Sonderausstellung in der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf
Späte Ehrung für Düsseldorferinnen mit Zivilcourage

Peter Neyses Mutter Hilde gehört zu den mutigen Frauen, die in der von Kuratorin Astrid Hirsch (l.) und Hildegard Jakobs, stellvertretende Leiterin der Mahn- und Gedenkstätte, entwickelten Sonderausstellung zu sehen sind.
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  • Peter Neyses Mutter Hilde gehört zu den mutigen Frauen, die in der von Kuratorin Astrid Hirsch (l.) und Hildegard Jakobs, stellvertretende Leiterin der Mahn- und Gedenkstätte, entwickelten Sonderausstellung zu sehen sind.
  • Foto: Foto: C. Hötzendorfer
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Luise Rainer, Cilly Helten, Erna Eckstein, Rose Ausländer oder Johanna Ey. „Mutig – weiblich – unvergessen, Düsseldorfer Frauen in der Geschichte“, der Titel der Sonderausstellung, die von heute an bis 24. März in der Mahn- und Gedenkstätte zu sehen sein wird, bringt auf den Punkt, was diese Düsseldorferinnen vereint.

Ihr Engagement während der NS-Zeit, blieb häufig verborgen, sie selbst standen vielfach im Schatten der Männer, wie beispielsweise die Journalistin und Verlegerin Hulda Pankok, Ehefrau des Künstlers Otto Pankok, die von den Nazis Berufsverbot bekam. Selbst im Exil lebend, versteckten die beiden das befreundete Ehepaar Barz. Die Gedenkstätte Yad Vashem ehrte die Pankoks dafür 2013 als „Gerechte unter den Völkern“.

Nur 70 Straßen tragen Frauennamen 

Die Idee zur Sonderausstellung hatten Hildegard Jakobs. Stellvertretende Leiterin der Mahn- und Gedenkstätte und Astrid Hirsch, die diese kuratiert hat, als sie den Stadtplan „Frauenwege in Düsseldorf mit historischem Blick“ in den Händen hielten. „Von den 885 Düsseldorfer Straßen, die Namen von Persönlichkeiten tragen, standen nur 70 Frauen Pate“, erklärt Astrid Hirsch. „Zu wenig“, fanden die beiden. „Es waren vor allem viele Frauen, die während der NS-Zeit Verfolgte versteckten“, stellt die Kuratorin klar und macht deutlich: „man unterschätzt, wie wichtig es war, dass sie bei rationierten Lebensmitteln, größere Mengen organisierten und ihre Kinder spielerisch davon abhielten, sich zu verplappern“,

Verstecken spielen wenn es klingelte 

Eines dieser Kinder war Peter Neyses. Damals  gerade einmal sechs Jahre alt, erinnert er sich noch daran, „wie wir sobald es an der Tür klingelte, immer mit Tante Erna verstecken spielten“. Er habe, so sagt er augenzwinkernd, sich schon gewundert, warum der Hausgast sich immer an der gleichen Stelle unter der Treppe versteckt hat. Seine Mutter Hilde Neyses, die ebenfalls in der Ausstellung geehrt wird, hatte im September 1944 ihre Nachbarin Erna Etscheid im Haus der Familie am Kaiser-Friedrich-Ring versteckt, als diese ihren Deportationsbescheid bekam. So konnte sie dem wohl sicheren Tod in einem der Vernichtungslager entgehen und hat den Krieg überlebt.

Sonderausstellung noch bis 24. März 

Die Sonderausstellung „Mutig – weiblich - unvergessen, Düsseldorfer Frauen in der Geschichte“ ist in der Mahn- und Gedenkstätte, Mühlenstr. 29, noch bis 24. März zu sehen. Der Eintritt ist frei. Öffnungszeiten: dienstags bis freitags und sonntags 11 bis 17 Uhr, samstags 13 – 17 Uhr.
Am 12. März um 19 Uhr, gibt es eine kostenfreie Kuratorinnenführung.

Claudia Hötzendorfer

Peter Neyses Mutter Hilde gehört zu den mutigen Frauen, die in der von Kuratorin Astrid Hirsch (l.) und Hildegard Jakobs, stellvertretende Leiterin der Mahn- und Gedenkstätte, entwickelten Sonderausstellung zu sehen sind.
Johanna Ey, die Geschwister Aufricht, Lotte Wicke und Ella Bial gehörten zu den in der Sonderausstellung in der Mahn- und Gedenkstätte portraitierten Frauen mit Zivilcourage.

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