St. Martin am Rathaus

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Düsseldorf stand am Freitagabend (10. November) ganz im Zeichen von St. Martin. Dem alten Brauch folgend, zog St. Martin hoch zu Ross gefolgt von einer großen Kinderschar durch die engen Straßen und Gassen der Düsseldorfer Altstadt. 1886, vor mehr als 125 Jahren, wurde dieser Zug erstmals organisiert.

Der Zug durch die Altstadt begann um 17 Uhr an der Ratinger Straße/Ecke Ursulinengasse und zog über die Straße "Altestadt" weiter über Ratinger-, Neubrück -, Mühlenstraße, Burgplatz, Kurze-, Andreas-, Hunsrücken- und Bolkerstraße zum Marktplatz. Zur Einstimmung wurde bereits um 16.45 Uhr vor dem Rathaus die Geschichte von Sankt Martin verlesen. Gegen 17.30 Uhr war auf dem Martkplatz dann die erste Mantelteilung zu erleben. Von dort ging es rund um den Carlsplatz und weiter über Mittelstraße und "Rheinort" zum Burgplatz, wo gegen 18 Uhr die zweite Mantelteilung stattfand. Anschließend löste sich der Zug auf. Die Darstellung der Rollen von St. Martin und dem Bettler lag wieder in bewährten Händen. Als St. Martin ritt Engelbert Jäger (64) im Zug, als Bettler war Branko Alfermann (49) dabei. Die Vereinigung der Freunde des Martinsfestes zeichnet nicht nur für den großen Zug verantwortlich, sie organisiert auch eine Reihe von Veranstaltungen, die das Brauchtum zum Martinsfest stärken sollen.
In den beiden Wochen rund um den Martinstag fand an jedem Abend in mindestens einem Düsseldorfer Stadtteil ein Martinszug statt, bei dem Kinder und Erwachsene mit erleuchteten Laternen hinter Ross und Reiter her zogen und dabei die überlieferten Lieder sangen. Während in den einzelnen Stadtteilen oft Schulen, Kindergärten oder Schützenvereine als Veranstalter der Martinszüge fungieren, hat sich für den Bereich der Düsseldorfer Altstadt 1925 die Vereinigung der Freunde des Martinsfestes e.V. zusammengefunden.
Die Bräuche zum Martinsfest reichen bis weit ins Mittelalter zurück. Das liegt sicher auch daran, dass der Ruf des Hl. Martin schon im 11. Jahrhundert vom Franken bis in das Sachsenland gedrungen war. Bereits im 5. Jahrhundert wählten ihn Kirchen, Klöster und Hospitäler zum Patron. Dazu beigetragen haben mag das geradlinige Eintreten von Martin für das Christentum. Der Sohn eines heidnischen römischen Offiziers 316 in Westungarn geboren ließ sich mit 18 Jahren taufen. Zuvor hatte er vor Amiens noch als Heide aus Barmherzigkeit mit einem Bettler seinen Soldatenmantel geteilt. Bald nach der Taufe verließ Martin das Heer und wurde Einsiedler. Er lebte in verschiedenen Klöstern und wurde schließlich um 370 gegen seinen Willen zum Bischof von Tours in Frankreich gewählt. 397 soll er gestorben sein.

Autor:

Oleksandr Voskresenskyi aus Düsseldorf

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