Zwei Brüder vom CF Barcelona zum TV Jahn Hiesfeld
Auf Messis Spuren

Das ist das Fußballtalent Anouar Nouali
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Welcher fußballballbegeisterte Junge träumt nicht davon? Einmal ganz nah bei den Stars der Branche zu sein, ihnen zuzuschauen, von ihnen zu lernen um irgendwann vielleicht mal selbst so gut zu sein wie Lionel Messi, Luca Modric oder Neymar.
Anouar Nouali war ganz nah dran. Er hat mehr als drei Jahre lang die Fußballschule des CF Barcelona besucht. Anouar ist 13 Jahre jung. Im zarten Alter von zehn Jahren wagten die Eltern den Schritt von Belgien nach Spanien. Die Familie Nouali stammt aus Marokko. Seit 1991 war sie jedoch in Belgien in der Nähe von Antwerpen beheimatet. Zur Familie gehören außerdem Souhaib der ältere Bruder, sowie noch drei weitere Geschwister.
Anouar und Souhaib haben Fußballerblut in ihren Adern und Venen. Ballgewandt, technisch beschlagen und total beseelt vom runden Leder. Die beiden sind unzertrennlich. Und immer zuckt es in ihren Füßen, wenn sie die runde Kugel liegen sehen.
Souhaib hatte sich schon in Belgien bis Oberliga hochgespielt. Bruder Anouar wollte da nicht nachstehen. Sein Talent fiel im Jahr 2017 bei einem Jugendturnier des KV Mechelen Scouts des CF Barcelona auf. Anouar oder besser seinen Eltern, wurde das Angebot gemacht in die katalanische Hauptstadt zum Weltclub CF Barcelona zu kommen.

Erst Freude, dann Heimweh

Die Hoffnung und Freude war riesengroß. Nach kurzer Vorbereitung ging es gemeinsam mit Bruder Souhaib für Anouar auf die große Reise ins Ungewisse. Morgens Schule, nachmittags Fußball. Tagein, tagaus. Die Brüder wohnten etwas außerhalb des Traningscamp. Souhaib übernahm nicht nur den Fahrdienst, er wurde auch zum Vaterersatz. Parallel dazu besuchte das Sprachtalent Souhaib (er spricht fünf Sprachen) eine Sprachschule um zusätzlich noch Spanisch und Katalan zu erlernen. Er spielte selbst in der spanischen 4. Liga. Gelegentlich machte sich die Mutter der beiden auf die strapaziöse Reise von Belgien nach Barcelona. „Ich hatte viel Spaß, habe jede Menge Fußball  gespielt und viel gelernt.“ erinnert sich Anouar. Doch tief in seinem Herzen machte sich Heimweh breit. Besonders schlimm wurde es, wenn die Mutter wieder nach Hause musste. „Mir fehlte Mama und Papa und die anderen Geschwister.“ So reifte im Inneren die Entscheidung, doch wieder zurück zur Familie zu gehen. Auch weil der Vater zwischendurch erkrankte. Im Januar 2020 wurde dann von Seiten des CF Barcelona, unter anderem wegen der Corona-Krise in Spanien, angekündigt, dass die Ausbildung zu Ende ginge. Das hätte nicht das Ende des spanischen Fußballabenteuers sein müssen. Der spanische Profi in Diensten des CF Barcelona, Gerard Piqué (Weltmeister 2010 und Europameister 2012), der auch eine Fußballschule betreibt, machte ein Angebot zur weiteren Zusammenarbeit.
Doch das Heimweh und die Sehnsucht zurück zur Familie waren seinerzeit größer als der Traum vom Profifußballer. „Wir hatten unterschiedliche Empfindungen. Bei Anouar war die familiäre Trennung ein Problem. Er wollte zurück.“ gibt Souhaib den Grund an, warum das Spanien-Abenteuer beendet wurde. Was jedoch nichts an den Zukunftsplänen und Träumen der beiden ändert. Der Traum vom Fußballprofi lebt weiter. Bei beiden.

Jetzt bei den "Veilchen"

Seit August sind Anouar und Souhaib mit ihrer Familie über Belgien nach Deutschland gekommen. Die Familie hat eine neue Heimat in Duisburg gefunden. Sportlich sind sie bei den "Veilchen" untergekommen. Für Souhaib läuft bereits der Antrag zur Spielberechtigung in der Oberliga für den TV Jahn Hiesfeld. Für Anouar laufen Bemühungen ihn zum Gymnasium zu schicken. Zunächst lernt Anouar erst einmal deutsch.
Bei der Integration spielt Ismail Bouadi (27 J.) eine große und wesentliche Rolle. Ismail ist ein Cousin und langjähriger Freund und Helfer der Familie Nouali. Ismail macht derzeit eine Ausbildung zum Bürokaufmann in der Firma „Communikation“ von Dr. Dirk Scholten-Akoun. „Die Familie hat angefragt ob ich helfen könnte. Da habe ich natürlich ohne wenn und aber sofort zugesagt.“ meint Ismail. Nach Absprache mit Dr. Scholten-Akoun machte sich Ismail an die Arbeit. Durch das gut und weit verzweigte Netzwerk von Communikation ist es zunächst gelungen die beiden Fußballer nach Hiesfeld zu vermitteln. Für Anouar bemüht sich Dr. Scholten-Akoun um eine Aufnahme am Gymnasium. Zurzeit lernt Anouar in der Sprachschule Deutsch. Als zweiter Schritt soll dann die Vermittlung in ein Sportinternat in der Nähe erfolgen. Um dann eventuell einmal den dritten Schritt zur Profikariere machen zu können.

Autor:

Heinz Haas aus Mülheim an der Ruhr

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