erste Hilfe: Damit im Ernstfall jeder Handgriff sitzt!

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Auch betriebliche Ersthelfer werden benötigt und vom Roten Kreuz ausgebildet!
 
Der Ausbildungsraum beim Roten Kreuz wird vorbereitet und wartet auf die Teilnehmer
Bochum: DRK-Zentrum |

Jeden Tag kann es daheim, auf der Arbeitsstelle, in Schule oder Universität, aber auch unterwegs im Straßenverkehr geschehen, der Ernstfall, den niemand erleben möchte, tritt ein: Ein Mensch fällt um, ist bewusstlos, das Herz versagt seinen Dienst. Wenn kein sachkundiger Helfer vor Ort ist und mit sofortigen Wiederbelebungsmaßnahmen beginnt, überleben dies nur zwei Prozent der Betroffenen. Bei schneller Hilfe, Vorhandensein eines Defibrillators und zügig anschließender professioneller Behandlung kann die Überlebensrate hingegen auf bis zu 70 Prozent anwachsen. Schnelles Handeln kann im Notfall Leben retten.



Oftmals wenden Ersthelfer in Deutschland wiederbelebende Maßnahmen jedoch nur zögerlich oder gar nicht an – aus Angst, etwas falsch zu machen oder gar aus Unkenntnis. Laut der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin ist die Bereitschaft von Laien, Wiederbelebungsmaßnahmen nach einem plötzlichen Herzstillstand durchzuführen, in Deutschland mit gerade mal 15 Prozent im internationalen Vergleich alarmierend niedrig.

Erste Hilfe - Lehrgang für viele Menschen noch Pflichtprogramm, obwohl es zumeist Notfälle im persönlichen Umfeld gibt!


„Viele Menschen absolvieren einen Erste-Hilfe-Kurs immer noch als Pflichtprogramm, wenn sie den Führerschein machen. Wir raten jedoch dringend auch jenen zu einem Kurs, die selbst kein Fahrzeug lenken. Um Zeuge eines Notfalls zu werden, braucht man keinen Führerschein“, appelliert Werner Rautenberg, der als Erste-Hilfe-Beauftragter im DRK-Kreisverband Wattenscheid für die Erste-Hilfe-Ausbildung zuständig ist. „Zudem ergeben sich die meisten Notfälle im persönlichen Umfeld, beim Sport, auf der Arbeit, zu Hause oder im heimischen Garten. Es muss gar kein Unfall im Straßenverkehr sein.“

Viele Fragen werden in den Lehrgängen des Roten Kreuzes von den Teilnehmern gestellt und Missverständnisse können oftmals ausgeräumt werden: Ein Defibrillator bringt kein Herz alleine zum Schlagen, sondern er legt bei Kammerflimmern den Herzmuskel still. Erst die Herzmassage kann wieder einen normalen Herzrhythmus aufbauen. „Deshalb ist es besonders wichtig, dass möglichst viele Menschen die Technik der Herzmassage beherrschen. Das Pumpen ist das Wichtigste!“, betont Werner Rautenberg.

"Mehr Menschen in die Lage versetzen, fachkundig helfen zu können!"


Ein moderner Defibrillator gibt dem Helfer genaue Anweisungen. So muss niemand Angst davor haben, etwas falsch zu machen. Erst, wenn das EKG ein Kammerflimmern feststellt, lässt sich der lebensrettende Stromstoß auslösen. Danach gibt eine Stimme genaue Anweisungen zur Herzmassage und Beatmung. „Die praktische Demonstration und das Üben an Puppen geben den Kursteilnehmern allerdings viel Sicherheit für den Ernstfall. In Norwegen sind 90 Prozent der Menschen in der Ersten Hilfe ausgebildet. Mehr Menschen in die Lage zu versetzen, im Notfall richtig und schnell handeln zu können, möchten wir langfristig über unsere Kurse auch erreichen, denn fachkundige Hilfe erhöht die Überlebenswahrscheinlichkeit deutlich“, stellt Werner Rautenberg fest.

Bis dahin versuchen die Ausbilder beim Roten Kreuz immer auch Hemmungen und Furcht vor der Hilfe bei den Teilnehmern abzubauen. Zudem ist sich auch der Erste-Hilfe-Beauftragte auf jeden Fall sicher, dass auch Wiederholer und nicht nur die üblichen Führerscheinbewerber in den aktuellen DRK-Kursen noch neue Hilfe-Kniffe lernen. Eine wiederholte Teilnahme alle zwei Jahre hält er für sinnvoll!

Praxisorientierter Lehrgang im DRK-Zentrum


Der nächste Lehrgang in den „Ersten Hilfe“ in Wattenscheid findet am Samstag, 11. Juni 2016 ab 10 Uhr im DRK-Zentrum an der Sommerdellenstraße 26 (DRK-Saal, 1. Etage) statt und umfasst insgesamt 9 praktische Unterrichtseinheiten. In diesem Lehrgang werden vielfältige Maßnahmen aus der Ersten Hilfe vermittelt und intensiv praktisch geübt.

Interessierte MitbürgerInnen, Führerscheinbewerber der Klassen A, B, C und D, sowie Übungsleiter, Trainer oder Betriebshelfer (Kosten übernimmt hier für die Mitarbeiter die Berufsgenossenschaft) können sich hierzu gerne in der DRK-Kreisgeschäftsstelle an der Voedestraße 53 anmelden (Tel.: 0 23 27 – 8 70 17).
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