Blaugrüner Ring
Große Resonanz bei der Bürgerbeteiligung im Hofgarten

Stellten die Bürgerbeteiligung vor: Planungsdezernentin Cornelia Zuschke (r.), OB Thomas Geisel (vorne). Mit dabei: Gründezernentin Helga Stulgies, Kulturdezernent Hans-Georg Lohe, Thorben Meier (Düsseldorf Marketing) und Jonges-Baas Wolfgang Rolshoven.
  • Stellten die Bürgerbeteiligung vor: Planungsdezernentin Cornelia Zuschke (r.), OB Thomas Geisel (vorne). Mit dabei: Gründezernentin Helga Stulgies, Kulturdezernent Hans-Georg Lohe, Thorben Meier (Düsseldorf Marketing) und Jonges-Baas Wolfgang Rolshoven.
  • Foto: Landeshauptstadt Düsseldorf/Ingo Lammert
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16 Teams starten in die zweite Phase des städteplanerischen Wettbewerbs zur Entwicklung einer einzigartigen Flanier- und Museumsmeile im Herzen Düsseldorfs.

Über 900 ausgefüllte Rückmeldekarten, Briefe und E-Mails: Das ist die positive Bilanz aus der einwöchigen Bürgerbeteiligung zum Wettbewerb Blaugrüner Ring. Vom 20. bis 27. März waren die Bürger eingeladen, sich die 45 eingegangenen Entwürfe der ersten Wettbewerbsphase im Hofgarten rund um das Ratinger Tor anzuschauen und auf Rückmeldekarten zu kommentieren. Wortwörtlich tausende Düsseldorfer folgten dem Aufruf der Stadt und verschafften sich bei überwiegend frühlingshaften Temperaturen einen Überblick über die Vielfalt der Konzeptvorschläge, die in der 180 Meter langen Outdoor-Ausstellung zu sehen waren. Etwa 800 interessierte Einwohner und Touristen statteten auch dem Projektbüro im Südflügel des Ratinger Tors einen Besuch ab, um sich über den Blaugrünen Ring zu informieren, sich die Ergebnisse der ersten Beteiligungsphase anzuschauen oder einfach, um einen Blick in das Ratinger Tor zu werfen.

Mehr als 900 Beiträge aus der Bürgerschaft

Viele Besucher nahmen sich ausgiebig Zeit, arbeiteten sich in die Komplexität der Entwürfe ein, verglichen Details, spürten Schwachstellen auf, gaben Hinweise, was im weiteren Verlauf des Wettbewerbs besondere Berücksichtigung finden sollte oder formulierten eigene, kreative Ideen. Mehr als 900 Beiträge kamen so zusammen und wurden in der Folge ausgewertet. Denn ausdrückliches Ziel der Beteiligung war es, dem Preisgericht zu Beginn seiner Sitzung eine Zusammenfassung der Rückmeldungen als Meinungsbild aus der Bürgerschaft zu präsentieren. Planungsdezernentin Cornelia Zuschke: "Mit der einwöchigen Open-Air-Ausstellung im Vorfeld der ersten Jury-Sitzung haben wir einen neuartigen und kreativen Baustein in den Wettbewerb eingefügt. Die große Resonanz und Aufmerksamkeit aus der Bevölkerung spricht deutlich für diese innovative Vorgehensweise: Die Anzahl der Rückmeldungen ist überwältigend und hat unsere Erwartungen übertroffen."

Verlängerung des Rheinufertunnels

Fast alle Wettbewerbsentwürfe sehen eine Verlängerung des Rheinufertunnels vor. Eine ebenso große Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger spricht sich – trotz aller Sorge um Kosten und temporäre Auswirkungen der Großbaustelle - für die Norderweiterung der bestehenden Unterführung aus. Hierbei wird oft auf den positiven Effekt des bestehenden Tunnels verwiesen, der Düsseldorf an den Rhein zurück- und neue Flächen mit hoher Aufenthaltsqualität hervorgebracht hat. Das Gleiche versprechen sich die Bürger auch in Bezug auf den Wiederanschluss des Hofgartens an den Rhein.

Im Gegensatz zu diesem Mammutprojekt wünschen sich viele Bürger ein sehr behutsames Vorgehen, wenn es um neue Gebäude und Bauvorhaben geht – insbesondere im Falle von Häusern mit größerer Geschossanzahl. Vielen ist in diesem Zusammenhang auch wichtig, dass die kleineren Dinge nicht vergessen werden, die das Verweilen am und im Blaugrünen Ring angenehmer machen, wie zum Beispiel öffentliche Toiletten, Mülleimer, Sitzgelegenheiten oder einfach nur frei und kostenlos nutzbare Flächen oder niedrigschwellige Angebote.

Aufwertung und Erweiterung der Grünflächen

Konsens besteht größtenteils darüber, dass eine Aufwertung und - wo möglich – Erweiterung der bestehenden Grünflächen gewünscht ist. Dies nicht nur, um die Aufenthaltsqualität im Blaugrünen Ring zu stärken, sondern auch vor dem Hintergrund der immer wichtiger werdenden Maßnahmen zur Klimaanpassung. Dabei ist es vielen Bürgern auch wichtig, Grün- und Freiflächen konzeptionell in größeren Zusammenhängen zu denken und neue Verbindungen und Vernetzungen zu schaffen. In diesem Kontext wurde auch auf eine Ausweitung der Wasserflächen in der Stadt, zum Beispiel durch die Offenlegung der Düssel, hingewiesen. Zudem würde sich die Sichtbarmachung des Gewässers auch positiv auf das Stadtbild auswirken.

Verkehrsberuhigte Zone

Obwohl in dieser früheren Phase des Wettbewerbs noch keine detaillierten Verkehrskonzepte im Fokus standen, wurde das Thema Mobilität sehr intensiv und durchaus kontrovers von der Bürgerschaft beleuchtet. Die überwiegende Mehrheit sieht den Blaugrünen Ring als in weiten Teilen autofreie oder zumindest spürbar verkehrsberuhigte Zone. Dieser Wunsch trifft allerdings auf Sorge, dass dafür angrenzende Bereiche stärker durch den motorisierten Individualverkehr belastet werden. Unstrittig scheint für die Bürger dagegen, dass Radwege fehlen, vor allem solche, die sowohl vom Auto- als auch vom Fußgängerverkehr separiert sind. Neben Radfahrwegen fehlten aber auch ausreichende Abstellmöglichkeiten sowie klare Wegebeziehungen entlang des Rings, der heute an einigen Stellen von Straßen oder ähnlichen Barrieren durchtrennt ist.

Meinungsbild zur Oper

Von den Kunst- und Kultureinrichtungen wünschen sich die Bürger, den Blaugrünen Ring als Möglichkeit für mehr Präsenz im Stadtalltag und als Bühne für Kollaboration und gemeinsame Projekte zu begreifen. Und die Oper? Ein einheitliches öffentliches Meinungsbild war nicht zu erkennen. Die in einigen Entwürfen vorgeschlagenen neuen Standorte, etwa am Rheinufer oder westlich des K21 wurden begrüßt wie auch verworfen. Sanierung oder Neubau? Auch hier gehen die Meinungen deutlich auseinander.

Wie geht es jetzt weiter?

In seiner zweitägigen, mit intensiven Diskussionen geführten Sitzung hat das Preisgericht in der vergangenen Woche Überarbeitungsempfehlungen für 16 Teams formuliert, die in der zweiten Wettbewerbsphase ab Anfang Juni ihre Entwürfe konkretisieren dürfen. Aus wettbewerbsrechtlichen Gründen können die Kennziffern dieser Entwürfe nicht veröffentlicht werden. Wie auch schon in der ersten Phase, werden den Wettbewerbsteilnehmern die vollständigen Ergebnisse der Öffentlichkeitsbeteiligung zur Verfügung gestellt. Diese Ergebnisse und detaillierten Hinweise aus der Jurysitzung helfen den Teams dabei, ihre Entwürfe bis Anfang Oktober weiter auszuarbeiten, um sie erneut einzureichen. Im Anschluss - Ende Oktober oder Anfang November – wird eine erneute Beteiligung der Bürger zu den verbleibenden Arbeiten durchgeführt. Ort und Zeit werden frühzeitig auf der Projekt-Website www.blaugruener-ring.de, dem Internetauftritt der Landeshauptstadt Düsseldorf www.duesseldorf.de angekündigt. Mitte Dezember tagt das Preisgericht erneut, um die Sieger zu küren, die am 16. Dezember dieses Jahres bekannt gemacht werden.

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