Peter Demnitz (SPD) kandidiert für den Rat: Offene Konfrontation

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Nun ist es offiziell: Peter Demnitz, ehemaliger Oberbürgermeister der Stadt Hagen, kandidiert auf eigene Faust im Wahlkreis Wehringhausen-West für den Rat und tritt damit gegen Claus Rudel (SPD) an. Demnitz, selbst seit Jahrzehnten Mitglied der SPD, geht damit in eine offene Konfrontation zur SPD-Parteiführung.

„Wie in Wehringhausen und anderen Ortsvereinen von den sogenannten Führungskräften agiert wird, da muss man etwas tun“, erklärt Demnitz seine Motivation und kritisiert auch die Parteibasis. Die Mehrheitsbeschaffungen in den Ortsvereinen durch Ausnahmegenehmigungen und der Umgang mit Bürgermeisterin Brigitte Kramps ließen seine Entscheidung zum Zeitpunkt der Wahlkreiskonferenz reifen: „Da hätten doch vorher ein paar Gespräche geführt werden müssen. Es wurde viel geredet, es wurde über die Art des Umgangs viel gemeckert, aber es wurde nicht gehandelt. Man hätte vielleicht eine Wahlanfechtung durchsetzen sollen - alles, was das Parteigesetz hergibt. Und wenn da nichts passiert, dann mache ich es eben alleine.“
Demnitz ist schlichtweg erbost darüber, dass die SPD einen „Generationswechsel propagiert und anschließend einen Werner König präsentiert“, um Brigitte Kramps ins politische Abseits zu stellen. Demnitz hatte sich zuvor bereits gegen die Praxis der Mehrheitsbeschaffungen im Ortsverein Wehringhausen gewehrt: Bei einer Mitgliederversammlung zur Wahl der Delegierten hatten 17 von 38 Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben, die überhaupt nicht Mitglied im Ortsverein waren. Die Landesschiedskommission hatte die Wahl anschließend für ungültig erklärt.
Demnitz wirft der Parteiführung vor, „nur für sich selbst zu sorgen“ - ohne Rücksicht auf Interessen der Partei oder der Bürger: „Unter der damaligen Führung von Jürgen Brand wurde offensichtlich eine strategische Personalplanung bis hin zu den Ämtern der Land- und Bundestagsabgeordneten für die Nachwuchskräfte erstellt. Ich habe auch nichts gegen eine vernünftige Planung. Es hat sich aber herausgestellt, dass die Zusammenarbeit mit dem Nachwuchs eine Einbahnstraße war - es kam nichts zurück.“ Die ersten Maßnahmen der neuen SPD-Spitze seien von Erfolg gekrönt gewesen, so Demnitz, mit aufkommenden Schwierigkeiten innerhalb der Partei sei man aber nicht fair und sachlich umgegangen: „Platt machen und durchziehen heißt die Devise!“
Was will Peter Demnitz, der als Oberbürgermeister zum Ende seiner Amtszeit auch aufgrund der Derivatgeschäfte umstritten war, in Wehringhausen inhaltlich erreichen, sollte er den Weg in den Rat schaffen? „Wir müssen in Wehringhausen die Bürger wieder zusammenbringen. Es geht um Sauberkeit im Stadtteil, um Integration, um den Einzelhandel und auch um den Erhalt der Pelmke“.
Während Peter Demnitz noch einmal Gas geben will, zieht sich ein anderer zurück: Gerd Homm, noch amtierender stellvertretender Bezirksbürgermeister von Hagen-Mitte, bedankte sich bereits am Montag bei den Mitwirkenden von „Oberhagen im Dialog“ für die Unterstützung und erklärte: „Ich hätte es gerne noch einmal versucht, Bezirksbürgermeister zu werden, aber meine eigene Partei hat es leider nicht zugelassen. Die Gründe meiner Verhinderung zur Kandidatur sind nicht bei mir zu suchen, sondern hier waren andere Mächte am Werk.“ Homm hatte nach eigener Auskunft ohne vorherige Absprache per SMS mitgeteilt bekommen, dass die SPD Oberhagen einen anderen Kandidaten ins Rennen schicken würde. Auf ein Schreiben an den Vorsitzenden des Unterbezirks, Timo Schisanowski, in dem er um Stellungnahme und eine Erklärung bat, habe er nie eine Antwort erhalten. Warum Homm sich bereits jetzt vom Dialog Oberhagen verabschiedet: „Ich wurde gefragt, wie es in Oberhagen gerade weitergeht. Das direkt vor oder nach der Wahl zu erklären, hätte wie Nachtreten ausgesehen. Das wollte ich nicht.“

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