Sokrates ging wieder einmal durch Steele spazieren

Am Sonntag, dem 3. August 2014, stellten sich vor dem Kulturforum an der Dreiringstraße um 10 Uhr 11 Personen, ein Ehepaar kam extra aus Düsseldorf, ein, um sich darüber auszutauschen, wie weit das geflügelte Wort „Deutschland, das Land der Dichter und Denker“ immer noch/ noch/ schon wieder ihr Leben beeinflusst. Karlheinz H. Keukens, der eine Philosophische Praxis im Eickelkamp 6 unterhält, hielt ein Impulsreferat zur Geschichte dieses geflügelten Wortes, das bei dem Literaturkritiker Musäus – er sorgte übrigens für die Verbreitung der Rübezahlgeschichten – im 18. Jahrhundert beginnt. Eine weitere Etappe ist Madame de Stael, die die literatursoziologische Betrachtungsweise in ihrem Werk „De l Allemagne“ aus dem Jahr 1811 einführte. Dieses Buch bestimmte das Bild von Deutschland im Europa des 19. Jahrhunderts. Abschluss bildete der sprachsensible Publizist Karl Kraus mit dem Wort von den Richtern und Henkern.
Wie weit kann ein Philosoph Poeten helfen .schöngeistige Literatur zu produzieren
Wie weit kann er Lesern helfen, solche Literatur zu verstehen und zu kritisieren
Wie weit können Poeten mit ihren Werken helfen, dass Philosophen sich besser verstehen und sich besser verständigen können
Das Angebot, sich mit dem Gedicht „Adornos Zunge“ zu befassen, das Günter Grass im Jahr 1965 veröffentlichte und das in Kopie vorlag, um die Fragestellungen zu konkretisieren, wurde höflich, aber bestimmt abgelehnt.
In der Abschlussdiskussion wurden aktuelle Dichterphilosophen wie z.B. Peter Bieri/Mercier verhandelt. Als Ergebnis kann festgehalten werden. Philosophische Erörterungen – d.i. eine Ordnung von Argumentationsketten- kommen nicht ohne Narrative aus. Und Erzählungen liegt eine logische Ordnung zugrunde. Diesen Satz erörtert habend, wurde auf den Fall des US-Amerikaners Richard Rorty hingewiesen, der von einem philosophischen Lehrstuhl auf einen literaturwissenschaftlichen wechselte. Mit guter Laune wurde auch der Werbeslogan der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft Darmstadt aufgenommen, der da lautet: Ein Wissenschaftler braucht heute mehr Phantasie als ein Krimi-Autor. Der offizielle Teil der Veranstaltung endete mit Buchempfehlungen. Zum einen Peter Watson. Der deutsche Genius. Eine Geistes- und Kulturgeschichte von Bach bis Benedikt XVI. Weiter Yalom, Die Schopenhauer-Kur. (Ein Roman, der die Wandlung einer psychotherapeutischen in eine philosophische Praxis in den USA erzählt(. Der Roman, den die Basler Philosophieprofessorin Annemarie Pieper über eine fiktive Philosophische Praxis in München schrieb. Der Titel lautet: Die Klugscheisser GmbH.

Autor:

Karlheinz H. Keukens aus Essen-Steele

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