Wolfgang Hacke hat sich für den Trauer- und Begräbnisdienst fortgebildet
Wanderer zwischen den Welten

Wolfgang Hacke hat an einer Ausbildung zum Trauer- und Begräbnisdienst des Bistums Münster teilgenommen. Foto: Bischöfliche Pressestelle/Michaela Kiepe
  • Wolfgang Hacke hat an einer Ausbildung zum Trauer- und Begräbnisdienst des Bistums Münster teilgenommen. Foto: Bischöfliche Pressestelle/Michaela Kiepe
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Dorsten. Bereits seit zehn Jahren beschäftigt Wolfgang Hacke das Thema Trauer- und Begräbnisdienst. „Damals hatte mir Pfarrer Hans-Gerd Paus sein Konzept für eine Fortbildung von Laien vorgestellt. Das hat mir sehr gut gefallen. Allerdings gab es im Bistum Münster noch keine entsprechenden Kurse“, berichtet der 73-Jährige. Doch das ist jetzt anders. Gemeinsam mit 15 weiteren Frauen und Männern hat sich Hacke in diesem Jahr als Ehrenamtlicher für den Trauer- und Begräbnisdienst in einer mehrteiligen Fortbildung des Bistums qualifiziert.

„Die Entscheidung ist in mir gereift und hängt mit meiner Biografie zusammen“, erklärt der pensionierte Lehrer. Immer mal wieder sei er von Freunden gefragt worden, ob er bei Beerdigungen eine Trauerrede halten könne. Diesen Wünschen habe er entsprochen und positive Rückmeldungen erhalten. „Elemente, die wir als christlich bezeichnen, werden in anderen Kontexten anders wahrgenommen. Da bin ich ein Wanderer zwischen den Welten – ökumenisch in einem sehr weiten Sinn des Wortes“, sagt Hacke. Geprägt habe ihn auch Pfarrer Wilhelm Schultes, der lange in Barkenberg tätig war. „Es ist seine Offenheit. Er hatte viele persönliche Kontakte zu Menschen, die ihn trotz ihrer Distanz zur Kirche schätzten“, erklärt er.
Mit dieser Offenheit, mit Demut und der Bereitschaft, von Menschen aus einem anderen kulturellen beziehungsweise weltanschaulichen Kontext dialogbereit hinzuzulernen, geht auch Hacke auf die Menschen zu. Sei es während seiner Zeit, als er gemeinsam mit seiner Ehefrau Renate im kirchlichen Entwicklungsdienst in Mexiko und Guatemala tätig war, an seiner ehemaligen Schule oder in der Gemeinde. Seit sechs Jahren ist das Ehepaar zurück aus Guatemala. „Insgesamt waren wir zwölf Jahre im Entwicklungsdienst tätig, in der wir eigentlich selbst entwickelt worden sind. Aber in dieser Zeit waren wir auch immer in Barkenberg verwurzelt“, berichtet er.

„Insgesamt waren wir zwölf Jahre im Entwicklungsdienst tätig, in der wir eigentlich selbst entwickelt worden sind. Aber in dieser Zeit waren wir auch immer in Barkenberg verwurzelt".

In den letzten Jahren sei in ihm wieder der Wunsch entfacht, sich um das Thema Begräbnisdienst zu kümmern. „Denn ich möchte dem Menschen – welcher Überzeugung auch immer – seine Würde zuzusprechen.“ Konkret wurde es, als Pastoralreferentin Marlies Terbeck ihm von der Weiterbildung beim Bistum berichtete. „Das ist ein Stück meiner Berufung und ein weiterer Horizont, über den ich für Menschen da bin, die nicht nur im kirchlichen Raum zu finden ist“, ist er sich sicher. Eine sensible Spiritualität mit gleichzeitiger Offenheit und ohne Vorbehalte seien ihm bei seinem neuen Dienst wichtig. „Transzendenz ist etwas, das das Alltägliche übersteigt, eine christliche Auferweckungshoffnung und auch eine ‚Haltung‘. die jeden Menschen vor die Frage nach dem Sinn des Lebens stellt.“
Gern denkt er an den Kurs zurück. „Das war toll. Die Atmosphäre war von der ersten Minute von Vertrauen geprägt“, berichtet Hacke. Zudem lobt er die „pädagogische Berufung“ der Kursleiterin Gudrun Meiwes: „Ihr Motto lautete, den Menschen etwas zuzutrauen. Das war eine Einladung, seine Gaben zu entfalten und das hat alle motiviert.“
Hacke ist es ein Anliegen in seinem Dienst, den er in der Pfarrei St. Matthäus aufnimmt, die Menschen mit ihren Sehnsüchten anzusprechen. „Auch diejenigen, die nicht mehr unbedingt etwas mit der Kirche zu tun haben. Aber es ist wichtig, dass sie sich in der Trauerfeier und Begleitung wiederfinden und angesprochen fühlen.“

Autor:

Michael Menzebach aus Haltern

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