Seit 20 Jahren Energie-Stammtisch der Verbraucherzentrale in Arnsberg

v.l.: Ute Backhaus, Dr. Johannes Spruth, Werner Frin, Rosemarie Goldner, Dr. Gotthard Scheja, Dr. Jörg Scholtes, Marlies Albus, Werner Lattrich
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  • v.l.: Ute Backhaus, Dr. Johannes Spruth, Werner Frin, Rosemarie Goldner, Dr. Gotthard Scheja, Dr. Jörg Scholtes, Marlies Albus, Werner Lattrich
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Südwestfalen ist auf einem guten Weg …

… das war ein Fazit des Gastreferenten, Dr. Jörg Scholtes, Institut für Technologie und Wissenstransfer am Hochschulstandort Soest (TWS), beim 175. Energie-Stammtisch der Verbraucherzentrale im Forum des Peter-Prinz-Bildungshauses in Arnsberg. Südwestfalen ist zwar Vorreiter in Bezug auf Stromerzeugung aus erneuerbarer Energie, aber es geht beim Klimaschutz vor allem um Wärme, Transport und privaten Konsum, es geht darum zu Hause anzufangen, so das weitere Fazit von Dr. Scholtes sinngemäß.
Am Montag, dem 20. Oktober feierte die Energieberatung der Verbraucherzentrale Arnsberg mit gut 50 Gästen auch aus Politik und Verwaltung. In Ihrem Grußwort lobte die stellvertretende Bürgermeisterin Rosemarie Goldner die Kontinuität der 1994 ins Leben gerufenen Veranstaltung und sprach über eigene Erfahrungen mit „…verbrauchernaher Energieberatung durch Dr. Spruth.“ Ute Backhaus, Fachbereichsleiterin der Volkshochschule, war in ihr Archiv „herabgestiegen“ und hatte festgestellt, dass der Energie-Stammtisch seit fast 10 Jahren mit der Volkshochschule verbunden ist. „Er ist mit der Volkshochschule umgezogen“ und hat nun im Forum nach den vorherigen beengten Verhältnissen einen guten Platz gefunden. „Ich hoffe auf den 200. Stammtisch.“
„An den 175 Energie-Stammtischen nahmen insgesamt 5.197 Personen teil und damit im Durchschnitt knapp 30 Teilnehmer/innen je Veranstaltung,“ rechnete Dr. Johannes Spruth, Energieberater der Verbraucherzentrale in Arnsberg. „Besonders gut besucht waren Veranstaltungen, die direkt Tipps für die Verbesserung der Heizung oder des baulichen Wärmeschutzes oder zur Nutzung von erneuerbaren Energien gaben.“
In der Pause wurde der Informationsstand der Verbraucherzentrale und der Tisch mit herbstlichen, hauptsächlich regionalen Produkten für das leibliche Wohl „gestürmt“.
Danach erläuterte Dr. Scholtes seine Datenrecherchen zur „Erneuerbaren Energie in Südwestfalen“. Er zeigte anschaulich, wann und wo Anlagen im Hochsauerlandkreis und im Kreis Soest entstanden sind, so dass mittlerweile gut 30 % des jeweiligen Strombedarfs von Anlagen auf den Kreisgebieten stammt. Im Kreis Soest sind es hauptsächlich Wind- und alte Wasserkraftanlagen, wogegen im Hochsauerlandkreis der erneuerbare Strom im Wesentlichen durch neuere Wind- und Biomasseanlagen erzeugt wird. Aber auch die Photovoltaik trägt mit gut 5 % zum Strombedarf der beiden Kreise bei. Aus dem Publikum wurde dazu angemerkt, dass die neuen Bestimmungen im EEG die Zukunft der hauptsächlich von den Bürger/ -innen getragenen Stromwende erschweren. Dr. Scholtes ging im Weiteren auf die Bedeutung der Holzheizungen ein: die zentralen Holzfeuerungen haben zwar nur einen geringen Anteil, jedoch sind Holzöfen je nach Ort in bis zu 60 % der Gebäude anzutreffen. Er schätzte, dass einschließlich der thermischen Solaranlagen nur 10 bis 15 % der Wärme erneuerbar ist. Es geht demnach mehr um eine Wärme- als um eine Stromwende. Auch bei der privaten Kohlendioxid-Bilanz hat der Strom eine untergeordnete Bedeutung: Von den jährlich ca. 10 Tonnen Kohlendioxid des Durchschnittshaushaltes entfallen lediglich 0,75 Tonnen auf den Strom aber auf den privaten Konsum und die Mobilität jeweils über 2,5 Tonnen. Hier bietet die Energiewende mehr Chancen als Risiken, so Dr. Scholtes und hier kann jede/ - r zu Hause anfangen. Solche Praxistipps werden auch der Schwerpunkt bei den kommenden Energie-Stammtischen bleiben.
Nach diesen Anregungen und reger Diskussion klang der gelungene Abend aus mit dem beim Energie-Stammtisch üblichen Erfahrungsaustausch und dem „Fachsimpeln“ in kleinen Gruppen.

Autor:

Carsten Peters aus Arnsberg

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