Wattenscheider Tafel vereint praktische Arbeit und Spracherwerb

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Larissa und Manfred Baasner sowie Mitarbeiterin Karen Mittelstädt (v. l.) freuen sich, dass das neue Konzept des Spracherwerbs nun in die Tat umgesetzt werden konnte.

"Leben, lernen, arbeiten", so heißt das Pilotprojekt der Wattenscheider Tafel, Laubenstraße 19, das es Flüchtlingen und Menschen mit Migrationshintergrund möglich macht, die deutsche Sprache zu erlernen und gleichzeitig praktisch zu arbeiten.

Seit Juli dieses Jahres ist es amtlich: Zehn Projektteilnehmer aus den verschiedensten Ländern dieser Erde können gemeinsam mit einem Deutschlehrer und einer Sozialarbeiterin Sprachunterricht nehmen und das Gelernte an Ort und Stelle im Arbeitsalltag umsetzen.
Getragen vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) und dem Jobcenter Bochum, beinhaltet das Projekt genau die Anforderungen, die auch bei einem normalen Integrationskurs verlangt werden, an dessen Ende über ein Interview das Sprachniveau abgefragt und bescheinigt wird.

Gestaltung des Tagesablaufs


Allerdings bietet "Leben, lernen, arbeiten" den Teilnehmern eben mehr als den reinen Unterricht. "Wir wollen den Leuten begegnen und ihnen in einer Umgebung, die von unterschiedlichsten Menschen besetzt ist, die Chance auf integratives Lernen bieten", so Tafelgründer Manfred Baasner.
Die zehn Teilnehmer, die nun seit gut zwei Monaten an dem Projekt teilnehmen, beginnen ihren Tag gemeinsam mit den anderen Tafelmitarbeitern. Nach einem gemeinsamen Frühstück stehen zunächst drei Stunden praktische Arbeit auf dem Programm. "Wir achten darauf, dass die Teilnehmer nicht alle in einem Bereich tätig sind, da sie sonst nicht ans Sprechen kommen. Bei uns gibt es verschiedenste Bereiche, wie beispielsweise die Lebensmittelsortierung oder die Arbeit im sozialen Warenhaus der Tafel, so haben wir die Möglichkeit, dass jeder alles kennenlernt", so Tafelmitarbeiterin Karen Mittelstädt.

Unterstützung in allen Bereichen


Nach einer Mittagspause folgt dann der dreistündige Deutschunterricht, hier werden die Teilnehmer je nach Kenntnisstand auf verschiedene Kurse verteilt.
Einer der Teilnehmer, die zwischen 20 und 50 Jahren alt sind, ist der 24-jährige Abdul Hamid Bakko. Aus Syrien stammend, lebt der junge Mann seit gut einem Jahr in Deutschland. Fröhlich und kommunikativ nimmt er die Herausforderung "Leben, arbeiten, lernen" an, wobei er bereits in der Lage ist, sich auf Deutsch zu unterhalten.
Auf sechs Monate angelegt, zeichnen sich bereits positive Erfahrungen auf beiden Seiten ab. "Neben den Komponenten Arbeiten und Lernen spielt auch das Leben eine wichtige Rolle innerhalb des Projekts. So helfen wir bei unterschiedlichen Ämtergängen und allem, was sonst noch anfällt", so Karen Mittelstädt.

Teilnahme
Interessenten für das Projekt "Leben, arbeiten, lernen" können sich unter Tel.: 328597 direkt bei der Tafel informieren. Nach einer Beratung muss die Projektteilnahme über das Bochumer Jobcenter beantragt werden.
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