Das Chaos in meinem Fuss

Lange Zeit tat der Fuß mir schon weh
Was kann das nur sein, wo ich doch gar nichts seh?
Kaum Auftreten ist möglich, lege das Bein öfter hoch
Und frag mich immer wieder: was kommt denn jetzt noch?

Dann, nach ca. 12 Wochen, was tut sich denn da?
An meiner alten Narbe nehme ich eine Veränderung wahr.
Fast 60 Jahre ist es schon her, da wurde ich dort operiert,
Was passiert da? Bin doch sehr interessiert.

Die Ärztin legt einen Streifen darauf und klebt alles zu,
Jetzt habe ich erst mal 3-4 Tage Ruh.
Dann wieder dasselbe und noch mal warten,
Es wird leider nicht besser, da müssen wir was anderes starten.

Gefässchirurgie, das ist der nächste Termin,
Da muss ich zum St. Rochus-Krankenhaus hin.
Die Ärztin dort ist nicht sehr nett,
Ich liege ne ½ Stunde auf dem Bett,
Dann kommt sie, sie holt einen „Löffel“ herbei
Und beginnt an der Wunde zu kratzen so ganz nebenbei.

„Was wollen sie, die Gefäße sind frei,
Die Wunde gesäubert, da ist doch nichts bei.“
Ich frage, was muss ich als nächstes denn tun?
Da sagt sie, einfach mal ein bisschen ruhen.

„Es ist alles in Ordnung, das wird alles gut,“
mich packt so langsam aber sicher die Wut.
Ich rufe jetzt erstmal beim Orthopäden an,
krieg einen Termin und komme auch recht schnell dran.

Als er meinen Fuß sieht, sagt er, ich käme viel zu spät,
weil jetzt geschnitten werden muss, es anders nicht geht.
So erhalte ich eine Einweisung ins Krankenhaus
und schon beginnt der nächste Graus.

Die Ärzte sind ratlos und wissen nicht weiter,
müssen sich erst unterhalten mit dem Chef, dem chirurgischen Leiter.
Ich soll am nächsten Tag dann kommen um acht,
dann wissen sie mehr, was wer wo wann denn macht.

Sie reden miteinander und ich hör nur immer,
wenn sie schneiden, machen sie es vielleicht schlimmer.
Sie machen einen Abstrich noch von der Wunde,
ich bin doch Patient, nicht irgendein Kunde.

Dann darf ich gehen, es ist Freitag, da wird eh nichts gemacht,
montag morgen um 11:00 Uhr soll ich kommen, das haben sie mir gesagt.
Dann würden Termine wie EKG und MRT schon stehen,
doch jetzt sollte ich erst wieder gehen.

Also wieder nach Hause und montags, ich war grade duschen,
geht das Telefon, Krankenhaus Datteln, jetzt muss ich mich puschen.
Sie sagen, ich hätte den Keim, MRSA, da müssen sie erst ein Zimmer bereiten,
ich solle noch warten, sie würden sich melden beizeiten.

Sie melden sich nicht, ich rufe dann an,
da sagt man, der Oberarzt sieht sich grade die Akte erst an.
Er meldet sich noch am heutigen Tage, so sagten sie am Telefon,
erst einen Tag später kam der Anruf dann schon.

Jetzt sollte ich einen Termin machen zum MRT hier vor Ort,
ich dachte, in Datteln ging es doch sofort?
Schon waren wieder viele Tage vergangen und nichts war geschehen.
Mein Fazit war nur, so kann es nicht weitergehen.

Ich rief bei dem Orthopäden nochmals an
und schilderte die ganze Sache ihm dann.
Das Vertrauen in das Krankenhaus Datteln war hin,
das machte mir Angst und ergab keinen Sinn.

Nun bekam ich die Einweisung zum EVK,
machte einen Termin dort zum MRT gleich klar.
Am Dienstag dann in die Chirurgie mit Termin,
am Sonntag war klar: Ich muss zur Notaufnahme hin.

Die Schmerzen wurden ja schlimmer, es war kaum zu ertragen
und keine Antwort auf alle meine Fragen.
Nun wurde endlich was gemacht,
ich blieb gleich da, nicht nur eine Nacht.

Nun bin ich schon 7 Wochen hier,
7 mal Narkose liegen hinter mir.
Der Keim, der ist nicht totzukriegen,
Das Kreuz tut weh vom vielen Liegen.

Von dem Thrombosestrumpf hab ich ne Allergie,
vom Liegen schmerzt das andere Knie.
Was kommt denn noch? Ist meine ständige Frage,
Es hilft ja nichts, wenn ich auch klage.

Der liebe Gott hat es beschlossen,
die Gitta wird jetzt mal abgeschossen.
Sie liegt im Zimmer allein, isoliert.
ne Decke zum wärmen, damit sie nicht friert.

Jetzt kann sie schreiben, denken und lesen,
was heute kommt und gestern gewesen.
Die Hoffnung ist immer, der Keim ist nun fort,
dann sagt der Arzt: Ne, er ist immer noch dort.

Wieder mal auf den nächsten Abstrich warten,
ach, jetzt wäre ich gerne im Garten!
Nicht denken, was kann, nur wissen, was ist,
Wie lange dauert er noch, dieser ganze Mist?

Doch aus allem das Possitive rausgenommen,
sieht aus, als hätte ich abgenommen.
Das Essen ist gut, da kann man nicht klagen,
ich hab nur keinen Hunger, das muss ich schon sagen.

Das ist aber super, bin eh viel zu dick,
ich finde es klasse, ich finde es schick.
Trotz Einzelhaft in diesem Zimmer
find ich dies nicht so schlimm, die Schmerzen sind schlimmer.

Tabletten habe ich nie gern genommen,
doch es geht nicht ohne, wenn die Schmerzen dann kommen.
Die Hoffnung, die bleibt, irgendwann ist hier Schluss,
der Keim ist besiegt, nach Hause ich muss.

Und ist der Weg auch noch so lang,
ich hab nur den Keim, ich bin ja nicht krank.
Wenn das Vieh besiegt ist, dann bin ich so froh
und singe von Herzen hollaradiho.

Und dauert es auch lange, ich brauch halt Geduld,
ich kann nichts dafür, mich trifft keine Schuld.
Mit Gottes Hilfe werde ich es schon richten
und wenn ich nichts tu, dann kann ich ja dichten.

Nun hat der Doktor mir grade bestätigt,
es geht langsam aufwärts, nicht schnell, aber stetig.
Die Anzahl der Keime werden auch leicht geringer
„Das sind aber auch wirklich ganz fiese Dinger.“

Jetzt geht es langsam aber sicher voran,
ich bin optimistisch und denke mir dann:
Egal, was noch kommt, ich bin dazu bereit,
es beginnt nun eine bessere Zeit.

Jeden Tag geht es voran
bald ist dies Geschichte, ich glaube daran.

All meine Freunde haben mich unterstützt,
die Kerzen, die angezündet wurden, haben sehr viel genützt.
Immer fühlte ich mich eingebunden
in dieser Gemeinschaft, all die vielen Stunden.

So war ich niemals ganz allein,
es ist schön, Mitglied dieser Gemeinschaft zu sein.
Ein DANKE an alle, die an mich gedacht,
und mir den Aufenthalt im Krankenhaus so abwechslungsreich gemacht.

Nun ist es nach 11 Wochen endlich geschehen,
der Keim ist verschwunden, nicht mehr zu sehen.
Die Vac-Pumpe hat ihren Dienst eingestellt
und ich bin der glücklichste Mensch dieser Welt.

Autor:

Brigitte Kleiber aus Castrop-Rauxel

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