Helfen steht ihnen gut zu Gesicht: 250 Schützen gedenken „Engel der Armen“

Fahnenparade in der Altstadt
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Seit 155 Jahren feiern die Schützen des St. Sebastianus Schützenverein Düsseldorf 1316 den Stephanie-Hohenzollern-Gedenktag. Wie immer am 2. Mai machten sich die Schützen nach Messe und Appell auf, um in den Rheinterrassen Stephanie, Königin von Portugal und Prinzessin von Hohenzollern, die in Düsseldorf als „Engel der Armen“ in die Geschichte eingegangen ist, zu gedenken.

Dass am Sonntag Muttertag war, tat dem zahlreichen Erscheinen der Schützen beim diesjährigen Stephanie-Hohenzollern-Gedenktag keinen Abbruch. Viele Schützen traten auf der Rheinallee an, marschierten gemeinsam zur Basilika St. Lambertus, um dann am Festgottesdienst teilzunehmen. Nach erfolgtem Appell in der Altstadt begaben sich die rund 250 Schützen zur Feierstunde in den Radschläger-Saal der Rheinterrasse. Nach erfolgter Begrüßung der Honoratioren machte Schützenchef Lothar Inden darauf aufmerksam, dass die Schützen sich um die Belange der in Not geraten Menschen genauso kümmern, wie die 1852 nach Düsseldorf gekommene Prinzessin Stephanie. Sie, die Tochter des Fürsten Karl Anton von Hohenzollern-Sigmaringen und seiner Gemahlin Prinzessin Josephine von Baden, übernahm die caritative Aktivität ihrer Mutter und unterstützte die Armen in ihrer Misere. So soll sie zeitgenössischen Berichten zur Folge mit einem Korb voller Gaben ohne Diener und Lakai persönlich in die Häuser der verarmten Bevölkerung gegangen sein. „Der Engel der Armen“, wie man Prinzessin Stephanie später nannte, war sich nicht zu schade, „mit eigener Hand zu spenden und Gaben zu verteilen.“

Wohltätige Schützen

Chef Inden sieht hierin auch die Aufgabe der Schützen, die sich für die Menschen einsetzen, die Unterstützung nötig haben. „Helfen steht uns gut zu Gesicht“, ruft er in den Saal. Ob Mensch oder Institution, die Schützen des St. Sebastianus Schützenvereins 1316 sind zur Stelle. So auch an diesem Muttertag. Lothar Inden überreichte der Leiterin der Notaufnahme für Frauen – Ariadne -, Stephanie Volkenandt, einen Scheck in Höhe von 5000 Euro. „Die Einrichtung der Diakonie Düsseldorf“, erklärt Volkenandt, stellt ausschließlich Frauen, die durch traumatische Lebensereignisse aus der Bahn geworfen wurden, zunächst ein Dach über dem Kopf zur Verfügung. Diese Herberge können die Frauen solange genießen, bis sie aus eigener Kraft die Wohnungslosigkeit beenden können.“ Die Frauen, die oft auch mit ihren Kindern die Einrichtung aufsuchen – 3000 im Jahr mit etwa 300 Kindern -, sind in der Regel psychisch krank, süchtig oder schlicht arm. „Allein die Hälfte der Frauen haben einen Migrationshintergrund“, meint die Leiterin von Ariadne. Mit dem Geld möchten die Mitarbeiter der Einrichtung notwendige Zimmerrenovierungen vornehmen, oder die eine oder andere Kücheneinrichtung auswechseln. „Mit dem kleinen Betrag hoffen wir ein wenig Abhilfe schaffen zu können“, meint Inden.

Leitmotiv helfen

Ehrenchef und Kuratoriumsmitglied der Bürgerstiftung Lambertus, Josef Arnold, kam ebenfalls in den Genuss eines Schecks. Die Stiftung, die sich dafür einsetzt, das geistliche und kulturelle Erbe zu erhalten, unterstützt mehrere Projekte. Eines davon ist die Restaurierung des Mataré-Portals („Heimkehr des verlorenen Sohnes“ von Ewald Mataré) an der St. Lambertus Basilika. Auch hier helfen die Schützen des St. Sebastianus Schützenvereins 1316. Auch das steht ihnen gut zu Gesicht!
Peter Frank

Autor:

Peter Frank aus Düsseldorf

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