Unter den Tisch gekehrt? Strafanzeige gegen Innenminister nach Vorfall im Kölner Karneval 2018 bis heute unbearbeitet
Tierschutzpartei NRW: Pferdeverbot in Karnevalszügen sofort umsetzen!

Die Tierschutzpartei NRW rügt in aller Schärfe die Entscheidung des NRW-Innenministers Herbert Reul, das von Tierschützern seit langem geforderte Verbot des Einsatzes von Pferden im Karneval, insbesondere in Umzügen, auch weiterhin nicht umzusetzen. 
"Der Einsatz von Pferden bei Rosenmontagszügen ist stark umstritten, bereits in der Vergangenheit kam es immer wieder zu Unfällen, seit Jahren fordern wir ein Pferdeverbot im Karneval," betont Sandra Lück, Landesvorsitzende der Tierschutzpartei NRW.

Pferde als Fluchttiere ungeeignet für Massenumzüge
Pferde sind genetisch und verhaltensbiologisch Fluchttiere. Bei Karnevalsumzügen sind die Tiere jedoch im höchsten Maße Stress durch  - auch alkoholisierte - Menschenmassen, Lärm und lauter Musik ausgesetzt. Um das Risiko für die Karnevalsbesucher zu minimieren, müssten nach Aussagen diverser Tierärzte die Pferde für diesen Einsatz sediert werden. Die Sedierung der Tiere zur Unterhaltung des Menschen ist jedoch berechtiger Weise nicht zulässig.

Keinerlei Einsicht bei Karnevalsfan Reul
Das Innenministerium verweigert bislang und auch nun ein generelles Pferdeverbot zu Karnevalsumzügen, Herr Reul äußerte sich aktuell persönlich mit dem Wortlaut „Karneval ohne Pferde ist Mist“. "Der Innenminister scheint der Auffassung zu sein, dass er mit einem 'Basta' die Debatte über Tierrechte und Gefährdungslagen für Umzugsbesucher wie Pferde vom Tisch wischen kann," zeigt sich Landesgeschäftsführer Reiner Lück verärgert. Wieso Geselligkeiten und bunte Umzüge an Karneval unabdingbar an die Präsenz von leidenden Pferden gebunden sein sollten, ist für die Tierrechtler schlicht 'grotesk'. 

Strafanzeige der Tierschutzpartei von 2018 bis heute unbearbeitet
Im vergangenen Jahr kam es im Kölner Rosenmontagszug zu einem schweren Unfall, bei dem vier Menschen verletzt wurden. Verschreckte Pferde gingen damals mit einer Kutsche durch. "Es ist nicht akzeptabel, dass gerade der oberste Chef der Sicherheit in NRW, Innenminister Reul, diesen Vorfall, der nur ein Beispiel ist aus der langjährigen Geschichte des Pferdeeinsatzes im Karneval, ignoriert und keinerlei Konsequenzen daraus zu ziehen bereit ist," so Sandra Lück.
Als Skandal wertet die Partei, dass eine unmittelbar nach dem Vorfall in Köln seitens der Tierschutzpartei Landesverband NRW, vertreten durch die Landesvorsitzende Sandra Lück, gegen Herbert Reul erstattete Strafanzeige nach §§ 223, 13 StGB wegen Körperverletzung durch Unterlassen in Garantenstellung seitens der Staatsanwaltschaft Düsseldorf bis heute offenbar unbearbeitet geblieben ist.

Anwaltskanzlei eingeschaltet
"Wir haben nie ein Aktenzeichen oder eine Mitteilung seitens der Staatsanwaltschaft erhalten, auch eine nochmalige schriftliche Rückfrage seitens der Landesvorsitzenden blieb ohne jede Reaktion," so der Landesgeschäftsführer Reiner Lück.
Die Tierschutzpartei hat inzwischen eine Essener Anwaltskanzlei beauftragt, den Bearbeitungsstand der Strafanzeige zu klären sowie zu prüfen, ob die Anzeige ggf. schlicht unbearbeitet geblieben ist.

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