Eugen Drewermann in Freisenbruch
Eugen Drewermann spricht im Gymnasium an der Wolfskuhle über den Nutzen von Religion

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Studierter katholischer Theologe ist er, Lehrbeauftragter, Psychoanalytiker, Autor von unzähligen Büchern und vor allem bekannt geworden durch seine strittigen Thesen zu Fragen der Moraltheologie und der Bibelauslegung.

Deshalb wurden Eugen Drewermann 1991 die katholische Lehrbefugnis und 1992 die Predigtbefugnis entzogen. Im März 1992 folgte die Suspension vom Priesteramt. 2005 trat Drewermann aus der römisch-katholischen Kirche aus.

Er gilt aber weiterhin als wichtiger kirchenkritischer Publizist.

Nur noch selten tritt der 78-Jährige in der Öffentlichkeit auf. Insbesondere durch seine druckreifen Reden und inspirierenden Vorträge begeistert er sein Publikum immer wieder aufs Neue.

Jetzt referierte er auf Einladung des Gymnasiums an der Wolfskuhle in der gut besetzten Aula der Schule über die Frage „Wozu Religion?“. Die Moderation übernahmen die beiden Lehrer Robert Maruhn und Tristan Becker, die die Vortragsreihe initiiert haben.

Dass Drewermann ein exzellenter Redner ist, der für seinen über eine Stunde dauernden Vortrag kein Manuskript braucht, stellte er auch hier unter Beweis.

Der Titel „Wozu Religion?“ war ein wenig missverständlich, d.h. zu eng gefasst, denn Drewermann schlug einen weiten Bogen zu religiösen, moralischen und ethischen Fragen nach der Sinnhaftigkeit des menschlichen Daseins.

Dass die Naturwissenschaften offenbar die Frage nach dem Sinn des Lebens, nach dem Woher und Wohin nicht beantworten können, ist eine seiner Kernthesen. Die weitverbreitete und durch die exakten Wissenschaften geprägte Aussage „Glauben heißt nicht wissen“, hält er für falsch. Im biblisch-christlichen Sinn bedeutet Glauben „feststehen, überzeugt sein, Vertrauen haben.“

Mit vielen Beispielen aus dem täglichen Leben, aus der Geschichte und aus der Philosophie versucht Drewermann, seine Thesen zu erläutern und zu belegen. Er warnt vor der neuen Tendenz, Menschen durch Computer zu ersetzen, Computer für uns denken zu lassen, denn dann verlieren wir unsere Menschlichkeit, ist er überzeugt. Er sagte, an die anwesenden Schüler gerichtet, die sich viele Ratschläge von Eltern und anderen Erwachsenen anhören müssen: “ Die entscheidende Frage ist: Wer bist du als Mensch?“

Drewermanns Vortrag ist inspirierend und wird nie langweilig. Religion brauchen wir in den heutigen schwierigen Zeiten dringlicher denn je, ist sein Fazit, denn nur sie kann die Fragen nach dem Sinn des Lebens beantworten und dem Menschen Orientierung geben. Nur die Religion kann dem einzelnen Menschen sagen, dass er berechtigt ist zu sein.

Anschließend fand eine Diskussion mit den Zuhörern statt, in der Drewermann Fragen beantwortete und weitere Erläuterungen zu seinen Thesen abgab.

Autor:

Manfred Jug aus Essen-Steele

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